Warum 2016 das beste Jahr meines Lebens war

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Da saßen sie wieder, die Kleinstadtkolumnisten hinter ihren Macbooks und die Facebookphilosophen hinter ihren Medions und hämmerten infantile Jammerzeilen in die Tastatur. Was es doch für ein Kackjahr war, dieses pipikackavolldoofeundsorichtggemeine  2016!
Was ist los mit diesen Leuten? Also für mich war 2000 und 16 das beste Jahr in meinem bisherigen Leben.
Kann es sein, verehrte Jammerlappen, dass ihr euer Leben von äußeren Einflüssen bestimmen lasst, die ihr eh nicht ändern könnt, anstatt euer Leben zu leben?

Komm Junge, leg dich auf die Couch und erzähle mir von deinem Kummer.
Was war denn so schlimm an diesem Jahr? Hm? Dass ein paar Berühmtheiten mehr als sonst gestorben sind? Und? Was interessieren dich Berühmtheiten? Interessieren sich Berühmten für dich? Und was hast du von denen erwartet? Hatten George Michael, David Bowie oder Prince noch was zu sagen?
Aber okay, nehmen wir mal an, du warst der weltgrößte Fan eines Prominenten, der dies Jahr verstarb. Ist das ein Grund sich im Rückblick ein ganzes Jahr vermiesen zu lassen? Du führst dich auf, wie ein 12-jähriges Mädchen der Neunziger nach der Trennung von Take That.

„Okay, aber politisch…“ Was war politisch? Dass Trump gewählt wurde? Sei froh. Damit ist die Kriegsgefahr mit Russland erst einmal gebannt. Und falls du einer bist, der auf die Trumppanikmache der Mainstreammedien reingefallen sein sollte – mach dich locker; lass dir keine Angst machen; warte ab, du kannst eh nix dran ändern, was in den Vereinigten Staaten passiert.

„Ja aber die vielen Muslime…“ Die waren 2015 auch schon da. „Ja aber die vielen Belästigungen, Übergriffe, Vergewaltigungen und Toten – und erst der Anschlag von Berlin!“
Grausam ja. Vor allem für die Opfer und deren Angehörigen. Aber hey: versuche, so zynisch es klingt, für dich etwas Gewinnbringendes herauszuziehen. Nun muss die Politik endlich reagieren, tut sie es nicht, und zwar mit Nachdruck, wird sie spätestens zur nächsten Bundestagwahl abgestraft.

„Ja aber die Gefahr von rechts?“ Von wo? Welche Gefahr? Leidest du unter Wahnvorstellungen?

Egal, lass und mit dem Politikgedöns aufhören, ich möchte mich nicht streiten. Das war tatsächlich das Einzige, was mich 2016 abgefuckt hat: diese virtuellen Zankereien mit unwichtigen Leuten.  Mein einziger Vorsatz für 2017: Diesen Scheiß zu lassen. Ergibt eh keinen Sinn, frisst nur Zeit. Mein neues Diskutieren heißt nun Blocken.
Doch zurück zu dir. Hör einfach auf, dich fremdbestimmen zu lassen. Schau auf dich, auf dein Leben. Du kannst im Kleinen und im Großen so viel ändern, was Dein Leben etwas schöner machen wird.
Du musst nur aufhören drauf zu warten, dass die Politik etwas für dich tut, denn das wird nicht passieren. Tu du was für dich!

Schau mich an. Mich hat das Leben in Berlin am Ende angekotzt. Nach drei Jahren hatte mir Neukölln nix Neues mehr zu erzählen; und falls doch mal, so waren es keine Geschichten, die mich interessierten; und dann immer dieses Kackwetter, selbst wenn’s ausnahmsweise mal heiß war, hat es sich in der großen Stadt für mich nicht mehr gut angefühlt. Ich ging kaum vor die Tür.
Also weg. Geplant war nur ein Urlaub, ein paar Wochen auf Mallorca. Doch dann dachte ich: Wieder zurück in die Kälte? (Es war Dezember 2015.) Zurück nach Neukölln, dieses ach so bunte Viertel in dem jedes zwei Mädchen ein schwarzes Kopftuch trägt? Ja biste denn bekloppt?
Mitte Dezember kam ich nochmal für ein paar Tage nach Berlin. Um Kram kümmern und so weiter. Schon am Flughafen Tegel dachte ich: Gut, dass wir hier weg sind! Es war grau, es war kalt, muffeliger Busfahrer, den Rest gaben mir meine Ohren am S-Bahnhof Neukölln: das Geschnatter der 80 Prozent Migranten oder Migrantenkinder – „DiggaAllerWas-Los?!“ Das war für mich, als Liebhaber der deutschen Sprache, schon immer schwer zu ertragen.
Wir wollten nur drei, vier Tage bleiben, es wurden fast zwei Wochen draus. Ergebnis: Ich wurde zum ersten Mal in meinem Leben leicht depressiv.
I Saw the Light sang Hank Williams vor langer Zeit. Johnny Cash hatte es auch im Repertoire. Es ist ein Country-Gospel-Song, dieses Licht, von dem Hank singt, hat wohl irgendwas mit Jesus zu tun. Ich habe das Licht auch gesehen, ich sehe es jeden Tag.
Mein Licht hat nix mit Jesus nix am Hut, fühlt sich aber, soweit ich das beurteilen kann, genauso gut an. Es ist die Sonne, die meiner Seele so gut tut, die Wärme, die sie macht, die Farben und die Helligkeit.

Die ersten Monate waren nicht leicht. Wir hatten – logisch, ihr kennt mich – nix gespart, Odettes Eltern beschissen sie auch noch um 6000 Euro, eigentlich um 20 000, aber egal, es ist ja nur Geld. Geld allerdings, das wir für unseren Start fest eingeplant hatten. Doch so ab Juni lief es dann, es läuft bis heute, es wird weiterlaufen. Worauf ich ein bisschen stolz bin. Nur 50 Prozent der deutschen Mallorcaauswanderer überstehen das erste Jahr. Aber das spielt keine Rolle, was interessieren mich andere Leute? Ich bin stolz, weil ich Odette und mir ein kleines Nest gebaut habe.*

Für mein Mädchen freut es mich noch mehr als für mich. Treue Leser wissen, dass an diesem einen Tag im Sommer letzten Jahres nicht klar war, ob sie die Nacht überleben wird.
Klar war sie nicht sofort Feuer und Flamme, als ich sagte: „Lass ma‘ auswandern!“ (Ich war die ersten drei Wochen allein hier.) Sie ist eine Frau. Sie wollte natürlich wissen, wie wir das hier finanzieren sollen. Ich sagte, was ich in solchen Momenten immer sage: „Wird schon. Lass mich mal machen.“
Es muss Odette unendliche Kraft gekostet haben, mir zu vertrauen. Was sie nie bereut hat. Sie ist auf der Insel wieder aufgeblüht. Inzwischen geht es ihr sogar noch viel besser, als in der Zeit, bevor sich ein Schatten über ihre Seele legte.
Der Schatten, der hat einfach keine Chance mehr gegen das Licht von Mallorca.

*Mit eurer Hilfe übrigens, Freunde. Ihr seid es, die das Ganze hier möglich machen, ihr, die ihr immer wieder meinen Blog besucht, meine Bücher kauft und meine Launen ertragt. Danke dafür!   

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