„Bordell Deutschland?“ Ah, ja? Willkommen bei der BILD am Montag (ehemals DER SPIEGEL) …

Ein Freudenmädchen in Paris der sechziger Jahre ... Photo: Christer Strömholm / Aus dem Buch „Amies De Place Blanche“
Ein Freudenmädchen in Paris der sechziger Jahre …
Photo: Christer Strömholm / Aus dem Buch „Amies De Place Blanche“

Dass man den Mainstreammedien nicht mehr uneingeschränkt glauben sollte, ist längst keine Verschwörungstheorie mehr. Jeder, der Eins und Eins zusammenzählen kann, ist sich dessen inzwischen bewusst. So glaubt heute zum Beispiel kaum noch ein Amerikaner, kaum noch ein Deutscher, dass der 11. September 2001 so ablief, wie es uns die US-Regierung verkaufen will.
Bis auf den SPIEGEL. Der beharrt nach wie vor auf der vollkommen absurden Erdloch/Teppichmesser-Verschwörungstheorie. So war ich auch nicht sonderlich überrascht, als ich folgende Zeilen auf dem aktuellen SPIEGEL las: „Bordell Deutschland – Wie der Staat Frauenhandel und Prostitution fördert“.

Der SPIEGEL surft nun also mit einem geradezu ekelhaft tendenziösen Artikel auf derselben lustfeindlichen Welle wie Alice Schwarzer. Herausgeber (und Frauenkenner) Rudolf Augstein wird sich im Grabe umdrehen. Ex-Chefredakeur Stefan Aust ebenso, würde er nicht noch leben. Warum ist das so? Wurden den Spiegel-Redakteuren allesamt die Eier abgeschnitten? Nein. Es ist viel simpler. Dem SPIEGEL geht es schlecht wie nie zuvor. Die Auflage sinkt, wie einst die Titanic. Da müssen Themen her, die dem uninformierten Volk aus der Seele kotzen. Zwangsprostituierte eignet sich dafür ganz fabelhaft. Deren Leid tut weh, keine Frage. So, wie so vieles Leid auf dieser Welt weh tut. Dafür aber einen ganzen Berufsstand in den Dreck zu ziehen, ist einfach nur erbärmlich.

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Fakt ist: Es gibt Zwangsprostituierte in Deutschland. Wie viele das sind, weiß kein Mensch. Die Zahlen, die Schwarzer bei Günther Jauch verbreitet hat – „Achtzig Prozent stehen unter Zwang, die restlichen fünfzehn Prozent (80 plus 15 = 100?) stehen am Bahnhof und sind drogensüchtig!“ – haben mit der Realität ungefähr so viel gemein, wie weite Teile der Spiegel-Titelstory. Nichts.

Diskutiere ich im Netz über Prostitution fällt mir auf, dass die Frauen, die sich am meisten ereifern, die sind, die keine einzige Hure kennen. Sie glauben einfach, was ihnen die Medien vorgaukeln. Für diese Damen sollte folgende Mail von großem Interesse sein, zeigt sie doch ganz vorzüglich wie diese Art Artikel entstehen. Es geht um die Escort-Dame „Carmen“, die von Spiegel-Redakteur Sven Becker interviewt wurde. Carmen ist eine hochintelligente Frau, die sich ganz ausgezeichnet artikulieren kann. Becker stellte sie als verwahrloste Dummbratze da, die kaum ihren Namen schreiben kann. Einfach unfassbar, ich mein, sie hat studiert und …, ach, lest doch einfach selbst. Carmen, übernimm Du …

„Am 21. Mai diesen Jahres schickte mir Sven meine Zitate zur Genehmigung. Zum Glück ist das im seriösen Journalismus so üblich! «Ick habe mir jedacht, bevor ich in einer Frittenbude jobbe, mach’ ich lieber dit hier», gab mich der junge Mann mit den blonden Strähnen im Berliner Dialekt wieder. Nachdem ich meine Kinnlade vom Boden aufgesammelt hatte, antwortete ich ihm Folgendes:

Lieber Sven,

oh je, das liest sich ja Springer als ich gehofft hatte. Hatte ich nicht mehrfach betont, dass ich mir einen seriösen Artikel über mein Thema wünsche und keinen über meine Person? Ich hatte dir zugetraut, einen solchen zu verfassen und bin enttäuscht. Ich werfe dir nichts vor. Es war ein Experiment und Experimente scheitern. Daraus lernt man.
Ich bin inhaltlich mit meinen Zitaten einverstanden, auch wenn ich sicherlich interessantere Dinge als diese in unserem Gespräch geäußert habe. Aber es behagt mir überhaupt nicht, welches Bild du mit dem Einstiegszitat von mir zeichnest. Berliner Dialekt und “Frittenbude” – habe ich einen so ordinären und ungebildeten Eindruck auf dich gemacht, dass es dir gerechtfertigt erscheint, mich der Welt in dieser Weise zu präsentieren? Über die Konnotation verschiedener Sprachstile muß ich dich nicht aufklären, das haben wir beide im Grundstudium gelernt.
Wenn du noch ein gutes Haar an mir lassen willst, zitiere mich wenigstens auf Hochdeutsch! Wenn du mich beeindrucken willst, schreibe einen Artikel über Prostitutionspolitik, die rechtliche und politische Situation von Sexarbeitern, meine politische Arbeit – irgendetwas, das mich als Menschen ernst nimmt und mit einem seriösen Anliegen präsentiert. Was ich hier lese, droht eine Posse über eine schnöde Nutte zu werden, die nicht ordentlich sprechen kann. Darauf könnte ich und kann die Sache, für die ich kämpfe, ebensogut verzichten.
Bitte, tu mir das nicht an!

