Richtig streiten: „Arschloch!“ – „Selber!“

Wie Ihr wisst, bin ich ein glühender Anhänger der magischen Anfangszeit einer großen Liebe. Unter anderem auch, weil sie sich so gut mit meiner Harmoniesucht verträgt. Es gibt keinen Streit, ja, mehr noch, der Gedanke sich überhaupt jemals mit einer Frau aus der magischen Anfangszeit zu streiten, ist in den ersten drei Monaten geradezu unvorstellbar.

Richtig Streiten

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„Baby, das war’s!“

Aber dann … Aber hey … Na, und? Streit ist nichts Schlimmes, er bedeutet nicht, dass es mit der Beziehung dem Ende entgegen geht. Im Gegenteil: Streit kann auch eine Chance sein; kann befreiend wirken. Ewiges Runterschlucken tut beiden Seiten und damit der Beziehung nicht gut. Es sei denn: Sie tut es. Und dann hat es auch eher mit Körperflüssigkeiten zu tun und ist eine ganz andere Geschichte. Also los …

Richtig streiten – So funktionierts …
 
Machs mit ihr allein aus!
Nein, es ist nicht cool, seiner Freundin in der Öffentlichkeit einmal gehörig die Meinung zu sagen! Dem männlichen Schlichter, der draußen grundsätzlich auftaucht, auf die Fresse zu hauen, ebenfalls nicht.
Auch Eltern oder Freunde sind keine gute Gesellschaft sobald Streit ansteht.
Heißt: Auch wenn Dir das Messer in der Tasche aufgeht – warte ab bis ihr allein seid. Alles andere wäre hochnotpeinlich.
 
Achte auf Dein Timing!
A ja, Deine Freundin wurde heute Morgen aus ihrem Traumjob gekickt, das anschließende Frustshopping brachte auch nichts, da das scharfe Teil, welches Du ihr eigentlich schon längst hättest besorgen sollen, ausverkauft war und zu allem Überfluss brach ihr auch noch ein Fingernagel ab? Tja, dann solltest Du ihr vielleicht nicht gerade heute vorwerfen, dass sie schon wieder Deine Lieblings-Chucks in der Waschmaschine von genau dem Dreck befreit hat, den Du ihnen mühsam antrainiert hast.
Hab Geduld! Morgen sieht die Welt schon wieder anders aus. Oder übermorgen.

Hör zu!
Auch wenns schwer fällt: Sei tapfer und hör Dir ihren Standpunkt an; lass sie aussprechen. Hey: Wer weiß, vielleicht kommt ja sogar mal etwas Vernünftiges aus ihrem Mund.
 
Kein Augen-Rock ’n’ Roll!
Sicher: Sie nervt! Gerade jetzt! Nur zeigen solltest Du ihr das nicht. Wink nicht ab, verdreh nicht die Augen und vor allem: Halte Dein arrogantes Grinsen im Zaum!
 
Sei still!
In einer Beziehung sollte nur einer schreien, und das ist sie! Und auch nur, weil Du es ihr gerade ganz fabelhaft besorgst. Im Streit hat Gebrüll nichts zu suchen. Schreien ist ein Zeichen von Schwäche. Wer schreit, hat nichts zu sagen. Kleine Kinder brüllen und Hitler brüllte, das sagt jawohl alles.

Bleib bei der Sache!
Verzettle Dich nicht! Heute geht’s um diesen Typen, der sie ständig auf Facebook anbaggert. Und nur um den! Nicht darum, dass sie gestern ohne Dich die „Ohne Höschen-Minirock“-Saison eingeläutet hat. Ja, ich weiß, das Thermometer zeigte gerade mal 3Gradplus – egal!
Und wenn sie Dir wiederum vorwirft, selbst den „übelsten Fickbratzen auf die Titten zu glotzen“ ist es zwecklos sie daran zu erinnern wie sie damals, im Frühling 06 Deinen nagelneuen Parkettboden mit ihren Pfennigabsätzen in einen Schweizer Käse verwandelte.
Diese von der Täter- in die Opfer-Rolle-Schlüpferei kommt nie gut an. „Ja, du hast aber auch …“ ist Kindergartenniveau. Stell Dich dem Vorwurf wie ein Mann.

