Ein paar Zeilen über den Tod meines Freundes Uwe Kopf

Uwe Kopf / Autor (Schriftsteller oder gar Dichter wollte er nicht genannt werden. Vollkommen zu Unrecht) / 1956 bis 2017

Im Winter ist es ruhig in unserem kleinen Städtchen. Geisterstadt wäre übertrieben, aber nur so ein bisschen. Zwischen Mai und Oktober beherbergen wir Menschen aus der ganzen Welt, doch seit November haben wir kaum noch Gäste. Das ist okay, fein sogar, nach all dem Trubel in den heißen Monaten, weiß ich die Stille nach dem Ende der Saison zu schätzen.
Gestern aber, da kam ein Stammgast, weiß gar nicht, wie er heißt, ich nenne ihn nur den „Spieler“. Er glaubt, er hofft, keine Ahnung, den Rouletteautomaten in dem kleinen Casino an der Hauptstraße überlisten zu können. Deshalb besucht er uns alle paar Wochen. Bislang ist es ihm noch nicht gelungen, aber er bleibt dran. Das klingt dumm, ist es aber vielleicht gar nicht, schließlich scheint ein gemeinsamer Bekannter tatsächlich eine Schwachstelle im besagten Automaten gefunden zu haben.
Der Spieler sitzt gern mal 48 Stunden am Stück am Roulettetisch. Das funktioniert natürlich nur mit einem Wachmacher in Pulverform. Er bringt immer ein paar Gramm Kokain aus Deutschland mit, „direkt vom Kilo abgeschnitten“, sagt er, und vielleicht stimmt das sogar, es ist nämlich wirklich gut. Unser Deal läuft stets gleich ab: Ich bringe ihm den Wohnungsschlüssel an den Roulettetisch, er drückt mir ein Gramm in die Hand.
Und so kam es, dass ich heute erst gegen Mittag aufwachte und meine Laune eher so mittel war. Na, mal kucken, dachte ich, vielleicht wartet auf Facebook eine Nachricht, die mir ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Es kam anders. Meine liebste FB-Freundin Mari schickte mir einen Screenshot. Der zeigte ein Foto eines Mannes, der mir irgendwie bekannt vorkam, den ich aber nicht einordnen konnte. Dann las ich: „Uwe Kopf ist gestorben. Ich habe ihn sehr geliebt.“
Bitte was?! Einen Menschen zu verlieren, der einem nah war, fühlt sich an, als würde man aus einem Albtraum erwachen und nicht so genau wissen, ob die Geschehnisse der Nacht wirklich passiert waren. Es dauerte also eine Weile bis mir klar wurde, dass wirklich er von uns gegangen ist, unser Uwe.

Menschen, die nicht aus der Schreibbranche kommen, werden Uwe kaum kennen. Das, was man den großen Durchbruch nennt, hat Uwe nie erreicht. Ich weiß auch nicht, ob er das überhaupt wollte. Erfolg geht ja meist mit dem Eingehen von Kompromissen einher. Und Kompromisse waren seine Sache nicht. Menschen aus der Schreibbranche dagegen kennen Uwe gut und viele verehren ihn für seine Schreibkunst. Einschließlich mir.

Uwe Kopf ist der einzige Mensch, den ich als Freund bezeichnen würde, obwohl ich ihn kein einziges Mal traf. Was nicht an mir an lag. Ich schlug ihm öfter vor, in Hamburg was essen zu gehen, ich lud ihn auch zu mir auf die Insel ein.
„Wie soll ich dahin kommen?“, fragte Uwe, „Mit dem Fahrrad?“ Er fuhr kein Auto, er saß nie in einem Flugzeug, aber selbst wenn: Uwe hätte mich nicht besucht. Wie viele große Autoren war er ein menschenscheuer Hund. Ich kenne kaum jemanden, der im wahren Leben mit Uwe zu tun hatte. Dennoch bezeichne ich ihn als einen Freund. Die 15 000 Nachrichten, die wir uns in den letzten Jahren hin und her schickten, zeugen davon.