Liebe Grüße,

Carmen“

So. Ich wieder. Doch. Er tat es ihr an. Keine weiteren Fragen, Euer Ehren!
Am Ende möchte ich mich noch bei meinen früheren Kollegen von der BILD für meine Zeile entschuldigen. Ich hätte es als jahrzehntelanger Spiegelleser nicht für möglich gehalten, dass ich mal sagen werde: „Ich denke, ich befürchte, Ihr arbeitet inzwischen seriöser als der Spiegel.“
Die vorletzte Ausgabe war mein Abschied vom ehemaligen „Sturmgeschütz der Demokratie“. Wenn ich in Zukunft ein „Sturmgeschütz des Steinzeitfeminismus“ lesen will, kaufe ich mir direkt die EMMA.

Stopp! Warte kurz! Klick noch nicht weiter – die nächsten zehn Zeilen werden Dein Leben verändern!

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38 Comments

  • der Spiegel scheint es sehr nötig zu haben. Ich habe mir den Artikel wirklich durchgelesen, nachdem ich bei Carmen den entsprechenden Eintrag gelesen habe. Das ist kein Journalismus, das ist ein reines Schwarzbild was dort von den Sexworkern gezeichnet wird.

  • Abartig !!!!!
    Deshalb lese ich solche Blätter nur noch im Wartezimmer beim Arzt ..mehr sind sie nicht Wert !!
    Und für Carmen und ihre Kolleginnen tut es mir wirklich leid, dass sie wieder mal so ‚blöd‘ dargestellt werden .

  • Das es Zwangsprostitution gibt ist schlimm genug! Schade das aber immer nur dieser Teil beleuchtet wird. Es gibt tausende Frauen die es als Job machen und alles freiwillig. Man sollte immer Zwangsprostitution und Prostitution unterscheiden.
    Warum wird den nicht endlich von Staatlicher Seite was unternommen gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution? Mehr Kontrollen, Zwangsanmeldung und vor allem Kontrollen in den Läden. Das würde schon sehr viel bringen. Vor allem wenn man an den Grenzen mal wieder Kontrollen Einführen würde könnte man da schon mal was vorbeugen.

  • Es ist mir absolut schleierhaft, wieso ausgerechnet ein (zumindest früher) absolut seriöses Magazin wie der SPIEGEL plötzlich so einen ausgemachten Tineff verbreiten kann. Die durchschnittlichen BLÖD-Zeitungs-Leser werden das Heft trotz der Anbiederung an die politisch korrekte Huren-Jagd im Geiste Alice Schwarzers nicht kaufen, alleine schon des Preises und der fehlenden Tittenmädchen auf Seite 3 wegen. Und die Emanzen? Die haben bereits ihre EMMA. Da kann also auch kein Blumentopf in Sachen Erschließung neuer Leserkreise gewonnen werden. Was soll also das Ganze? Verzweifelte Zuckungen eines dahinsiechenden Mediums im Kampf gegen den Untergang? Vermutlich… Da kommt mir doch unwillkürlich das alte Sprichwort in den Sinn: „Spiegeln und Zeitungen muß man nicht glauben“. Im hier vorliegenden Fall trifft das gleich doppelt zu. Was wohl ein Stefan Aust dazu sagt, der seine ersten journalistischen Gehversuche bei den „St.Pauli-Nachrichten“ machte, bevor er bis 2008 für 14 Jahre als Chefredakteur des SPIEGEL fungierte? Wir wissen es leider nicht. Denkbar wäre aber ein artverwandtes Statement wie das von Oliver Flesch.

