„Sexismus“-Debatte: Eine Nacht mit einem Mann, der Harvey Weinstein ähnlich war

Wer mich kennt, der weiß: Am liebsten schreibe ich über mich selbst, aber mit dem „Sexismus“ den wir meinen, wenn wir über Männer wie Harvey Weinstein reden, kann ich nicht dienen. Ich bin viel zu eitel, um Frauen durch Macht oder Kraft ins Bett zu bekommen. Wäre mir auch zu unmännlich.

„Schuld“ an dieser Einstellung trägt ein Mädchen. Es war auf einer „Engtanzfete“ im Hamburger „Knust“. Weihnachtszeit. Ein Kumpel hatte mich ganz fürchterlich mit Grog abgefüllt. Einer meiner ersten Vollräusche. Es war wohl – auch – der Rum, der mich auf die dumme Idee brachte, einem wildfremden Mädchen mitten auf der Tanzfläche an die Brüste zu grabschen. Sie schlug direkt zu. Mit der flachen Hand zwar, aber mit Schmackes ins Gesicht. Und im Hintergrund lief „Love Hurts“.
Ich bin diesem mutigen Mädchen heute noch dankbar. Es war nicht der Schmerz, den steckt ein Mann weg, es war die Pein, die sich so nachhaltig in mein Hirn brannte. So etwas wollte ich nie wieder erleben. Und tat es auch nicht.

Kurzer Einschub: Dir gefällt dieser Beitrag? Das freut uns. Du möchtest unsere Arbeit unterstützen? Das freut uns fast noch mehr. Wie? Ganz einfach: Bestell Dir eines unserer Bücher!
Klick aufs Cover, um mehr zu erfahren.

Sex, der süchtig macht – Band I: Wie Du länger durchhältst und öfter kannst

Sex. Für wahre Männer.

Sex für Frauen mit Soul

„Baby, das war’s!“

Etwa 15 Jahre Später. Ich fotografierte inzwischen für eine Zeitung. An dem Abend auf einer Party im Hamburger „Wollenberg“. Diese Nächte waren für mich eine Mischung aus Arbeit und Feiern. Im sogenannten VIP-Bereich saßen die üblichen Verdächtigen, also Baxxter, Elvers, Schill und wie sie alle hießen.
„Olli! Mach mal das Model da klar!“, lallt mein Vorgesetzter (nennen wir ihn „Harald“), der bereits mächtig getankt hatte. Ich blicke in die Richtung in die er zeigte, sah aber kein Model.
„Sag ihr, wir bringen eine Story über sie!“ Ich schaue nochmal hin. Ja, da tanzt ein Mädchen. Das ist aber kein Model. Eher eine Durchschnittsfrau über die wir niemals berichten würden, es sei denn, sie hätte ein Heilmittel gegen Krebs erfunden.
Okay, er will sie vögeln. Aber warum eigentlich? Er hat doch eine Freundin, eine ganz wunderbare sogar, um die ich ihn sehr beneide … Männer, klar, aber muss es ausgerechnet so eine billige Frau sein? Gut, ist seine Sache, ich bin ja nur der Trottel, der die Sache „klarmachen“ muss, weil Harald zu besoffen, zu eierlos oder was auch immer ist.

Und ich machte die Sache klar. Nächster Plan: Wir fahren zu mir, koksen und vögeln. Problem: Der Stoff war alle. Im Wollenberg war nichts mehr zu bekommen, also ab auf die Reeperbahn. Als ich aus dem Auto aussteige, steigt Harald auch aus.
„Bleib mal lieber im Wagen, Harald, stell dir vor, dich sieht jemand wie wir bei den Schwatten Koks kaufen. Würd sich auf deinem Lebenslauf…“
„Egal! Ich komm mit!“
Nun denn.
In meiner Wohnung trennten sich unsere Wege. Harald verschwand mit dem Mädel im Gästezimmer, ich vergnügte mich mit mir selbst. Keine Ahnung, ob ein Dreier drin gewesen wäre, ich versuchte es gar nicht erst, weil mich das Mädchen nicht anmachte.

Der nächste Morgen. „Harald, willste nicht langsam mal aufstehen? Die Redaktionskonferenz hat bereits begonnen…“
„Ja, und?“
„Ähm, solltest du sie nicht leiten? Meinste nicht, das gibt Ärger?“
„Ärger?! Ach was! Die können mir überhaupt nichts! ICH bin der Chef!“
Na dann.

Eine halbe Stunde später ging Harald. Noch immer ziemlich angeschossen. Weitere zehn Minuten später Minuten klingelt mein Telefon. Die Chefsekretärin …
„Olli, wo wohnst du?“
„Wieso?“
„Harald sucht dich. Der war wohl gerade bei dir und hat ein falsches Sakko angezogen, nun läuft der durch Altona, ohne Geld, ohne Papiere und findet nicht mehr zu dir zurück.“
„Und woher weißt du das?“
„Er hat wohl Geld geschnorrt und von einer Telefonzelle angerufen.“

Es klingelt. Harald. Was für ein Anblick. Die Manschetten des viel zu kleinen Sakkos reichen grad mal bis zur Hälfte seiner Unterarme. Ich gebe ihm seines und wünsche ihm viel Glück – „Brauch ich nicht!“

Nochmal 15 Jahre später. Harald ist inzwischen ganz oben. Und hat sich kaum verändert. Er hält sich noch immer für den Allergeilsten, doof sind immer die anderen, den Masterplan hat nur er.
Es ist genau diese Hybris, die Männer wie Weinstein irgendwann zu Fall bringt. Dieses Gefühl der Unbesiegbarkeit, der Irrglaube, sich alles erlauben zu können. Doch diese Tage scheinen langsam gezählt zu sein.