Es war nicht immer einfach mit Uwe. Er konnte nur schwer eine andere Meinung zulassen. Dreimal stritten wir uns so sehr, dass wir eine Pause voneinander brauchten. Beim ersten Mal ging es um Kindesmissbrauch. Uwe konnte mit meiner Meinung, dass kaum jemand böse geboren wird, dass es für beinahe jede Missetat Gründe gibt, nichts anfangen. Der zweite Streit drehte sich um seine Arbeit für den Axel Springer-Verlag. Ich hielt ihm vor, sich zu prostituieren, was er mit, das könne bei der geringen Bezahlung gar nicht sein, abtat. Dabei gibt es doch auch 20-Euro-Nutten, Uwe, nur falls Du diese Zeilen lesen solltest.
Das letzte Mal ist noch gar nicht so lang her. Es ging um ein Thema, das seit gut einem Jahr unser Land entzweit. Dabei waren wir gar nicht so weit voneinander entfernt. Er sagte einmal, er würde etwa 70 Prozent meiner Einstellung mitgehen, aber die restlichen 30 Prozent wären ihm zu heftig. Ich wiederum warf ihm Feigheit vor, weil er sich öffentlich nicht zu dem Thema äußerte. Das nahm mir Uwe sehr übel.
Ich hätte es mir wohl nie verziehen, wenn Uwe im Streit gegangen wäre. Glücklicherweise schrieb er mir vor einigen Wochen dies: „Ist jetzt mal genug mit dem Eingeschnapptsein? Du dumme Sau!“ Das Ganze war mit einem Foto von Klaus Kinski garniert, den er sehr mochte.
Und so hatten wir noch ein paar gute Momente. Bis er sich Anfang Dezember von Facebook verabschiedete. Er hatte mir noch seine E-Mail-Adresse geschickt, damit wir in Kontakt bleiben konnten. Aber es wurde nichts mehr draus.

Die ganzen Jahre, wusste ich nicht wie Uwe heute aussieht. Ich kannte nur dieses eine Foto, das im Kleinformat durchs Netz geistert und bestimmt schon über ein Vierteljahrhundert alt ist. Sich mit jemanden täglich auszutauschen, über die intimsten Dinge, ohne zu wissen, wie der Chatpartner ausschaut, das hatte schon was Gespenstisches.
Ich finde, er sieht beeindruckend aus, auf dem fast aktuellen Foto (ganz oben). Die weichen Züge von damals sind nicht verschwunden, sie haben nur ihre Unschuld verloren, sich gepaart, mit ganz viel Schmerz und Schwermut. Aus einem Bubigesicht wurde eine Charakterfresse. Mag ich. Ob er sich mochte, weiß ich nicht. Sein Selbstwertgefühl hatte nichts mit dem Wert zu tun, den er für so viele Menschen hatte.
„Uwe, du musst dich auch mal selbst feiern!“, sagte ich mal zu ihm.
Er erwiderte nur: „Das kann ich nicht.“
„Ach hör auf!“, sagte er immer, wenn ich ihn lobte.
„Meinst Du, er hatte nach dem Schreiben eines gelungenen Textes nicht dieses Gefühl der Befriedigung?“, fragte ich die Frau, die bis zu seinem letzten Atemzug an Uwes Seite war.
„Doch, das Gefühl hatte er, das weiß ich. Er hat immer gesagt, Schreiben hält ihn am Leben.“

Die Bedeutung, die Uwe für mich hatte, lässt sich schwer in Worte fassen. Es wird so viel fehlen. Vor allem die beinahe täglichen Gespräche. Aber nicht nur. Uwe war einer der ganz wenigen Menschen, denen ich vertraute, wenn es ums Schreiben ging. Was er über die deutsche Sprache sagte, war für mich Gesetz. Er brachte mir eine Menge bei. Und wenn er mal einen meiner Texte lobte, wurde meine Brust ganz breit. Uwe gab mir stets das Gefühl, einer von den Guten zu sein. Warum auch immer.

In den letzten Monaten seines Lebens wurde Uwe sanfter. Er hatte sein spätes Glück gefunden und endlich sein erstes Buch, für das schon vor 20 Jahren einen Vertrag unterschrieb, fertig gestellt.
Und wer weiß, vielleicht gelingt ihm ja mit „Die elf Gehirne der Seidenspinnerraupe“ doch noch der große Durchbruch. Ganz ohne Kompromisse.