    • „Tineff“ – HAHAHA! Das sagte mein alter Herr oft. Aber sag mal, Axel, wo Du gerade hier bist: Der Spiegel wollte Dich doch nach Deinem Ausstieg aus der Szene auch interviewen. Und? Machste? 😉

  • „Doch. Er tat es ihr an.“

    Hab den Text nicht gelesen, aber seiner Gegendarstellung nach war das nicht so:

    „Alle Zitate sind am Ende in Hochdeutsch erschienen. Ich habe Carmens Einwänden sogar zugestimmt. In der Schriftsprache wirken Dialekte häufig noch viel stärker als beim gesprochenen Wort. Das „Berlinern“ hätte nicht in den Text gepasst. Doch in ihrem Blogeintrag schreibt Carmen nicht, dass alle Zitate in Hochdeutsch erschienen sind. Als Leser muss man denken, dass sie – gegen ihren Willen – mit Berliner Akzent zitiert wird.“

    http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelblog/eine-escort-dame-macht-politik-bei-der-wahrheit-bleiben-a-902425.html

    Keine weiteren Fragen?

    Doch, eine hätt ich im Moment noch:
    Versprüht das abgebildete Pariser Freudenmädchen für Dich tatsächlich so etwas wie „Freude“?

    • Dass ihre Zitate am Ende in Hochdeutsch erschienen sind, geht mir aber mal ganz, ganz gepflegt am Arsch vorbei, Mutter S. (Ich habe im Übrigen auch nichts explizit Gegenteiliges behauptet.) Für mich zählt nur Eines: Er hatte es vor! Er wollte aus ihr eine billige Bordsteinschwalbe machen. Was sie nicht ist. Was er auch ganz genau wusste. Aber es passte halt besser in seinen tendenziösen Artikel. Dass er jetzt im Nachhinein so rumschwult, gar die Unverschämtheit besitzt eine „Gegendarstellung“ (LACH!) zu schreiben, zeigt nur, wessen Geistes Kind er ist. Ein Mann ist er zumindest nicht.

      Das Foto: Schon mal etwas von Kunst gehört? Denn das Foto ist Kunst. Ich habe das Buch. (Sind auch Fotos von selig lächelnden Huren drin, aber ich habe mich eben für dieses entschieden.) Sollte sie dämlich in die Kamera grinsen? Oder sich mit einem iPhone vorm Spiegel mit Duckface selbst knipsen? Ach, und dann zeig mir doch gleich noch mal die vielen Fotos von den glücklichen Aldi-Kassiererinnen.
      Aber hey: Über Prostitution im Allgemeinen unterhalte ich mich mit Dir eh nicht mehr. Das Thema hatten wir bereits und Du hast eindrucksvoll bewiesen, dass Du von der gesamten Thematik keinen Schimmer hast.

      Und nach mal etwas Grundsätzliches: Du bist hier auf Bewährung. Ich habe überhaupt nichts gegen kritische Kommentare Deinerseits. Nur: Sollten Deine Kommentare wieder einmal zum Selbstzweck verkommen, Du in meinem Blog nichts findest, was Dir gefällt, bist Du für mich ein Troll und hast Deine Bewährung verwirkt.

      • „Ach, und dann zeig mir doch gleich noch mal die vielen Fotos von den glücklichen Aldi-Kassiererinnen.“

        Ich könnt Dir für den Anfang eins von meiner Mutter zeigen. Die arbeitet seit mehr als 40 Jahren als Verkäuferin – (nicht bei Aldi, aber immerhin). War das erste Mädchen in ihrer Familie, die eine Berufsausbildung machen durfte (mit 14), und das war damals wie heute ihr Traumjob. Ich kann mir wirklich nur schwer vorstellen, dass sie nach einem Leben in, mit und von der Prostitution noch immer so gesund, ausgeglichen und fröhlich wäre wie sie es jetzt ist (geschweige denn, dass meine Eltern dann noch immer ein Paar wären).

        Siehst DU natürlich vollkommen anders.

        DU hälst Prostitution selbstredend für eine ehrenwertere, ja, geradezu lässig-glamourösere Art, seinen Lebensunterhalt zu verdienen als im schnöden Einzelhandel…

        „Das Thema hatten wir bereits und Du hast eindrucksvoll bewiesen, dass Du von der gesamten Thematik keinen Schimmer hast.“

        Sicher Dicker. Wer nicht Deiner Meinung ist, ist doof.

        „Du bist hier auf Bewährung.“

        Weiß ich doch, Herr Blog-wart.

        „Ich habe überhaupt nichts gegen kritische Kommentare Deinerseits.“

        😀
        Da wartet übrigens noch ein Kommentar auf Freischaltung…

      • Meine Mutter lernte auch Verkäuferin, auch mit 14, aber sie hat sich hochgearbeitet. Hätte sie das nicht geschafft, oh, mein GOTT, nein, daran möchte ich gar nicht denken.
        Und ja, Du hast vollkommen recht, Hure, ja, Verkäuferin, nein.
        Und WENN Du mich schon zitierst, dann bitte korrekt, meint, so dass der Sinn nicht abhanden kommt: „Ich habe überhaupt nichts gegen kritische Kommentare Deinerseits. Nur: Sollten Deine Kommentare wieder einmal zum Selbstzweck verkommen, Du in meinem Blog nichts findest, was Dir gefällt, bist Du für mich ein Troll und hast Deine Bewährung verwirkt.“