Werde nicht persönlich!
Sätze wie: „Eher legt sich ein Hund einen Salamivorrat an, als dass Du bei einem IQ-Test in den dreistelligen Bereich vorstößt!“ sind zwar verhältnismäßig lustig, aber auch kontraproduktiv. Sie wird kontern. Wenn auch meist weniger lustig, zugegeben. Aber Du befindest Dich ja auch nicht in einem Spaßvogel-Contest, sondern im Streit. Mit persönlichen Angriffen torpedierst Du ihr Selbstbewusstsein. Und das ist bei Frauen meist eh nicht sonderlich ausgeprägt (auch wenn sie so tun als ob). Sie wird sich fragen: „Ja, wenn ich wirklich so scheiße bin, was will der Sack dann von mir?!“ und schauen, wer sonst noch so rum läuft. Und dann ist das Gejammer groß. Bei Dir.

Sei vorbereitet!
Streit ist Krieg! Und in den würdest Du auch nicht unvorbereitet ziehen. Überlege Dir vorher, womit sie kontern könnte. Und stell Dich bei pauschalen Vorwürfen vor allem auf einen Satz ein: „Ach ja?! Dann nenn mir doch bitte mal ein Bespiel!“
Sei wach im Geiste, klar im Kopf! Deine Argumentationskette wird mit ’ner Flasche Wodka im Schädel zwangsläufig eklatante Schwächen aufweisen. Und das Schlimme dabei: Sie weiß es, Du nicht.
Richtig mit seinem Partner streiten

Komm auf den Punkt!
Es gibt angenehmeres als Streiten. Deshalb wollen wir das Ganze nicht unnötig in die Länge ziehen. Auch wenn Du Dich in Deiner Brillanz gern reden hörst, solltest Du Deinen Vorwurf kurz und knapp formulieren. Das hätte auch den Vorteil, dass sie Deinen hochgeistigen Ergüssen folgen und vor allem auch etwas drauf erwidern kann bevor der Morgen graut.

Bewahre Stil!
Klar, Dir als coole Sau fallen gerade im Streit unheimlich originelle Schimpfworte ein. Doch weder „Evolutionsbremse“ noch „Hauptschulgesicht“ oder gar „Laternenschlampe“ bringen Dich ans Ziel. Das gleiche gilt für Spott, Sarkasmus und Zynismus (auch wenn Du zu den wenigen Menschen gehörst, die den Unterschied kennen.)
Grundsätzlich gilt: Verletzte Deine Liebe nicht vorsätzlich.
 
Lass Die Finger von Ihr!
Rühr sie im Streit niemals an! Auch nicht wenn ihr die Hand ausrutschen sollte nicht!
Reagiere blitzschnell, greif mit deiner Linken ihre Hand bevor sie deine Wange erreicht. So wie Bud Spencer damals. Glaub aber im Affekt nicht, Du seist Bud Spencer, denn dann müsstest Du sie mit der rechten Faust in den Boden stampfen und das geht natürlich nicht.
 
Steh drüber!
Nehmen wir einmal an, Deine Freundin war nicht so schlau, diesen Artikel zu lesen. Im Gegensatz zu Dir weiß sie also gar nicht wie Streiten funktioniert. Sie macht all die oben aufgeführten Fehler. Beschimpft Dich zum Beispiel als „Schlampen-mehrmals-Ficker!“. Was tust Du? Ihr zu ihrer gelungen Internetrecherche gratulieren? Natürlich nicht. Wir wollen doch nicht spöttisch werden. Bleib sachlich. Bitte sie, sachlich zu bleiben. Lass Dich keinesfalls provozieren. Krampfhaftes Gegenhalten führt Dich in eine Welt in die Du gar nicht willst. Eine Welt voll irreparabler Schmerzen und Verletzungen.

Biete Lösungen an!
Vorwürfe bringen Dich nicht weiter. Du möchtest ja etwas erreichen. Habe also die eine oder andere Lösung für die Zukunft in petto.
Zum Beispiel diese hier: „Wenn Du mich das nächste Mal betrügst, sag mir bitte wann und wo, ich würde das Ganze gern filmen um es auf „You Porn“ zu stellen, damit jeder sieht mit welchen Dönerfressen du mich betrügst!“
Nein! So natürlich nicht. Besser wäre herauszufinden, warum sie Dich betrogen hat. Wahrscheinlich weil Du ihr nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt hast. Klüger wäre also: „Ich gebe meinen Job auf, trenne mich von all meinen Freunden, ja, auch den Pokerfreunden und verbrenne feierlich meine Dauerkarte fürs Stadion, um nur noch für Dich da zu sein!“
Oder so ähnlich.