Vielleicht bis irgendwann, alter Freund.

Hier nun noch ein paar Erinnerungen an unseren Uwe.

Uwe Kopf
Eine Diskussion über schlechte Zähne, unter denen wir beide litten. Uwe meinte spaßeshalber, er würde seine mit seinem Schwanz und seinem Arsch egalisieren können
Uwe Kopf
Über Fußball habe ich mich mit ihm auch gern unterhalten. Uwe war, wie ich, HSV-Fan. Allerdings hat er es seine Mutter nie verziehen, dass sie ihn nach Uwe Seeler nannte. Uwe hasste seinen Namen
Uwe Kopf
Uwe war stets interessiert, stellte Fragen und gab mir damit das Gefühl wichtig für ihn zu sein
Uwe Kopf
Uwe traute mir in der Damenwelt immer ein bisschen mehr zu, als ich leisten konnte
Uwe Kopf
Uwe war ein Hundemensch. Auch das verband uns
Uwe war ein sehr kluger Mann
Uwe war ein sehr kluger Mann
Wie sich Menschen nach Schönheitsoperationen verändern, war ein großes Thema für Uwe
Wie sich Menschen nach Schönheitsoperationen verändern, war ein großes Thema für Uwe
DAS war Uwe!
DAS war Uwe!
...
Uwe Kopf
Über Bärte, Toupets und Perücken konnte sich Uwe stundenlang unterhalten
Uwe Kopf
Wenn Uwe einen Satz zitierte, den er ein bisschen sonderbar fand, kratze sich Marlon Brando gern mal am Kopf
Uwe Kopf
Brachte mich die deutsche Sprache wieder einmal an meine Grenzen, war Uwe da. Immer
Uwe Kopf
Neben den Frauen und dem Wein seine große Liebe: Musik
Uwe Kopf
Uwes Endgegner: Adjektive
Uwe Kopf
Da sind wir wieder, bei den Bärten und den Perücken
Uwe Kopf
Wir hatten Spaß
Uwe Kopf

Seine letzten Worte an mich. Am nächsten Tag meldete sich Uwe bei Facebook ab. Ich hätte mir ein anderes letztes Gespräch gewünscht
Seine letzten Worte an mich. Am nächsten Tag meldete sich Uwe bei Facebook ab.
Ich hätte mir ein anderes letztes Gespräch gewünscht. Aber das ist ja meist so

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37 Comments

  • Das tut mir leid. Einen engen Freund zu verlieren , einen mit dem man auf der selben Welle surft, muss besonders schlimm sein. Hatte ich noch nicht.
    Die, die ich verlor , waren Sandkasten Freunde oder Familie.
    Das ist etwas anders. Aber das der Gegangene einfach nie wieder im Leben für einen Austausch zu Verfügung steht, war für mich immer der größte Verlust.😔

    Ich habe mich auch verliebt, ohne Gesicht.
    Gar nicht gespenstisch 😜, sondern auf das Wesentliche geschaut. 😄

  • Darum liebe ich auch Roger Willhemsen 😄
    Wie er beschreibt, ist genial. In die Tiefe gehend. Aber für manche Menschen hat er was von einer Überdosis, ich weiß. 😆😂

  • Ja ja, der Tod. Der grosse Egalisator und (Re-)Liberator. Gestern ist Udo Ulfkotte gestorben.

    http://www.focus.de/kultur/medien/im-alter-von-56-jahren-umstrittener-publizist-udo-ulfkotte-ist-gestorben_id_6495120.html

    Die Ersten (und Besten? Am wenigsten an und mit der Materie verhafteten, verbundenen, gebundenen?) einer jeden Generation gehen so um die 50, die letzten um die 100, 110. Das ist die Bandbreite, die Gaußsche „Normal“-Verteilung. Zumindest in den entwickelteren Ländern. David Rockefeller, Milliardär und Bilderberger, ist mittlerweile 101 Jahre alt.