  • Nachdem ich 15 Jahre meines Lebens als Berufs-Nazi unterwegs war, möchte ich jetzt nicht die nächsten 15 Jahre unter umgekehrten Vorzeichen dasselbe fabrizieren und als Berufs-Aussteiger durch die Lande ziehen. Mein bisheriger Lebensweg ist Teil meiner Vergangenheit und dort möchte ich ihn auch belassen. Jetzt stehe ich im Hier und Jetzt und blicke in die Zukunft. Das heisst im Klartext: Ich habe ein Statement im ZDF heute journal abgegeben und damit ist alles gesagt. Weitere Interviews etc. pp. zu dem Thema wird es aus den vorbenannten Gründen nicht geben. Da hat auch der SPIEGEL das Nachsehen.

  • Hier noch ein interessanter Text aus http://www.presseschauer.de/

    Spieglein, Spieglein…irgendwas mit Vertrauen im Land

    Mai 28 2013

    Sven Becker hatte eine Geschichte über Carmen, eine Sexworkerin, geschrieben. Sie empfand den Text als tendenziös und hat in ihrem Blog dazu eine Gegendarstellung angefertigt, die ich gestern gelesen und auch verbreitet hatte. Nun gibt es von Becker eine Gegendarstellung zur Gegendarstellung und da mich DER SPIEGEL explizit darauf hingewiesen hatte, möchte ich dazu auch noch ein paar Worte verlieren.

    Carmen beginnt ihren Text mit einer Email, die wohl aus der Phase der Interviewanbahnung herrührt.

    „Ich begreife das als Chance, Argumente anstelle von Vorurteilen in die öffentliche Debatte über Prostitution einzubringen und Einblicke in einen Beruf zu ermöglichen, der den meisten Menschen verborgen bleibt.

    Was ich nicht liefern möchte, ist eine Geschichte über mich und mein Privatleben. Ich bin nicht bereit, mich zur Projektionsfläche jedweder Klischees zu machen. Ich werde keine Fragen zu meiner Person beantworten, die Aspekte jenseits meiner prostitutiven/politischen Tätigkeit betreffen. Wenn sie sich darauf einlassen können, bin ich gerne bereit, mich mit ihnen an einem Freitag in PBerg oder Mitte auf einen Kaffee zu treffen.“

    Carmen schreibt weiter, Becker habe sich mit diesen „Bedingungen“ einverstanden erklärt. Zugegeben, es wäre, um es mit Ole Reißmann zusagen, in der Tat noch schöner Journalisten vorzuschreiben, wie sie gefälligst zu berichten haben. Nun erwidert Becker in seiner Darstellung folgendes:

    „Natürlich geht es in dem Text auch um unser Gespräch im Café und einige Hinweise auf ihr Leben jenseits der Prostitution. Alle biographischen Details stammen von ihrer Website, ich habe sehr genau darauf geachtet, dass ihre Privatsphäre gewahrt bleibt. Ich hatte Carmen den groben Verlauf des Textes vor Erscheinen schriftlich geschildert. Ihr muss also klar gewesen sein, dass es ein Text über sie wird.“

    Für mich liest sich das so, als habe Becker Carmen gegenüber nicht mit offenen Karten gespielt. Als habe er sie mehr porträtiert als Carmen erwartet hatte – mehr als Carmen gar versucht hatte sich zusichern zu lassen. Dadurch ergibt sich für mich eine Situation, die als Vertrauensmissbrauch interpretiert werden kann. Wenn Journalisten ihr Vertrauen so aufs Spiel setzen, entziehen sie sich damit nicht ihre eigene Arbeitsgrundlage?

    Warum also sollte sich unter solchen Voraussetzungen eine Sexworkerin wie Carmen einem Journalisten wie Becker bzw. dem SPIEGEL künftig anvertrauen?

  • Hier noch ein interessanter Kommentar, gepostet unter Beckers Pamphlet:

    Matthias Lehmann heute, 20:43 Uhr
    „Als Leser muss man denken, dass sie – gegen ihren Willen – mit Berliner Akzent zitiert wird.“ Ich bin ein Leser und habe das nicht gedacht, denn Carmen schrieb, dass Sven Becker die Zitate vorab zur Genehmigung schickte und diese für den Abdruck des Zitats im Berliner Akzent von Carmen nicht erhielt. Darüber hinaus gibt Herr Becker zu, dass das dem Spiegel zur Verfügung gestellte Bild ohne Absprache grafisch bearbeitet wurde. Dass das Dekollete mehr ins Auge springt, wenn man das Gesicht der Person verdunkelt, steht m.E. außer Frage. Es drängt sich mir der Verdacht auf, dass hier jemand Sorge hat, dass potentielle Interviewpartner_innen sich in der Zukunft weniger auskunftsfreudig als Carmen zeigen werden. Das ist zu hoffen und zu erwarten, hätte aber mit einem besseren Artikel leicht vermieden werden können. Davon, dass Carmen versucht hätte, Herrn Becker vorzuschreiben, wie er zu berichten habe, kann überhaupt nicht die Rede sein. Als Vorbedingung hatte Herr Becker akzeptiert, dass sie nicht bereit sei, sich „zur Projektionsfläche jedweder Klischees“ machen zu lassen. Diese Abmachung hat Sven Becker klar verletzt und dafür könnte er auch einfach um Entschuldigung bitten, als nun gleich auf die Pressefreiheit zu pochen. Ein sehr zweifelhafter Berufsethos, aber der Rest der Titel-Story ist nicht besser.