Stopp! Warte kurz! Klick noch nicht weiter – die nächsten zehn Zeilen werden Dein Leben verändern!

  • Du bist ein wahrer Mann und möchtest ein Sex-Gott werden? Gute Entscheidung! Wenn Du wissen willst, wie Du jede Frau süchtig fickst, trage Dich hier ein.  

    Du bist eine richtige Frau und möchtest für Männer der Fick ihres Lebens werden? Braves Mädchen! Wenn Du wissen willst, wie Du jeden Mann süchtig fickst, trage Dich hier ein.

  • Dir gefällt meine Arbeit? Schön! Dann werde Fan meiner Facebook-Seite. Dort erlebst Du mich täglich ungefiltert und hautnah.

Tweet about this on TwitterShare on Google+0Share on Tumblr0Pin on Pinterest0Digg thisShare on Reddit0Email this to someonePrint this page

2 Comments

  • Bei Weinstein sind jetzt aber auch Fälle von angeblich echter Vergewaltigung, oder sagen wir mal, auch handgreiflicher, körperlicher Übergriffigkeit publik gemacht worden.

    Solche Übergriffe mit etwas mehr Nachdruck können aber, wenn man an die Falsche gerät oder es falsch macht, auch schief gehen und nur wenige Männer haben wahrscheinlich den sicheren Blick dafür, welcher Frau das am Ende dann trotzdem zusagt, sie also gegen eine gewisse Härte, Verrücktheit und Animalität eigentlich gar nichts einzuwenden hat.

    Die meisten Frauen (oder sogar alle?) bauen ja absichtlich immer einen gewissen Widerstand gegen jede Avance auf, mit dem sie zum Einen testen/prüfen wollen a), wie ernst du es tatsächlich mit ihnen meinst und/oder b), wie geil du sie tatsächlich findest und/oder c), wie sehr du auch bereit bist über „Leichen“ zu gehen um das zu bekommen was du willst. Eifersüchtig machen ist ja so ein ähnliches Spiel das ihnen verraten soll, wie sehr du tatsächlich noch an ihnen interessiert bist. Zum Anderen wollen Frauen durch diesen Grundwiderstand aber auch signalisieren, dass sie nicht leicht zu haben, keine leichten Mädchen, keine Flittchen oder Prostituierte sind. Und es fällt mir noch etwas dazu ein. Sie machen es nicht selten auch um dadurch ihren Eigenwert, ihr Selbstwertgefühl zu erhöhen, für sich, ihr Ego, oder aber bei besonders klugen und weitsichtigen auch für den Mann, der sich dann über die Beute noch mehr freut, sie wertschätzt.

    Ich vermute darum, dass man es wenn dann wie Brecht machen muss, sie nämlich gleich „zwei mal Ficken“. Diesen Satz halte ich nämlich nur für einen symbolischen Hinweiss und bedeutet glaube ich, dass man sie dann eben auch so stark begehren muss, das man sie wirklich haben und auch behalten möchte. Also ein echtes in Besitz nehmen, und eben kein benutzen und dann liegen lassen oder raus werfen. Das würde dann nämlich genau das Gegenteil bei ihnen bewirken, nämlich ein tiefes Gefühl von Wertlosigkeit bei ihnen auslösen. Echte Alpha-Männer können darum tatsächlich fast tun was sie wollen und werden trotzdem Jahrzehnte lang nicht angezeigt. So wie eben auch Harvey Weinstein.

    Weil der „Schatten-Archetyp“ des Mannes das „Tier“, der Krieger, der Killer, der Jäger, der Mörder, das „Biest“, die Bestie ist, ihr „Archetyp des Schattens“ aber eben nicht die „Schöne“, die „Heilige“, die „Mutter“, sondern die „Hure“, das Bitch, die das „Tier“ reitet, reiten will, ja, sich sogar mit dem Tier paart.

    Bicho (spanisch), bitch, bicce, Biest (Deutsch). Neulich hatte ich so einen Tag, an dem ich es allen angesehen habe, selbst den Scheinheiligen, den „Schönen“, den Jungen und auch den Reiferen. Licht und Schatten. Liebet das „Böse“, das Tier (auch in ihr, heimlich) und ihr seid erlöst. Denn es ist ja nur die eine Seite. Die Andere ist ja auch da, und echt.

    Sie sind auch beides, doch welcher Mann möchte schon eine Maus sein. Genauso sehr verstecken sie aber eben auch … hihihihihi. Vom Kindergarten zum Bordell zum Kindergarten zum Bordell zum Kindergarten zum Bordell zum – Urlaub. Ohne Mann, ohne Männer, ohne Kinder. Nur mal wieder sich selbst spüren, ohne Rolle, ohne Aufgabe. Einfach nur sein.

  • Geniale Idee, #MeTooPlease! 😀
    „Und schon steht das Zeitalter #MeTooPlease bevor, die ersten [Frauen] fürchten sich offiziell vor dem Belästigungsnotstand, den wir inoffiziell schon längst haben. Tinder & Co. sind voll von Frauen, die krampfhaft nach einem suchen, der sie endlich mal wieder so richtig durchbelästigt. Ständig von etwas zu reden war schon häufig [ein Zeichen für] eine Mangelerscheinung.“

    http://www.danisch.de/blog/2017/11/13/frauenpanik-sexroboter/

Kommentar verfassen