    Allerdings sterben auch die wohl früh (früher), die mit der Materie unbewusst hadern, bei denen im Schatten ein Kampf mit dem irdischen Sein tobt. Ist so mal meine Vermutung. Der „arme“, bescheidene Zen-Meister wird dagegen auch 100, im besten Fall, und entscheidet das sogar womöglich „selbst“. Auch ein komplexes Thema, mit dem wir Menschen uns auch nicht gerade gerne auseinander setzen. Denn irgendwie finden wir es ja alle hier irgendwie schön, „hängen“ am Leben, sind ja aus irgendeinem Grund am Leben, sind, wurden geboren, manifestiert worden, Mani-fest. Be (Sei).

    • Tja, da hat er uns all die Untergangsszenarien geschildert und nun ist er gestorben.
      Herzinfarkt. Sein Herz hatte es schwer in den letzten Jahren, soviel ist sicher.
      Erstens kommt es anders und zweitens als gedacht.
      So spielt das Leben.
      Vieles kann man nicht beeinflussen. Nur eines, die eigene Sicht auf die Dinge, das ist uns möglich. 🤗

  • Ein „neuer“ Stern am Firma-ment? Nicht ganz.

    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-bild-21024-2017-01-09-32315.html

    Das Verrückte dabei ist aber: Das ist schon vor 1700, wo anders lass ich 1800, Jahren passiert. An einem sehr weit entfernten Ort allerdings noch innerhalb unserer Galaxy, die Milchstrasse (Durchmesser etwa 100.000 bis 120.000 Lichtjahre). 1700, 1800 Jahre braucht von dort also das Licht, darum sagt man auch Lichtjahre, bis es bei uns hier auf der Erde ankommt. Das Ereignis selbst ist also schon vor fast 2000 Jahren passiert, und wir blicken wenn wir die Sterne betrachten buchstäblich immer in die Vergangenheit. Wir „sehen“ tatsächlich sogar immer nur die Vergangenheit. Selbst der Mond ist nämlich noch 1,3 Lichtsekunden entfernt, die Sonne im Durchschnitt 8,32 Lichtminuten. Ich schreibe im Durchschnitt, weil auch die Bahn der Erde um die Sonne elliptisch und nicht exakt kreisförmig, rund ist. Exakt rund gibt’s eh nicht, nirgendwo im „materiellen“ Universum, ausser in unserer Phantasie, mathematischen, geometrischen Theorie.

    Wir blicken in die Vergangenheit, sehen aber eine vergangene Gegenwart in der Gegenwart. Immer wieder, ein Beides zugleich. Ein Beides ist ja eigentlich ein Widerspruch. Wie der Tod und das Leben, Licht und Schatten, Dunkelheit, Finsternis, doch was ist dann „am Leben“ sein. Macht euch deswegen nicht verrückt, oder Sorgen. Im Traum (was ist träumen?), könnt ihr sie ja auch treffen, eure Liebsten. Oder was auch immer machen wozu ihr Lust habt.

    Sagt man 21, 22, dann entspricht das in etwa 1 Sekunde. Ein Photon, ein Lichtquant, das jetzt gerade aus der Sonne herausgeschossen wird braucht in etwa die Länge des folgenden Lieds, bis es bei uns ankommt.

  • Nicht ganz. Doch das ist ein Lied, das ich mag, und das etwas mit Ewigkeit für mich zu tun hat. Mit warten, Sehnsucht, Tränen, Wiedersehen. Mit dem Grund, warum ich „am Leben“ bin.

    • Sooo schön.
      Darum brauch ich ,Gott sei Dank nicht trainieren 🏋, um selbst mal aus dem All auf unsere Welt zu schauen, weil es so schöne Videos davon gibt. Und ich mir das alles sehr gut vorstellen kann. Träumen auch 😉
      💋

  • Hihihi, ausserdem sind ja eine Astronomische Einheit, 1 AE, 149.597.870 km, 8,32 Lichtminuten nicht das Gleiche wie 8:32. Da eine Minute ja nur 60, und nicht 100 Sekunden hat. Trotzdem der Wahnsinn, wie „klein“ und wie unendlich gross wir doch gleichzeitig sind. Ebenso wie das Ding, in dem wir uns befinden und gleichzeitig sind.

    Und wer mal schlafen möchte, ganz traumlos, „leblos“, mal seine absolute Ruhe haben will, braucht, der darf das auch.

  • 8 Minuten und 19 (19,2) Sekunden, habe ich darum eben gerade ausgerechnet.