    • Und hier mein Kommentar direkt an Becker, denke nicht, dass er freigeschaltet wird 😉 :

      Nach der Scheiße, die Du gebaut hast, noch mal nachzutreten, ist wirklich ein saustarkes Stück! Fakt ist: Du hast sie ausgetrickst. Nichts Ungewöhnliches, gehört zu Deinem Job, aber wie gesagt, im Nachhinein so zu tun, als würde SIE lügen, nicht DU – wie erbärmlich kann man sein, Becker, wie erbärmlich kann man sein?

      • Du bist anscheinend aufgebrachter und in Deinem Zorn unerbittlicher als die Protagonistin selbst:

        Die Vollkatastrophe, die ich befürchtet hatte, ist es nicht geworden. Aber ernst genommen fühle ich mich trotzdem nicht. #spiegel— Carmen (@courtisane_de) 26. Mai 2013

        Es ist nicht fair, auf @sven_becker persönlich rumzuhacken. Jeder andere SPIEGEL-Journalist hätte es genauso oder sogar schlechter gemacht!— Carmen (@courtisane_de) 27. Mai 2013

        Du weißer Ritter, Du.

        (Ja klar, lösch mich ruhig wieder, ich trolle hier ja immer nuuuur rum…)

      • 1. Erzähl mir bitte nichts über die Protagonistin.
        2. Sie irrt. Nicht jeder. Aber viele. Das stimmt. Was es nicht besser macht. (Im Übrigen: Was hat Carmen ihr gestriges Gezwitscher bzgl. Becker gebracht? Nichts! Außer, dass er sie HEUTE als Lügnerin darstellt. Glaubst Du wirklich, sie würde heute noch mal dasselbe schreiben? Lach.
        3. Meinen Zorn bildest Du Dir ein. Du kennst mich halt nicht persönlich. Ich bin tiefenentspannt. Ich mache nur ein bisschen Druck. Das Thema gibt es mir vor.
        4. Es geht mir nicht nur um den dusseligen Becker, ich sehe wie immer die größeren Zusammenhänge. Es geht mir um die Ausrichtung des Artikels. Der nicht nur aus dem Interview besteht.
        5. Wie Du langsam begriffen haben solltest, muss JEDER Kommentar dem Links inne wohnen freigeschaltet werden, Du brauchst Dich also nicht jedes Mal so wichtig zu nehmen, das gilt für alle.
        6. Du hältst Dich NICHT für einen Troll? Gut, dann machen wir es jetzt ganz fair: Ich gestehe Dir eine 1 zu 2-Taktung zu. Heißt: Zwei negative Kommentare, wechseln sich mit einem positiven ab. Du bist im Moment mit Vier hinten, also überlege Dir den nächsten genau, sonst wars das.

    • Wie kommste darauf? Die Skala ist eine optische. Und Du weißt doch gar nicht, wie sie ausschaut.

      Und noch etwas anderes. Nun wird ihr von Becker-Lakaien auch noch vorgehalten, sie hätte sich nur aus PR-Gründen interviewen lassen. Es wird immer bitterer.

  • @muttersheera

    Ganz einfach, ich habe diesen Blog nicht persönlich betreut, verfüge folglich auch nicht über das Passwort und habe somit keine Möglichkeit ihn zu löschen.

  • Ich habe auch bereits so meine ganz eigenen (und eigenartigen) Erfahrungen mit Spiegel-Redakteuren gemacht, und deshalb fällt es mir leicht das zu glauben, was sowohl Oli wie auch Harald Schumann über die deutsche Pressefreiheit und auch innere Pressefreiheit in den Redaktionen sagt (1. Video). Wer verstehen will, wie es dazu gekommen ist und wie man das macht, die Presse und damit die Meinung eines ganzen Volkes zu manipulieren und zu kontrollieren, der soll sich das 3. Video anschauen. Und wer verstehen will, wer hinter der Manipulation steckt, braucht sich nur das 2. Video anzuschauen, übrigens auch von Harald Schuhmann (brandaktuell), denn das sind heute die gleichen Kräfte wie schon immer. Es geht bei Manipulation immer um Geld, Sex und Macht, und um Einfluss- und Kontrollnahme (psychologische Kriegsführung, mind control), und daher lohnt es sich immer zu Fragen: Wer Profitiert?

