Warum du beim Dirty-Talk niemals das Wort „Hoden“ benutzen solltest

„Hoffentlich liest das keine!“, schrieb mir Gerno, mein Partner in Crime. Dazu ein Link.
Geklickt. Geschaut. Oh, ein neues Frauenmagazin. Nennt sich Himate. Wie schön.  

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„Baby, das war’s!“

Dein Weg zur Dirty-Talk-Großmeisterin“, heißt der Artikel auf den mich Gerno lockte. Mein erster Gedanke: Entweder du bist eine Dirty-Talk-Großmeisterin oder du bist keine Dirty-Talk-Großmeisterin. Bist du keine, kannst du dich auf welchen Weg auch immer machen, du wirst nie aus der Amateurliga herauskommen.

Dirty-Talk muss aus einem schmutzigen Mädel kommen, und schmutzig wirst du nicht, indem du dich an einem regnerischen Tag beim Lollapalooza-Festival im Schlamm suhlst; entweder bist du schmutzig oder du bist nicht schmutzig.

Dirty-Talk muss ehrlich sein, gespielter Dirty-Talk ist nicht mehr wert, als das Gestöhne einer Hure. Gerade für Frauen auch nicht zielführend. Frauen sollten beim Sex abschalten können. Wenn sie erst groß überlegen müssen, was für ein ach so schmutziges Wort sie als nächstes raushauen, oh je, oh je, bye, bye Orgasmus.

Und Mann: Sicher könnte ich dir eine „10 Dirty-Talk-Sätze, mit denen ich meine Mädels nass labere“-Liste schreiben.
Nur: Die würde dir – außer guter Unterhaltung – nix bringen. Beispiel: Die Frage „Naaa, gefällt dir das, du kleine Drecksfotze?“, kam und kommt bei meinen Mädels stets gut an. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sie auch für Begeisterungsstürme sorgt, wenn du sie stellst. Beim Dirty-Talk musst du deine eigene Sprache finden und sie an deine Partnerin anpassen. Ich hatte das Glück, dass ich mich bei keiner Frau umstellen musste, weil sie alle Säue waren, es kann aber gut sein, dass du auch mal an eine Verklemmte gerätst, der die Größe fehlt, sich „Fotze“ nennen zu lassen.

Okay, soviel zum Grundsätzlichen. Dann lese ich mal.
„Oh ja, du ungezogener, kleiner Lüstling! So mag ich es. Mehr! Mehr! MEHR!“
Moment Mal. „Kleiner Lüstling“? Von wann ist dieser Text? 1956? Wer ist die Autorin? Beatrix von Storch? Hm. Faszinierend. Lasst mich erst mal den ganzen Text lesen, ich melde mich gleich wieder.

So, zurück im Spiel. Ich verstehe Gernos Sorge –  „Hoffentlich liest das keine!“ –, aber ich teile sie nicht. Ich hatte mit etwa 500 Frauen Dirty-Talk und nun ratet mal, wie viele von denen es nicht drauf hatten?
Eine. Nur eine. Gut, das wird auch damit zusammenhängen, dass ich schmutzige Mädels anziehe, wie George Michael Bahnhofsstricher, dennoch halte ich die meisten Frauen für so natürlich versaut, dass sie keine Anleitung zum Dirty-Talk brauchen.

Um gut zu sein, egal in was, müssen sich Frauen wohl fühlen. Der richtige Partner ist dabei kriegsentscheidend. Es kann sein, dass Lena mit Basti „voll den schönen Kuschelsex“ haben kann, sich aber nur von Marc im Bett als „mieses Miststück“ „beschimpfen“ lassen möchte.
Ich hatte einige Mädels, die in Sachen Dirty-Talk jungfräulich waren, einfach, weil sie vor mir nicht den passenden Partner für die richtig schmutzigen Worte, Sätze, Fantasien und Spiele gefunden hatten.

Aber okay, lasst uns mal gemeinsam reinlesen, in „Dein Weg zur Dirty-Talk-Großmeisterin“. Ich habe drei Passagen gefunden, die ich so bemerkenswert finde, dass ich sie mit euch teilen muss:

1. „Damit kommen wir zur nächsten Herausforderung: Lern Vagina, Penis, Klitoris, Hoden – und womit auch immer du noch spielen möchtest – auszusprechen, ohne dabei knallrot anzulaufen.“

Ach du meine Güte! Frage: Worin genau liegt die Herausforderung das Wort „Hoden“ auszusprechen? Oder Vagina? Penis? Oder Klitoris?
Nächste Frage: Wofür genau sollte man die Worte Vagina, Penis, Klitoris, Hoden lernen auszusprechen? Für den Sexualkundeunterricht in Klasse III?
Mensch, Mädel, es heißt, DIRTY-Talk, DIRTY, verstehste? Nicht Sober-Talk! D I R T Y !
Woman with her fingers in her ears
2. Es lohnt sich eigene Worte zu erfinden. Gemeinsam. Für alles! Wenn ihr dann irgendwann Analsex „die Gurke im Gemüsefeld vergraben“ nennt, ist das nicht peinlich – es ist eben eure Art, euch auszudrücken.
Möchtest du denn, dass sie im Gemüsefeld vergraben wird? Es ist nämlich voll okay, wenn es nicht so ist! Vielleicht möchtest du, dass das Gemüsefeld vorher etwas gestreichelt wird, oder dass die Gurke nur sehr, sehr langsam ihren Platz im Erdreich findet?“

WAS soll ich vergraben? Eine Gurke?! Und WO? Im Gemüsefeld?! Ich bleib’ dann mal im Garten und sage: Ich glaub’ es hakt!
Nichts gegen eigene Worte, die „irgendwie irre niedlich“ sind, so nennen mein Mädchen und ich „Kuscheln“ zum Beispiel „Poku“ (Power-Kuscheln), „Komm Poku machen!“, ja, voll süß, aber dieser Kindergartenslang hat doch nix mit Sex, geschweige denn mit Dirty-Talk zu tun!

Und noch was, Männer: Fragt NIEMALS, hört ihr, NIEMALS, ob ihr „eure Gurke im Gemüsefeld vergraben“ dürft. Vergrabt sie einfach! Gut, beim Analverkehr solltet ihr schon wissen, ob sie es möchte, aber so etwas spürt man, oder weiß es vorher.
Mal merken: Frauen wollen keine Fragesteller im Bett, Frauen wollen auch keine Bittsteller im Bett. Frauen wollen Ansager und Macher im Bett.
Dirty Talk - Marlon Brando
3. „Du hast deine Sprache gefunden, bekommst was du willst und genießt es, während des Sex laut „Kraul den Bären“ oder „Stängel mich, stängel mich!” zu schreien? Dann wird es Zeit, die frohe Kunde in die Welt hinauszutragen!“

„Kraul den Bären“?! „Stängel mich, stängel mich!”?! Lord have Mercy! Ganz ehrlich.
Was Klaus Kinski wohl mit einer „Stängel mich, stängel mich“-Frau gemacht hätte? Egal was er gemacht hätte, er hätte alles Recht dieser Welt dazu gehabt.

Oh Mann. Hilfe, Hilfe!
Hab’ eben mal auf der Himate-Seite geschaut, was die Autorin Anna Christin Koch sonst so treibt. Sie schreibt über Feminismus. Ach so! DA liegt also die Gurke im Gemüsefeld begraben.
Keine weiteren Fragen.

Mehr zum Thema: Dirty Talk: „Gib mir Tiernamen!“ Oder so. Ein paar Zeilen über verbale Erotik

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