    60 geteilt durch 100, ist gleich 0,6, und das dann mal 0,32 ergibt 19,2. Die 0,2 Sekunden sind dann aber tatsächlich 2 Zehntel Sekunden (oder 20 Hundertstel Sekunden).

    „Die mittlere Entfernung von Erde und Mond beträgt ca. 1,3 Lichtsekunden. Die Erde ist von der Sonne im Mittel ca. 500 Lichtsekunden bzw. 8,3 Lichtminuten entfernt. Die mittlere Entfernung zwischen Sonne und Neptun [der Planet vor Pluto] beträgt ca. 4,17 Lichtstunden. Der sonnennächste Stern [die nächste „Sonne“, hihihi, Wärmequelle, „Lagerfeuer“, „Hotspot“], Proxima Centauri, ist ca. 4,2 Lichtjahre entfernt.“

    Google Zusammenfassung/Kurzversion des Wikipedia Artikels Lichtjahr.

    Der Weltraum, das Universum, die Sterne, überhaupt Astronomie, auch das hat mich schon als Kind fasziniert. War darum mein erstes Buch, das ich von mir aus deshalb haben wollte. Mit 11 (ölf). Der dtv-Atlas zur Astronomie, des Deutschen Taschenbuch Verlags. Trotzdem unvorstellbar, die Entfernungen, Dimensionen, in der unser kleine Planet im Grunde durch die Nacht rauscht, wäre da nicht die Sonne, die uns begleitet. Oder wir sie, bei ihrer Reise in einer grossen Spirale um das Zentrum unserer Galaxy. Wenn sie nicht vorher mit einem anderen Stern kollidiert.

    Ein galaktisches „Jahr“ (GJ) ist darum finde ich eine irreführende Bezeichnung. 225 Millionen Jahre schätzt man dauert so eine Umrundung. Vor 225 Millionen Jahren sind hier noch die ersten Dinosaurier rumgehopst, auf der Erde (Trias).

    Mittlerweile 3 schwere Treffer (vor 225.000, 200.000 und 65.000 Jahren) hat die Erde womöglich während dieser Zeit abbekommen, und doch war keiner davon in der Lage, alles Leben auf unserem Planeten zu vernichten:

    http://www.wissenschaft.de/erde-weltall/palaeontologie/-/journal_content/56/12054/1208593/Massensterben-im-Meeresplankton-vor-200-Millionen-Jahren/

    • Ups, da habe ich etwas falsch geschrieben. Sind ja Millionen Jahre, in der letzten Klammer, nicht nur Hunderttausende. Also an jede Zahl noch einen Punkt und 3 Nullen dranhängen, dann stimmt’s. Eine Million hat nämlich 6 Nullen hinter der 1). Hihihi, ich sag ja, unvorstellbare Dimension. Darum muss man als Wissenschaftler auch immer sehr genau rechnen, denn ganz schnell hat man auch mal eine Null (der 3) zuviel oder zuwenig eingetippt. Ich benutze darum auf meinem Laptop einen Rechner mit 25 Stellen Anzeigegenauigkeit (Magic Number Machine). Gerade wenn man auch Dinge auf weltweitem, globalem Niveau ausrechnet ist das hilfreich, wegen der grossen Zahlen, mit denen man es da zu tun hat. Also auch, wenn es um die Weltwirtschaft geht, die globale Ökonomie. Oder den Weltenergieverbrauch. Mit Exajoule (EJ) musste ich erst neulich rechnen, als ich die angebliche Reichweite von Thorium überprüft habe. Denn wir müssen uns ernsthaft Gedanken machen, auch die Grünen, wie sie 7,5 Milliarden Menschen ernähren wollen, nur mit EE, Erneuerbaren Energien. Da sehe ich ziemlich schwarz, wenn wir nicht noch sparsamer werden und(!) trotzdem gleichzeitig Kernenergie verwenden. Das Problem der EE sind nämlich die hohen Kosten für die Konzentration und Speicherung, denn die Menschheit „fährt“, operiert derzeit auf einem etwa 10 mal höheren Energieniveau wie ohne fossile Brennstoffe oder Kernkraft möglich. Das Migrationsproblem, die Massenwanderung hungriger Menschen hätten wir daher so oder so früher oder später bekommen, nicht nur womöglich als Weapon of Massmigration. Das Jahr 2015 ist daher der Beginn von noch was ganz anderem, was wir bisher auch verdrängt haben, nicht wahrhaben wollen:

      „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.“ Bertolt Brecht

    • 🌎🌗🌞⭐️ Astronomie hat mich zum Klauen verleitet 😆.
      Es gab so eine tolle Karte / Drehscheibe des Nachthimmels mit allen Sternbildern drauf im Astronomieunterricht. Die hab ich nach der Schule einfach behalten.
      Ui Ui
      Und in meiner zweiten Wohnung hab ich mir mit kleinen Fluoriszierenden Sternchen mein Sternbild an die Schlafzimmerdecke geklebt. Heute schaue ich bei meinen Kindern auf imitierte Sternenhimmel.
      Mache ich mir selbst auch endlich, sage ich mir dann jeden Abend. Ist sehr schön, Sterne gucken beim Einschlafen.
      Darum auch damals mein Geschenk. 😉

    • Ich hab mir vor Kurzem „Die illustrierte Kurzgeschichte der Zeit“ gekauft (auf wärmste Empfehlung von Johannes, mein Dank) das wäre verständlich verfaßt für nicht Geleehrte, bin ich ja nicht, passt :) So dachte ich.
      Aber ich kann das nicht lesen, mir paßt das nicht.
      Obwohl es um unendliche Weiten geht, kommt es mir vor als hätte das einer mit Tunnelblick geschrieben.
      Ich komm aber, wie Du weißt, schon nicht mit der allgemeinen Relativitätstheorie klar.
      Aus gutem Grund. Man kann Absolutes nicht plötzlich knicken nur weil man sich Skalen dafür erdenkt um Ordnung im Kleingeistlichen zu bewahren (mit H, nehm ich an, weil man die Ordnung der Ware bewahrheitlicht 😀 ) sei es drum.
      Ich gehe davon aus, daß im All auch „sowohl als auch“ Geltung hat.
      Merkwürdig wäre es nicht so.
      Was streitet man da um Gravitation und Fliehkraft oder was auch immer. Die verschiedenen Theorien weisen Abweichungen/Unregelmäßigkeiten auf, was für ein Wunder,
      ein Ganzes wird es nur zusammen.
      Hier nochmal das Zitat, obwohl ich nicht häufig zitiere aber das ist so geil weil es umfassender in dieser Kürze und kürzer mit diesem Umfang gar nicht treffender hätte sein können:
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ Aristoteles (nie von ihr gehört) 😀

      Das Phänomen der „schwarzen Löcher“ der „Raumknickung“ / „Zeitknickung“ usw ist nichts weiter als das Entstehen/Vorhandensein von beschleunigter Energie (so wie auch der verlangsamter Energie/ Schwerelosigkeit? Keine Ahnung, es puzzelt noch 😉 )
      Beispielsweise durch das Gegeneinanderwirken- aufreiben zweier gleicher Kräfte wie die Wirkungskreise zweier gleichgepolter Magneten, die sich gegenseitig abstoßen oder zweier angrenzender Kräfte, wie die Wirkungskreise zweier Magnete, die sich gegenseitig anziehen würden. Ja, egal was es ist. es ist perfekt, so wie es ist.
      Man braucht nicht alles zu verstehen.
      Sonst käme man ja aus dem Staunen raus, ne :)

      • Das Phänomen der schwarzen Löcher und ihre unglaubliche Anziehungskraft ist in der Tat auch für mich ein unfassbares, unbegreifliches Phänomen. Erst ziehen sie alles in die Länge, was ihnen zu nahe kommt und dann saugen sie es einfach in sich hinein, auf nimmer Wiedersehen, gibt’s kein Entkommen. Dabei krümmen und winden sie sich, biegen sie sich im Raum, als gäb’s kein morgen und am Ende ist dann alles wieder ruhig, so wie wenn nichts gewesen wäre. Was für ungeheuerliche Kräfte da wohl wirken. :)

        • Alles ist Energie. Energie fließt.
          Das hab ich doch von Dir :)
          Hatte ich schon bevor es sich für mich bewahrheitet hat.
          Bleiben wir doch dabei.
          Mit Energie kennst Du Dich aus.
          Was da wirkt und wie befindet sich schon in Deinem Wissensschatz.