    Die beste Form der Manipulation und Propaganda ist die, die dem/den Manipulierten nicht als Manipulation auffällt.

  • Hier noch ein guter Kommentar von Carmens Seite, der auf der Spiegel-Seite NICHT veröffentlicht wurde …

    Kraven
    29. Mai 2013 um 08:39

    Ich wollte den folgenden Text, eigentlich direkt unter die Gegendarstellung im Spiegel setzen, aber dem Spiegel ist mein Text zu lang. Da ich hier eh eine Kopie posten wollte, kommt der Text jetzt halt komplett hierher, in der Hoffnung, dass der Herr Sven Becker hier auch mitliest:

    Zitat Sven Becker: “Unfair wird es jedoch, wenn Betroffene anschließend nicht bei der Wahrheit bleiben.”

    Und wo bleibt Carmen nicht bei der Wahrheit? Okay, gucken wir uns mal Ihre Gegendarstellung und die Punkte darin an und den Text von Carmen:

    Zitat Sven Becker: “Ich hatte Carmen den groben Verlauf des Textes vor Erscheinen schriftlich geschildert. Ihr muss also klar gewesen sein, dass es ein Text über sie wird.”

    Sie behauptet nichts anderes. Man kann aus einer enttäuschten Mail an Sie, die sie auf ihrere Seite zitiert sogar herauslesen, dass sie erkennt, dass es in dem Text über Sie geht:

    Zitat Carmen: “Hatte ich nicht mehrfach betont, dass ich mir einen seriösen Artikel über mein Thema wünsche und keinen über meine Person? Ich hatte dir zugetraut, einen solchen zu verfassen und bin enttäuscht. Ich werfe dir nichts vor. Es war ein Experiment und Experimente scheitern. Daraus lernt man.

    Ich bin inhaltlich mit meinen Zitaten einverstanden, auch wenn ich sicherlich interessantere Dinge als diese in unserem Gespräch geäußert habe.”

    Nächster Punkt, den Sie hier äußern:
    Zitat Sven Becker: “Auf viele Leser muss der Eintrag so wirken, als ob ich die Wahrheit gebogen hätte, um an eine bessere Geschichte zu kommen. Das weise ich zurück. Auf zwei Passagen möchte ich ausführlicher eingehen.”

    Hier geht nicht heraus, wo in dem gesamten Text nun die Lügen sind, deshalb kann ich auch nur auf die zwei Passagen eingehen, die Sie hier exemplarisch anführen:

    Zitat Sven Becker: “Um es klar zu sagen: Ich habe Carmen die wörtlichen Zitate vorab zugeschickt und Carmen hat sie freigegeben. Es gab zwischen uns eine Diskussion, ob wir die Zitate mit ihrem Berliner Akzent versehen oder nicht. Ich habe das zunächst vorgeschlagen, Carmen hat es jedoch abgelehnt. Alle Zitate sind am Ende in Hochdeutsch erschienen. […] Als Leser muss man denken, dass sie – gegen ihren Willen – mit Berliner Akzent zitiert wird.”

    Nun, dass die Zitate freigegeben wurden, hat Sie offen zugegeben (steht in dem oben zitierten Text von ihr). Was den Dialekt angeht, steht in Ihrem Text nur, dass Sie sie darum gebeten hat, sie so nicht zu zitieren:

    Zitat Carmen aus ihrer Mail an Sie: “Wenn du noch ein gutes Haar an mir lassen willst, zitiere mich wenigstens auf Hochdeutsch! Wenn du mich beeindrucken willst, schreibe einen Artikel über Prostitutionspolitik, die rechtliche und politische Situation von Sexarbeitern, meine politische Arbeit – irgendetwas, das mich als Menschen ernst nimmt und mit einem seriösen Anliegen präsentiert. Was ich hier lese, droht eine Posse über eine schnöde Nutte zu werden, die nicht ordentlich sprechen kann. Darauf könnte ich und kann die Sache, für die ich kämpfe, ebensogut verzichten.

    Bitte, tu mir das nicht an!”

    Zitat Carmen nach der Mail in ihrem Blogeintrag: “Nun, was ist daraus geworden – ein Artikel über Prostitutionspolitik oder belangloser Wisch, den man so (nur in weniger Sätzen) auch in der BILD-Zeitung hätte lesen können? Im aktuellen SPIEGEL 22/2013 kann sich jeder selbst ein Bild machen.”

