Gastautorin Johanna Merhof über Mädchenliebe. So mit 16

Damals. Gastautorin Johanna Merhof befindet sich leider nicht auf diesen Bild
Mit Sechzehn. Gastautorin Johanna Merhof befindet sich leider nicht auf diesem Bild

Frauen sind etwas Wunderbares. Sie riechen lecker, sie haben samtige Haut und begreifen Unterhaltungen als Grundrecht und nicht als müßiges Mittel zum Zweck des Austausches von Körperflüssigkeiten. Frauen sind die besseren Männer, dachte ich. Weit gefehlt. Schuld an meinem ersten sexuellen Experiment mit Brüsten war Neugierde gepaart mit Kleinstadttristesse – und ein erschreckendes Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Ich war sechzehn und wollte wild lieben und frei leben. Ich wollte nicht: Verpickelten Jungs mit Schweißhänden schlabberige Küsse vor dem Jugendzentrum geben. Die einzig brauchbaren Exemplare mit reiner Haut und funktionierender Mischung aus Muskeln und Hundeblick waren heiß begehrt und charakterlich verdorben, da zu sehr mit der Entjungferung von Dorfmiezen beschäftigt.

Damals glaubte ich, dass tolle Frauen in der Überzahl seien. Marie beispielsweise. Marie sah aus wie eine Elfe, hatte eine Stupsnase und eine unwiderstehliche Rühr-mich-nicht-an-Ausstrahlung. Sie war noch ungeküsst und so unschuldig wie ein weißes Laken. Sie liebte Patrick Swayze, Hermann Hesse und Vanilletee, malte Aquarell und war der feuchte Traum eines jeden Gymnasiasten. Naiv, aber reizend. Marie war meine bessere Hälfte. Ich redete und sie lächelte. Ich zitierte Sartre falsch und knutschte mit dem halben Ethikkurs, sie schminkte unsere Augen schwarz, zündete Kerzen an und legte Velvet Underground auf.

Kurzer Einschub: Dir gefällt dieser Beitrag? Das freut uns. Du möchtest unsere Arbeit unterstützen? Das freut uns fast noch mehr. Wie? Ganz einfach: Bestell Dir eines unserer Bücher!
Klick aufs Cover, um mehr zu erfahren.

Sex, der süchtig macht – Band I: Wie Du länger durchhältst und öfter kannst

Sex. Für wahre Männer.

Sex für Frauen mit Soul

„Baby, das war’s!“

Es war ein regnerischer Dezemberabend, als ich begriff, dass Marie die wahre erotische Herausforderung des Landlebens darstellte. Wir lagen auf meinem Sofa und tranken ein schreckliches Gesöff namens „Mädchentraube“. Ich hatte Liebeskummer, sie hatte Verständnis und wir waren betrunken. Natürlich waren wir zuvor schon Händchen haltend vor der Eisdiele auf und ab spaziert oder hatten gemeinsam gebadet. Doch an diesem Abend wollte ich mehr – ich hatte einen Plan.

Zwar war ich mir sicher, in Liebesdingen Männer zu präferieren, doch ging es mir um den Tabubruch – und Sex mit einer überzeugten Jungfrau war ganz sicher ein Tabu. Plötzlich fand ich mich in einer neuen Rolle wieder – ich musste eindeutige Avancen nicht abwehren, ich musste sie initiieren. Seit diesem Tag habe ich einen Funken mehr Verständnis für Männer. Es ist schwer Haltung zu bewahren, wenn man einmal in Fahrt ist. Für Subtiles war kein Platz. Ich tänzelte folglich zu „Like A Virgin“ durchs Zimmer, fuhr mir zu „Let’s Get It On“ lächerlich oft durch die Haare und zwinkerte nonstop beim Refrain von „Girls Just Want to Have Fun“. Kurzum, ich benahm mich so aufgesetzt verführerisch, wie ich es vor einem Mann nie wagen würde. Marie verabschiedete sich nicht etwa genervt oder holte das Fieberthermometer, nein, Marie biss an. Ihre Wangen färbten sich abwechselnd blass und purpurrot und ihre Rehaugen funkelten verräterisch. Als ich sie schließlich küsste, flüsterte sie nur benommen „Was machst du mit mir?“ – was ich mich insgeheim auch fragte – und dann, etwas panischer: „Wo soll das enden?“ Ich schwöre, nie in meinem Leben habe ich mich wieder so schmutzig und verdorben gefühlt, wie in dem Moment, als ich antwortete: „Na, im Bett natürlich.“

Bevor es wirklich spannend werden konnte, hörte ich Schritte auf dem Flur und warf in letzter Sekunde die Decke über uns. Meine Mutter steckte den Kopf zur Tür rein und sagte zu ihrem Freund: „Ach, die Mädchen schlafen schon. Diese Marie tut meiner Kleinen wirklich gut.“ Um das Luder in mir war es geschehen. In den folgenden Wochen wollte Marie stundenlang über dieses einmalige Erlebnis reden – über mein Gefühl währenddessen, davor, danach und jetzt in diesem Augenblick. Ich aber folgerte in meiner pubertären Radikalität: Frauen sind irre nett – aber zuviel Stress im Bett. Etwa zehn Jahre lang folgte ich dieser Maxime. Doch vor einigen Wochen bekam meine Hetero-Haltung Risse. Ich hatte Männer so satt, dass ich nicht einmal mehr Hunger verspürte, wenn mein appetitlicher Nachbar in Boxershorts auf dem Balkon rauchte und dabei so aussah, als würde er seine Zigarette oral befriedigen. Ich dachte an Freuds These, dass alle Menschen von Natur aus bisexuell seien und war mir sicher: Alle schönen Damen träumen insgeheim davon, von wissenden Frauenhänden beglückt zu werden und hinterher gemeinsam zur Maniküre zu gehen.