        • Die verschiedenen „Krümmungen“ also der Verlauf dieser Soge, Rutschbahnen entstehen natürlich dadurch, daß sie sich ihren Weg zwischen vielerlei Energiekreisen hindurch bahnen um genau zu sein bekommen sie durch diese ganzen Wirkungsfelder, Energieanschub, wenn Du so willst.

  • Hahaaaaa, geil. Geflucht wie ein „Bauarbeiter“, wie ein mexikanischer Landarbeiter (peón) habe ich nämlich schon als Kind. Von denen habe ich es nämlich gelernt, mir wohl abgeschaut. Hat nach meiner Einschulung in Mexiko City nach der Farm im Busch von Veracruz anfangs erstmal zu Irritation und deswegen auch einem Eintrag in’s Zeugnis geführt.

    http://www.spiegel.de/karriere/studie-fluchen-ist-ein-zeichen-von-ehrlichkeit-a-1129566.html

    Lese gerade übrigens, das Veracruz Wahres Kreuz bedeutet, mit vera wie auch bei la verdad (Spanisch) oder veritas (Latein) für Wahrheit und cruz für Kreuz. Denn Veracruz heisst auch der ganze Bundesstaat am Golf von Mexico, nicht nur der berühmte Puerto, der Hafen von Veracruz, also die Stadt direkt am Meer, von der auch schon einige historisch bedeutsame Ereignisse ausgingen. Die 2700 Hektar grosse Farm lag aber weiter im Inland in der Nähe von Álamo am Fluss/Rio Tuxpan, also das Städtchen, was wiederum nördlich von Poza Rica (de Hidalgo) liegt, eine Erdölstadt. Ein pozo ist nämlich ein Brunnen, eine poza/fosa eine Mulde/Grube, rico/rica bedeutet reich (fotzo, Fotze? Wer weiß 😀 ).

    Nein, ich fluche heute nicht mehr am laufenden Band, benutze nicht ständig unflätige Worte, das hat man mir damals dann recht schnell abgewöhnt. Waren ja ansonsten fast nur Kinder elitärer deutscher und mexikanischer Kreise dort an der Schule, bis hin zur Tochter des Präsidenten. Trump, der Schlingel, beziehungsweise seine Hintermänner, haben sich das aber lediglich bei uns abgeschaut, bei Wahre Männer. 😉 Oder es liegt am Zeitgeist, dass die Menschheit jetzt mal langsam miteinander Tacheles reden muss, wie der ganze Wahnsinn denn jetzt weiter gehen soll. Denn auch Reichtum, sobald geplündert und zerstört wird, ist dann ganz schnell aufgebraucht, verbraucht, und dann will ich mal die ganzen „Fachkräfte“ sehen, wie sie ratlos vor den Maschinen stehen, die sie dann nämlich gar nicht bedienen können. Es ist ja unser Geist, unsere Bildung, unsere Arbeit und Disziplin, das mühsame Beackern der Scholle, im Gegensatz zu den Nomaden, was auch uns Deutsche wohlhabend gemacht hat, wohlhabend macht, und weniger der Diebstahl oder das simple Abgrasen und Weiterziehen. Von Diebstahl spricht daher auch nur der Dieb, der nämlich deshalb auch überall nur Diebe sieht, weil er von sich selbst ausgeht. Weil er eben nichts anderes kennt, so wie auch der Islam oder der Kommunismus. Beide darum bisher hauptsächlich geplündert, umverteilt, Exploitation betrieben haben. Und sei es auch nur das Erdöl unter ihren Füssen. Umverteilung, davon sprechen darum auch gerne die Kommunisten. Kommunismus, das Judentum, der Islam, der Nahe Osten und die Sklaverei. Erkennt jemand die Gemeinsamkeit? Die gemeinsamen Wurzeln? War den Katholiken, Christen aber verboten, doch schon die Anglikaner, erst britische und dann auch nordamerikanische Protestanten sahen das anfangs, die ersten Jahrhunderte weitaus weniger problematisch nach ihrer Abspaltung vom Katholizismus. Seit dem ich das übrigens alles weiß sehe ich die Katholiken in einem weitaus weniger schlechten Licht, als sie seit 500 Jahren durch die Medien seit Gutenberg von ihren Gegnern dargestellt werden. Darum wurden auch nach ’45 und werden auch die Deutschen in Zukunft wahrscheinlich nicht ausgelöscht, sondern versklavt.