    Ja, der Leser kann den Eindruck bekommen, sie wäre nicht auf hochdeutsch zitiert worden, aber behaupten tut sie das in Ihrem Text nicht. Für mich persönlich war es im Endeffekt egal, ob sie mit Akzent oder in Hochdeutsch zitiert wurde, der Eindruck den ich aus Ihrem Blogartikel mitgenommen habe, ist der dass Sie zumindest dem Wunsch über ihre politische Arbeit und Ihre Inhalte zu berichten, so nicht nachgekommen sind. Und ob Sie nun noch ein gutes Haar an ihr gelassen haben oder nicht (hochdeutsch oder Berliner Dialekt) ist da eher zweitrangig, denn das Kind ist da schon in den Brunnen gefallen. Auf jeden Fall sehe ich auch an diesem Punkt nicht, dass Carmen nicht bei der Wahrheit geblieben wäre.

    Nächster Punkt:
    Zitat Sven Becker: “Dazu muss man sagen, dass uns Carmen zunächst vier Bilder zugeschickt hat, auf denen man sie erkennen kann – wozu auch das von ihr präferierte Bild mit der Hand vor dem Gesicht zählt. Darüber haben wir uns sehr gewundert, da sie im Gespräch immer wieder betonte, dass sie ihre Privatsphäre schützen wolle. Wir haben Sie deswegen darum gebeten, das nun abgedruckte Foto zu nutzen. Carmen hat ausdrücklich ihr Einverständnis zu diesem Bild gegeben. Um sicher zu gehen, dass sie nicht erkannt wird, haben wir noch das Gesicht auf dem Bild verdunkelt. Unsere Bildredaktion widerspricht Carmens Behauptung ausdrücklich, wir hätten das Dekolleté ausgeleuchtet.”

    Dass sie mit dem Bild einverstanden war, sagt sie auch in ihrem Blog. Allerdings lese ich nirgends raus, dass sie auch mit einer Nachbearbeitung einverstanden gewesen wäre. Wäre es da nicht fair gewesen, nochmal nachzufragen?
    Und ansonsten hat sie zugegebenerweise erst nach der Ankündigung zu der Gegendarstellung von Ihnen noch einen Nachtrag geschrieben. Darin heißt es:

    Zitat Carmen: “Darin wird er vermutlich erklären, dass die Sache mit dem Foto ein bedauerliches Mißverständnis sei und man mich und meine Privatsphäre durch die Abdunklung des Bildes nur hätte schützen wollen. Daher habe ich oben an gegebener Stelle mal das von mir präferierte Foto hinterlegt, das zwar weniger schwarz-rot-verrucht daherkommt, aber auch ohne die Hilfe von Photoshop bereits anonym gewesen wäre.”

    Wäre es also wirklich nur um die Anonymität gegangen, hätten Sie durchaus auch das andere Bild nehmen können. Und ja, sie hat gesagt, dass Dekolleté wäre ausgeleuchtet worden. Das mag, wenn man es wörtlich nimmt tatsächlich nicht stimmen. Aber ob nun ein Bereich ausgeleuchtet wird (was ich als Aufhellen des Bereichs verstehe) oder die anderen Bereiche abgedunkelt werden, hat denke ich mal den gleichen Effekt, nämlich dass das Dekolleté deutlich stärker hervorgehoben ist.
    Für mich entnehme ich dem Text, dass das Foto nachbearbeitet wurde (was keine Lüge ist) und dadurch das Dekolleté deutlicher hervorgehoben wurde (was ich jetzt nicht beurteilen kann, da ich nur das Original aus Carmens Blog kenne, kann mir aber vorstellen, dass wenn man das Gesicht abdunkelt entsprechend nur noch das Dekolleté übrig bleibt). Ob das jetzt technisch durch “Ausleuchten” des Dekolletés geschehen ist (was dann wohl die “Lüge” wäre) oder durch Abdunkeln des Gesichts, macht für mich jetzt keinen großen Unterschied.

    Abschließend kann ich nur sagen: Ich sehe wenig, was Ihre Aussage stützt Carmen wäre nicht bei der Wahrheit geblieben. Höchstens könnte man ihr unterstellen, dass Sie durch geschickte Formulierungen gewisse Eindrücke erweckt, das kann man aber in deutlich höherem Maße von Ihrem Spiegel Artikel (zumindest die Teile, die ich in Carmens Blog lesen konnte) sagen. Und wenn es schon ein “Qualitätsjournalist”, wie sie es nicht schafft, solche Eindrücke zu wecken, dann müssen Sie das einer (Zitat Carmen:)”schnöden Nutte” doch wohl nachsehen können, oder?