Schon Goethe wusste: „Was nicht umstritten ist, ist auch nicht sonderlich interessant.“ Und das, obwohl er Deine Freundin, Deine Frau gar nicht kannte. Wenn Du über obige Brücken gehst wird es Dir gelingen Deine handfesten Streits in konstruktive Auseinandersetzungen zu verwandeln. Und mit etwas Glück wirst Du Dich schon bald fragen: „Ist das wirklich meine Beziehung oder das Happy End eines Rosamunde Pilcher Films?“

Mehr zum Thema? Hier: Weniger streiten: Ratgeber für die streßfreie Beziehung

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63 Comments

  • Sehr schön. Aber wo ist denn jetzt der Lösungsorientierte Ansatz? Nicht brüllen, ok. Nicht beleidigen, ok. Sollten auch Grundvorraussetzungen sein (nicht realistisch, ist mir schon klar, aber SOLLTEN) Aber was dann? Wohnung verlassen? Gespräch vertagen? 😉

    • Leider haben sich meine Eltern sehr oft und heftig gestritten. Das hat mich als Kind fix und fertig, kaputt gemacht, traumatisiert. Damals wusste ich ja noch nichts über Menschen mit LSE. Bei der Scheidung nach 16 Jahren Ehe habe ich mich dann trotzdem für meinen Vater entschieden. Zwei Wochen vor ihrem Tod hat mir 2001 meine Mutter im Zorn noch gesagt, dass sie es mir nie verzeihen wird, dass ich sie verlassen habe und zu meinem Vater gegangen bin. Mit meinem Vater habe ich natürlich dann auch oft streiten müssen, auch er war ja anfangs nicht gerade ein Mensch mit viel Selbstvertrauen und damit Vertrauen in mich und in das Leben. Das kam erst mit der Zeit, als er nach der Scheidung immer Erfolgreicher und Wohlhabender wurde. Aber natürlich war das auch bei ihm lediglich Kompensation für seine unterschwelligen Minderwertigkeitskomplexe. Beides hat dazu geführt, dass ich (sich) nie ein stabiles, eigenständiges Selbst bei mir entwickeln konnte, ich mich Jahrzehnte lang immer nur gefragt habe, wer ich denn bin und was ich will, was ich hier soll und wofür ich überhaupt da bin, gut bin. Mein ganzes Leben war immer nur eine Suche, ein Studium Generale der Welt und des Lebens, ein (mein) Experiment an und mit Menschen, an mir und mit mir und mit dem Leben selbst. In ganz ruhigen und entspannten Momenten voller Eigenliebe und grenzenlosem Gottvertrauen fühle ich mich deshalb jetzt manchmal wie ein Diamant, den man erst 48 Jahre lang schleifen musste, um ihn zu vollenden. Ich bekomme jetzt immer öfter die Liebe und Anerkennung, nach der ich mich ein Leben lang gesehnt und nie würdig gefühlt habe. Denn Mut, mich in meiner ganzen Verletzlichkeit zu zeigen, in meiner Unvollkommenheit, in meiner Unsicherheit und Bedürftigkeit. Aber eben auch in meiner Schönheit, meiner Genialität und Kreativität, meiner Macht und Demut, eben mit all meinen Schwächen und Stärken. Sobald man das alles an sich und auch in allen anderen erkennt gibt es keinen Streit mehr. Dann passiert etwas anderes, etwas ganz anderes, zu schön, um von den meisten Menschen geglaubt, angenommen werden zu können.

      • Ja.
        :)
        Streiten? Kenne ich kaum. In den ersten 10 Jahren nicht. 😀 danach? Kann mich nicht erinnern. Dieses Drama , welches Olli beschreibt kenne ich nicht.
        Keine Streitkultur? Kann sein, aber
        Warum auch.
        Den anderen verstehen und akzeptieren und lieben.
        Weil jeder, wie man selbst ist.
        Jeder seine Ängste, jeder seinen Zauber hat.
        Und wenn man unterschiedlicher Meinung ist?
        Ist sicher auch mal vorgekommen.
        Dann hilft Verständnis, welches man gibt und entgegengebracht bekommt. :)

  • Ich bin ja auch so ein Harmoniesüchtling, und vor allem so gar nicht nachtragend.
    Hauptproblem bei Streitereien mit den Frauen war für mich immer, dass sie jedesmal irgendwelche asbach uralten Vorwürfe und Verfehlungen vorgeholt haben, die halt passiert sind. Was soll man dazu dann sagen? Prima vom thema abgelenkt, das geht gegen mich wohl zu leicht….