Auf den ersten Blick fand ich die Idee grandios. Ich sah ich mich bereits als Vorreiterin einer neuen Samt und Seidesinnlichkeit – statt Krieg der Geschlechter nur noch plapperndes Wohlgefallen und wissendes Gelächter. Doch wirklich überzeugt war ich nicht. Würde sich ein weibliches Techtelmechtel genauso gut anfühlen wie es aussah? Ich dachte an meinen Casanova-Freund Luis und seine Maxime: „Ohne Oberfläche keine Tiefe.“ Es kam auf den Versuch an. Luis fand meinen neuen Plan amüsant, nicht ernst zu nehmen, aber sexy. „Du wolltest schon Nonne werden, auswandern und einen schwedischen Zirkusdirektor heiraten. Und du bist immer noch hier. Meinetwegen werde Lesbe, aber schneid dir um Gottes Willen nicht die Haare ab.“

Am Abend gingen Luis und ich auf Frauenfang. Wir lehnten am Tresen und entdeckten sie gleichzeitig. Sie war bestechend hübsch, trug auffälligerweise keinen BH, tanzte wie ein Engel und trank wie der Teufel. Sie schaute zu uns herüber. „Keine Chance, die gehört mir“, raunte ich Richtung Luis und lächelte zurück. Ich fühlte mich so unsicher wie ein Teenager. Frauen, so war ich mir sicher, sind schwer zu beeindrucken. Doch nach fünf Minuten schwebte sie bereits in meine Richtung. Sie hieß Carla und wollte überhaupt nicht reden, sondern gleich rum schieben. Wir legten einen imposanten Engtanz hin, mir war ein wenig schlecht von ihrem süßen Parfüm und auch zu ihren Brüsten konnte ich beim besten Willen höchstens ein schwesterliches Verhältnis aufbauen.

Doch Carla wusste scheinbar, was sie wollte: “Dreh dich mehr zum Licht und küss mich tief mit Zunge.“ Mein sportlicher Ehrgeiz zwang mich zum Gehorsam. Nach einer tatschigen Viertelstunde flüsterte sie mir ins Ohr: „Danke, ich glaub das reicht jetzt.“ Aha?! Als sie zielsicher auf Luis zuwackelte, begriff ich, dass sie mich nur als Köder benutzt hatte. Ich musste lachen. Ist lesbisch sein wie neue Spitzenunterwäsche – ein Accessoire, das Frau an – und ablegt um die Kerle verrückt zu machen? Ich eilte zu Luis, der sich mit Carlas Brüsten unterhielt. „Vorsicht“, flüsterte ich: „Frauen sind Schweine.“ „Weißt du“, sagte Luis, „das ist genau das, was ich an ihnen mag.“
Seit diesem Abend weiß ich wieder, was ich an Männern so schätze. Sie sind zumeist eindeutiger gepolt, defintiv aber viel zu träge für verwirrende Spielchen. Manchmal erkennt man mit sechzehn eben schon Elementares: Frauen sind nett – aber viel zu kompliziert fürs Bett.

Heute. Gastautorin Johanna Merhof befindet sich leider nicht auf diesem Bild ...
Heute. Gastautorin Johanna Merhof befindet sich leider nicht auf diesem Bild …

Mehr von Johanna? Gern.
Facebook: http://www.facebook.com/JohannaMerhof
Ihr Buch: http://www.amazon.de/Heartcore-Liebe-ist-ein-Aufstand/dp/3596187397

Stopp! Warte kurz! Klick noch nicht weiter – die nächsten zehn Zeilen werden Dein Leben verändern!

  • Du bist ein wahrer Mann und möchtest ein Sex-Gott werden? Gute Entscheidung! Wenn Du wissen willst, wie Du jede Frau süchtig fickst, trage Dich hier ein.  

    Du bist eine richtige Frau und möchtest für Männer der Fick ihres Lebens werden? Braves Mädchen! Wenn Du wissen willst, wie Du jeden Mann süchtig fickst, trage Dich hier ein.

  • Dir gefällt meine Arbeit? Schön! Dann werde Fan meiner Facebook-Seite. Dort erlebst Du mich täglich ungefiltert und hautnah.

Tweet about this on TwitterShare on Google+0Share on Tumblr0Pin on Pinterest0Digg thisShare on Reddit0Email this to someonePrint this page

3 Comments

Kommentar verfassen