  • Sorry das ich mich hier mal einmischen muss.Wenn ich euern zickenkrieg hier so mitbekomme.Kennt hier irgend jemand überhaupt eine Hure?So also die jenigen die nur in ihrer freizeit in ein Freudenhaus marschieren ,weil sie bei Mutti mal wieder nicht rauf ,drunter oder was auch immer durften.Es gibt menschen die kommen mit dieser Arbeit sehr gut klar und ja es ist Hart verdientes brot !Wenn man bedenkt was da für Hackfressen ein und aus gehen!ich kenne solche menschen und ich muss euch sagen sie haben es wahrlich nichz verdiehnt das man so über sie spricht.Schon gar nicht solche weichbirnen die der Meinung nur weil muddi bei Aldi sitz und glücklich ist das andere menschen nicht glücklich sind mit dem was sie tun.Schon mal drüber nachgedacht das die meisten auch studiert haben könnten und deshalb schon nicht bei aldi an der kasse sitzen .“oh sorry ,mein fehler, wollt hier niemandem zu nahe treten“.Mal was von ausszeigern gehört die mit dem system nicht klar kommen oder von menschen die noch was in der Murmel haben.Also noch mal “ wenn man (mann) keine Ahnung hat!!!! Einfach mal die Fresse halten!!!! In diesem Sinne und guten morgen Oli.Ich trink mein Wein aus und geh pennen ihr seit mir alles ein paar leuchten.Junge jung

  • Vielleicht sollte man hier mal festhalten, dass Prostituierte, sowohl männliche wie auch weibliche, genauso Menschen sind wie alle anderen auch. Es gibt sehr kultivierte und weniger kultivierte, seelisch am Boden zerstörte und fröhliche, solche mit schlechtem Charakter und Herzensgute, sowohl körperlich wie psychisch Gesunde wie auch Kranke, vom Leben enttäuschte wie auch zuversichtliche, schräge und auch unauffällige, hübsche wie auch weniger hübsche, begabte wie auch weniger begabte. Und natürlich spiegelt sich das auch im Preis für ihre Dienstleistung, jedoch auch abhängig in Bezug auf ihr spezifisches Angebot.

    Es gehört schon eine gewisse menschliche Grösse dazu, und für die zolle ich dir Respekt, Oli, eine Frau zu lieben, die mit anderen Männern für Geld auch Geschlechtsverkehr hat. Soviel Liebe im Herzen und Selbstbewusstsein haben nur die wenigsten Männer, auch wenn Glaube ich mehr Männer „ihre“ Huren lieben, mit denen sie gegen Bezahlung verkehren, als das vielen Ehefrauen und auch dem Rest der Bevölkerung bewusst ist. Oft habe ich schon gehört, dass Männer sich natürlich auch auf den Sex mit ihr freuen, viele jedoch auch zum Reden kommen, sich bei „ihrer“ Prostituierten oftmals angenommener und besser verstanden fühlen wie von ihrer Frau. Ich möchte nicht wissen, wie viele Männer mehr schon seelisch kaputt gegangen wären, wie viele Ehefrauen und Familien mehr wieder verlassen worden wären, wenn es diesen Berufsstand nicht gäbe. Natürlich gibt es berufsspezifische Probleme, die diesen in Verruf bringen, wie die Themen Geschlechtskrankheiten und Hygiene, aber auch Gewalt und Grenzwertigkeit einiger Praktiken, doch diese beseitigt oder verringert man zumindest sicherlich nicht dadurch, dass man alle Prostituierten über einen Kamm schert, beziehungsweise die ganze Branche an den Schatten des Bewusstseins und an den Rand der Gesellschaft drängt. Wer über Dinge schlecht redet verschlechtert diese, doch nur wer gut über sie spricht kann sie erst überhaupt verbessern, und das sollten wir uns alle zu Herzen nehmen.

  • Hier noch ein aktueller Kommentar unter einem anderen Huren-Artikel von mir:

    Sehr erfrischend, nach dem Prostitutions-Bashing der letzten Zeit einen Artikel wie diesen zu lesen. Reißerisches und lobbyistische Veröffentlichungen wie im aktuellen “Spiegel” geben die öffentliche Meinung vor, und die Masse glaubt sich mangels besseren Wissens in ihren Vorurteilen bestätigt zu sehen. Es ist für Branchen-Unkundige schwer vorstellbar, daß man diesen Beruf gerne ausübt. Was mich betrifft bedauere ich nur eines: Das ich nicht schon viel früher den Schritt gewagt habe, als Escort zu arbeiten, sondern fast bis zum dreißigsten Lebensjahr damit gewartet habe!

    Ich bin es mehr und mehr leid, mir die Schauermärchen der Ahnungslosen unkommentiert anzuhören. Die Dreistigkeit, wie Schwarzer, Solwodi & Co. in meinem und aller Kolleginnen Namen meint sprechen zu dürfen. Der Versuch, uns entweder als dümmlich oder verzweifelt darzustellen, als verwirrte Opfer, die eben im Namen des Feminismus auf den “Rechten Weg” zurückgebracht und gerettet werden müssen – bei Uneinsichtigkeit auch gerne mit Zwang, sowieso.

    Ich liebe meinen Job, er tut mir gut, ich bin froh, daß ich ihn gefunden habe! That’s it.
    Romy

    P.S.: Im Übrigen Herr Flesch: Auch abgesehen von diesem Artikel ein grandioser Blog! Sie haben einen weiteren Fan.

    Geschrieben von Romy | 31. Mai 2013, 00:49 | edit

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