    Aber mal ehrlich, könnten Frauen beim Streit nicht einfach mal ein wenig mehr Mann sein? Einfach mal das, was war beiseite lassen, es sogar einfach vergessen und sich sachlich, ruhig und konzentriert auf das Thema konzentrieren? Hach, wie herrlich könnten dann Beziehungen doch sein!

    • Nein. Können viele leider nicht. Grund: Wir haben – meist – die besseren Argumente, deshalb MÜSSEN sie mit Stories von Siebzehnhundertdolfzig kommen, weil sie nichts anderes haben, was sie gegen uns verwenden könnten.

      • Hört sich natürlich voll Chauvinistisch an, aber es ist leider die Wahrheit. 98% aller Frauen sind nicht in der lage sachlich zu diskutieren und schon gar nicht zu streiten.
        Da kommt wohl auch zu oft das kleine Mädchen in ihnen durch, das Angst hat, das man ihnen die Puppen wegnehmen will.

      • Blödsinn. Das hat mit Argumenten nix zu tun. Geht jemand fremd, ist er ein Arschloch.
        Wir Frauen ‚trennen‘ uns länger. Wenn eine Frau bei einem Streit, immer wieder auf alte Verletzungen zu sprechen kommt, befindet sie sich im Trennungsprozess. Jeder, egal ob Mann oder Frau, der sich und sein Verhalten beobachtet und in sich ruht, wird sein Glück nicht vom Partner abhängig machen und somit in der Lage sein, sachlich, ruhig und lösungsorientiert über Probleme zu sprechen oder zu streiten.

    • Nee..weil viele Frauen hundert Jahre nicht sagen was sie stört oder ärgert …und wenn dann mal Streit kommt holen sie ALLES raus ..und Mann weiß gar nicht was nun eigentlich los ist.

  • Okay ..das sind dann richtig doofe Zicken ;-).
    Viele Frauen neigen auch dazu ihre eigene Unzufriedenheit (mit sich und ihrem leben) auf den Mann zu projizieren ..und dann ist er Einfall mal an allem Schuld ..und auch an allem was die letzten Jahre so passiert ist .

    • Mal ehrlich, dann sollen die sich nen Lollie nehmen, sich Zöpfe flechten und zurück in den Sandkasten.
      Aber so ist es auch kein Wunder, dass man als gestandener Mann lieber davon absieht eine langfristige Beziehung mit einer Frau zu führen…..ich will ja schließlich mit Erwachsenen sprechen 😉

      • Dazu kann ich erst was sagen wenn ich weiß wie alt diese Frauen waren 😉 ist nämlich wirklich oft ne frage des Alters 😉

      • Ich suche mir immer Frauen um und bei in meinem Alter, eher noch ein bis zwei Jahre mehr als ich auf dem Buckel habe. Die letzten betreffenden waren somit 25 und 28.
        Und, so leid es mir tut, aber ich war auch mti 16 schon in der Lage sachlich und gesittet zu diskutieren und zu argumentieren.

  • Frauen sind da aber anders 😉
    Und (ich weiß Herr Flesch ist da nicht meiner Meinung 😉 ) ab 30 werden Frauen erst ‚entspannter‘ .. Wobei ich zugeben muss , einige werden es nie !!!

  • Hey , warum wurd meine Antwort nun nicht gezeigt ??
    Ich versuche es nochmal :-(

    Also Jungs ..ihr bringt mich zum grübeln !!
    Bin ich eine Ausnahme ???
    Ich hole seit Jahren keine alten Kamellen raus ..abgegessen ..fertig !!!
    Und ich sage gleich was mich stört ..einmal ..vielleicht zweimal ..und wenn es sich nicht ändert , denke ich mir : okay, er muss auch mit einigen meiner Macken leben 😉
    Es sei denn es ist etwas ernsthaft schlimmes

      • ist nicht so schwer. Heißt einfach nur, dass so ziemlich jede Frau von sich behauptet die große Ausnahme zu sein, so verträglich, so anders….nur damit dann nach nem halben Jahr oder so feststellt, dass es doch wieder der selbe alte Stiefel ist.