    Wie die Slawen, die darum ja auch Slawen heissen. Slaves.

  • Es ist nämlich auch sehr interessant, sich mal mit der wahren Geschichte der Sklaverei auseinander zu setzen.

    Welche Völker und Religionen sich dabei ganz besonders hervorgetan haben.

    (Sehr geile CD, zu der man teilweise auch tanzen kann):

  • Und noch eine weitere, dritte Gruppe, auch traditionell Nomaden, haben immer wieder Überfälle auf und Plünderungen und Sklaven in Europa gemacht und diese dann entführt, in Europa gebrandschatzt, Raubzüge verübt:

    Die Mongolen.

    Den weissen Mann und/oder die Katholiken daher anzuschwärzen, dass hat schon lange Tradition, ist aber Propaganda, doch von wem könnte die dann wohl sein? In Europa? Dahinter stecken vor allem Juden, Protestanten und Anglikaner.

    Vorsicht also mit allem was ihr wie selbstverständlich glaubt. Selbst über den 1. und 2. Weltkrieg, den Holocaust oder die Inquisition, die Kolonialzeit oder die transatlantische Sklaverei.

  • Ah ja, wieder was gelernt. Die Hunnen, das war 1000 Jahre vor den Mongolen. Die Expansion der Mongolen nach Europa war so um 1200 bis 1250 nach Christus, und erst ganz zum Ende der Herrschaft Dschingis Khans über Asien.

    • https://www.youtube.com/watch?v=Mb7TBpQntQg

      Tibeter, kauft (und esst) nicht bei Chinesen. Kommt mir irgendwie bekannt vor.

      Eigentlich geht es in dem Clip aber um die Unterschiede von Ziel, Strategie und Taktik.

      Deswegen wird darin auch Dschingis Khans berühmter General Subutai erwähnt, der Europa und Russland das fürchten lehrte. Kublai Khan dagegen war Dschingis Khans Enkel, der aber erst in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts über das riesige Reich der Mongolen herrschte, also erst und schon nach den Angriffen auf und Plünderungen in Osteuropa.

      Dementsprechend könnten es die Hunnen 1000 Jahre zuvor gewesen sein, welche die Vandalen aus Zentraleuropa („Deutschland“, „Germanien“) weiter nach Westen auf ihre grosse Westeuropa- und Nordafrikatour, Rundreise 😀 gegen den Uhrzeigersinn getrieben haben. Doch auch die Vandalen kamen später dorthin zurück, grösser und mächtiger als je zuvor, von wo sie aus wahrscheinlich vertrieben wurden. Doch erst, nachdem sie erst auch Karthago und später dann noch Rom, das Römische Imperium unterworfen haben. Hihi, so scheisse kann darum Deutschland gar nicht sein.

  • Hier noch etwas schönes, geschöntes zum Sonntag. Die, wie einem recht schnell klar wird, idealisierte Geschichte des berühmten doch wahrscheinlich auch berüchtigten Mongolen Fürsten Dschingis Khan als Film, wie er sie wohl selbst hat aufschreiben und verbreiten lassen. Interessant aber mal die Landschaft und Lebensumstände dieser Völker der Steppe zu sehen, die denen der Völker des Nahen Ostens doch recht ähneln, bis auf die Temperaturen und das Thema Wasser. Damals zogen auch noch nicht motorisierte Heere mit Millionen Soldaten gegeneinander in den Krieg, in die Schlacht, sondern nur mehrere Zehn- bis maximal um die Hunderttausend Mann, lebten auf der ganzen Erde nämlich nur um die 350 Millionen Menschen, heute jedoch bereits 20 mal so viele (wobei der amerikanische Kontinent und andere eher unwirtliche Regionen damals noch sehr dünn besiedelt waren, im Zeitalter der sogar noch präfossilen Energieträger).

    Mit etwas Phantasie erkennt man in den Mongolen übrigens auch die Ureinwohner Nordamerikas wieder.

    Ein Film für echte Romantiker:

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