  • Ah.. Okay 😉
    Nö, weiß schon das ich reichlich weibliche Macken habe 😉 aber beim Thema Streit bin ich echt so ..warum sollte ich dich anlügen ?

  • Streit ist ja nicht gleich Streit.
    Wenn ich mich streiten will, dann fluche und schreie ich auch und kann dann auch sehr persönlich werden.
    Aber wenn es was Wichtiges ist, dann bin ich durchaus in der Lage relativ sachlich und vorausschauend zu diskutieren. Und dann hol ich auch keine alten Geschichten hervor, da die garantiert schon besprochen sind.
    Was aber, um ehrlich zu sein, bei einem Streit „desstreitenswillen“ auf jeden Fall passiert, immerhin will ich ja dann provozieren.

    • Hast du schon mal zwei frisch verliebte auf der Strasse gesehen, die streiten? Wenn du die fragen würdest, ob sie sich seit dem kennenlernen schon mal gestritten haben würden sie sich wahrscheinlich erst über deine Frage wundern, so als wüssten sie nicht, was du damit meinst, und dann gemeinsam wie um ein Geheimnis wissend dich anlachen und den Kopf schütteln. Entweder man liebt, Ella, oder man streitet, oder man hat mit all dem gerade eh nichts mehr zu tun. Das wollte ich damit sagen. Wenn man in der Liebe steht, dann gibt es kein richtig oder falsch, kein gut oder böse, kein du oder ich. Dann ist es egal, ob er nach rechts geht, obwohl er nach links gesagt hat, denn du gehst dann trotzdem da lang, wo er lang geht, und ihr lacht dann zusammen darüber, wie verrückt das Ganze doch gerade ist. Ich habe es doch letztes Jahr erlebt, und sie ist nicht von dieser Welt, die Liebe. Und es war auch kein Eros, auch wenn er sich auch immer wieder mal bei mir gemeldet hat, und auch kein reines Agape, was ich daraus machen wollte, es aber nicht ging. Heute kommt es mir so vor, als hätte ich mich in sie verliebt, sie damit zum Aufblühen gebracht, mich aber nicht getraut, es mit ihr auszuleben. Stattdessen sind wir bis auf wenige gemeinsame Momente dann getrennt durch die Gegend gerannt, und haben dabei zig Leute mit unserer Liebe angesteckt. Ich kam mir einfach zu alt für sie vor, und habe mir für sie etwas anderes gewünscht wie mich. Und sie wird mir die Wahrheit niemals sagen, weil sie mir vielleicht eine meiner schönsten Erinnerungen im Leben nicht nehmen möchte. Weil sie weiss, was mir das mit ihr bedeutet hat, wie besonders das für mich war, mit meiner Ela.

    • Aber bleiben wir bei diesem Punkt: Du hältst also diesen verrückten Zustand beim verliebt sein für die Liebe, Aca?

      Ja.

      Diesen verrückten Zustand, den der Rationalist und Materialist lediglich für einen Cocktail von Glückshormonen hält den sich die Natur erdacht hat, von ihr eingerichtet wurde damit die Menschen den Verstand ausschalten, verrückt spielen und anfangen vollkommen irrationale Dinge zu tun, die gegen jegliche Vernunft und die Logik gehen?

      Richtig. Man muss dazu den Verstand ausschalten, ihn verlieren, loslassen, aufgeben. Anders kann man der Liebe nicht begegnen. Weder in sich selbst, noch in seinem nächsten, und auch nicht im Leben und in der Welt. Es hat etwas mit vollkommener Hingabe und Vertrauen zu tun. Mit einem Ja sagen ohne Vorbehalt. Mit grenzenlosem Selbstvertrauen. Erst dann kann ich nackt und ohne Furcht, beseelt und fröhlich vor meinen Schöpfer treten, denn in der Liebe offenbart sich uns Gott selbst, in unserem und unseren Nächsten und auch in uns, alles gleichzeitig, überall und in perfekter Harmonie. Dann stehe ich in der Liebe, mittendrin, und es gibt dann nichts anderes mehr als Liebe. Deshalb fühlt man sich, fühlen wir uns dann ja auch wie im Himmel, wie auf Wolke 7, ist man dann einfach nur noch glücklich und zufrieden, braucht man kaum noch etwas zum Leben, was nicht eh schon da wär‘.

      Die Liebe ist der grösste Feind der Angst, des Zweifels und der Unzufriedenheit, aber auch des Konsums, der einseitigen Bereicherung und der Macht. Sie führt keinen Krieg, zerstört nicht die Welt. Sie kennt keinen Streit, keine einseitige Forderung. Allerhöchstens Diskutiert sie, in Liebe, Verhandelt sie, sucht sie nach einem Kompromiss, nach einem fairen Tausch, nach einem angemessenem Deal. Streit gibt es erst, wenn wir uns betrogen, um etwas gebracht fühlen, Angst davor haben, etwas zu verlieren. Streit ist bereits das Zeichen, dass etwas nicht mehr stimmt, nicht mehr stimmig ist, dass bereits etwas aus dem Lot, aus dem Gleichgewicht geraten ist in dem feinen Spiel von geben und nehmen, von einverstanden sein mit dem was ist.

      http://www.artistdirect.com/video/wet-wet-wet-love-is-all-around/40988

      (P.S.: Erstaunlich übrigens, wie ähnlich der Krieg und die Liebe doch wirken, obwohl es doch zwei vollkommen unterschiedliche Dinge sind, fällt mit gerade beim noch mal durchlesen des erstens Absatzes auf.) 😉 Luv, Aca.

  • Hört sich nach gebrochenem Herzen und wahnsinniger Verliebtheit an :)
    Ich aber brauche um jemanden lieben zu können auch Widerstand – ich will mich reiben können.
    Und ja, das kannst du auch wörtlich nehmen.

    • Ich weiss. Aber ein gebrochenes Herz haben wir beide, schon seit unserer Kindheit.

      Und wahnsinnig verliebt war ich, daran besteht auch kein Zweifel.

      Nur das mit der „Reibung“, da bin ich gerade extrem eigensinnig, leiste ich Widerstand bis zum abwinken. Egal bei welcher. Egal wie mächtig, reich, kühl, unsicher, aggressiv, arrogant oder schön sie ist. Auf Teufel komm raus. Keine Ahnung warum. Gnadenlos. Und trotzdem so weich, sanft und demütig wie mir nur möglich. Ich will was sehen. Ich will sehen was es mit mir macht. Ich will „es“ sehen. Und es ist so schön, zum weinen, und auch so traurig, manchmal erschreckend, aber oft auch überraschend, und manchmal …

      Dann muss sie übernehmen, mir zeigen, dass sie in der Lage ist, mein Copilot zu sein. Denn davon hängt dann mein Leben ab. Bei dem Lied muss ich deshalb immer noch weinen, wenn ich an sie denke.

      http://www.myvideo.de/watch/5252650/Savage_Garden_To_The_Moon_Back

  • Der Schwindel und die Angst sind auch zwei interessante Weggefährten.

    Es wird einem schwindelig, wenn man Angst hat, und wenn man Angst hat neigt man zum schwindeln. :)

    Meine Ela hat diese Form der Kommunikation auch geliebt, und sie ist richtig gut darin.

    Allein schon das macht mich schwach, wenn ich nur daran denke. (schwärm) :)

    Ihre Spezialität sind aber Halbsätze, in die man immer beides hineininterpretieren kann.

    Zum Glück verraten sich solche Frauen aber durch ihrer Körpersprache. 😉

    Ich Tanze sehr gerne, muss man dazu wissen.

    Tanzt du auch gerne, Ella, oder wird dir dabei auch schwindelig? 😉

    Wenn du nicht zu gross oder klein bist oder zu schwer macht das aber nichts, ich fang dich auf, bevor du umgehst. Du musst nur weich sein, mach mir einfach alles nach, was ich dir vormache, wie ein Spiegelbild, dann wirst du auch nicht Ohnmächtig, weil du dann schon „ohne Macht“ bist. Dann wirst du ich und ich bin dann du, wir sind dann eins. Dann spielt es keine Rolle mehr, wer die Macht hat, denn zusammen sind wir trotzdem immer stärker wie allein. Amazing, the way that love can set us free.

      • Schalt auf Autopilot. Dann musst du auch nichts mehr. :) Ist am Anfang hart, ich weiss, aber irgendwann denkt man sich: Der Wahnsinn, was das Ding kann. 😉 Versuch es wenigstens, immer wieder mal, auch wenn es nur für ein paar Stunden oder Minuten ist. Ich weiss wie schwer es ist zu vertrauen, loszulassen, sich einfach fallen, gehen zu lassen, sich hinzugeben. Der erste Flug ist der schlimmste, war die Hölle. Doch jetzt erlebe ich Wunder, so schön, dass ich sie kaum ertragen kann. Weil ich früher dachte, ich wäre es nicht wert, so reich beschenkt, geliebt zu werden. Es war mein Mangel an Eigenliebe und Demut, der mich von der Liebe getrennt hat, der mich daran hat zweifeln lassen, dass ich tatsächlich geliebt werde, liebenswert bin. Aber mir war es nicht bewusst, weil ich meine Fehlprogrammierung nicht wahrhaben wollte, nicht glauben konnte. Bis später, kleine oder grosse Maus, ganz wie du es brauchst. 😉

  • Wie schön, das Oliver nie ein Problem damit hatte, das ich in vielem vollkommen anderer Meinung bin wie er.

    Er hat mir dadurch Raum gegeben um zu wachsen, mich zu entwickeln. Den Raum, den ich mir von meinen Eltern gewünscht hätte. Von meiner Mutter ebenso wie von meinem Vater. Dafür, mein Lieber, bin ich dir unendlich dankbar.

    Denn es hat tatsächlich etwas gebracht. Ich stecke jetzt Trennung besser weg. Auch von Menschen, die eine wichtige Rolle in meinem Leben gespielt, mir einmal sehr nah waren, mir viel bedeutet haben. Denn obwohl jetzt noch frisch und sehr zu meiner Verwunderung und Überraschung entsorgt habe ich heute Morgen dieses Lied beim Duschen vor mir her geträllert:

    https://www.youtube.com/watch?v=Uyb67x1C2Dg

    Man geht dann eben etwas anders um mit den Dingen, wenn man ein wenig Gründe und Hintergründe versteht, auch die Eigenen. Etwas erwachsener, verständnisvoller, und nicht mehr mit infantiler Sehnsucht und Verletztheit, Ohnmacht und Bedürftigkeit.

    Also nicht wieder zurück auf 0, sondern irgendwo dann doch schon bei 0,4 (0,5 wäre stabil, 0,6 entspannt und 1 – ach ja, 1 – unbeschreiblich :) )

    Niemand ist allein auf der Welt (ja, ich weiß, es gibt Ausnahmen. Es gibt immer Ausnahmen, doch die meine ich nicht).

    In meinem Kopf spielt nämlich die Musik. No regrets, [cause] they don’t work. Wunderbar widersprüchlicher Song.

    • Wobei der erste Song, der mir die letzten/ersten Tage noch anfangs durch den Kopf ging folgender war:

      https://www.youtube.com/watch?v=86hrNjZVbw8

      Muss ich der Vollständigkeit dazusagen. So ein bisschen pompös-dramatisch, exorbitant ist der ja schon, doch auch das hat seinen Grund, einen Grund.

      „exorbitant: zu spätlateinisch exorbitans (Genitiv: exorbitantes), 1. Partizip von: exorbitare = von der Bahn, der Wagenspur abweichen, zu lateinisch orbita, Orbit“

      Out of Orbit also.

      Auch das Wort Exzentrik hat darum in dem betreffenden Themen- und damit dann auch verbundenem Personenkreis sicherlich eine grössere Bedeutung als bei Otto Normalverbraucher.

      Exnorm, abnorm? Ja, auch. Wie aber auch: extra ordinär, extraordinär und auch out of the ordinary.

      Dazu fallen mir dann auch der eine Schwule aus dem Film „Ein Käfig voller Narren“ wie aber auch Künstler an sich ein, die nobility, also der Adel oder wer sich noch alles dafür hält, bis hin zum Kommunistenführer, sowieso. Drama Queens. Es geht um Drama, um Theater, grosse Gefühle und ihre Übersteigerung. Zumindest aus der Sicht eines Erwachsenen.

      Für ein Kind jedoch, für das innere Kind geht es immer um mehr, um die Existenz, womöglich sogar um das Überleben.

      Babys die nicht gestreichelt werden sterben. Liebe heilt. Das ist die Bandbreite.

      Fürchtet euch nicht den wisset, ich bin bei euch. Da what? Soso, ist er das? Wie macht er das? Sagt der Skeptiker, der Ungläubige, der Rationalist, der „Maschinist“, der „Mecha-troniker“. Der Roboter.

      • Schon seit Jahrzehnten nicht mehr an dieses Lied gedacht, geschweige denn seit dem gehört.

        Gespeichert wurde es aber trotzdem, wie so vieles, an das wir uns nur nicht mehr bewusst erinnern.

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