Als ich mal in Nashville war … / Letzter Teil

Downtown-Nashville_lg

Teil I: http://oliver-flesch.com/2013/02/02/nashville/
Teil II: http://oliver-flesch.com/2013/02/03/nashville-2/
Teil III: http://oliver-flesch.com/2013/02/09/nashville-3/

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Sex, der süchtig macht – Band I: Wie Du länger durchhältst und öfter kannst

Sex. Für wahre Männer.

Sex für Frauen mit Soul

„Baby, das war’s!“

Das wars dann wohl. Die sehe ich nicht wieder. Was solls. Vielleicht ist das Geld tatsächlich für ihren Sohn, dann habe ich wenigstens eine gute Tat getan. Als sie raus ist, nehme ich endlich meine erste Nase. Das Zeug ist okay, nichts Besonderes, aber okay. Trotz des Hochgefühls das langsam einsetzt, deprimiert mich das Ganze hier. Das Alleinsein – ohne Babyöl kann ich es mir noch nicht einmal selbst machen – und dann erst dieses Zimmer! Es riecht Ekel erregend, wie in einem Pornokino, nur schlimmer, nach billigen Desinfektionsmitteln und Sperma. Das Betttuch ist mit uralten Blutflecken übersäht, die Tapeten blättern von den Wänden, wie die obersten Hautschichten nach Verbrennungen dritten Grades; und nun rast auch noch eine wohlgenährte Kakerlake einem aufgezogenem Matchboxauto gleich, über den staubig-schmutzigen, rostbraunfarbenen Teppichboden, der irgendwann, wohl noch zu Zeiten von Jimmy Carters Präsidentschaft, mal rot gewesen sein muss.
Auch das noch. Seitdem ich Vegetarier bin, kann ich keine Tiere mehr töten. Noch nicht einmal Kakerlaken. Ich muss hier raus. Es ist halb eins, vielleicht spielt die Rockabillyband ja noch. Ich ziehe meine Jacke über, bin schon fast an der Tür, als es klopft …

Es ist Theresa. Wer hätte das gedacht? Sie sieht mir die Überraschung an.
„Wo willst du denn hin? Ich hab doch gesagt, ich würde wieder kommen!“
„Da habe ich auch nie dran gezweifelt. Wollte mir auch nur was zu trinken holen. Möchtest du auch was?“
„Gern. Eine Pepsi light bitte.“
Ich ziehe einen Orangensaft und ihre Cola aus dem Automaten, als ich zurück ins Zimmer komme sitzt sie schon komplett nackt auf dem Bett.
„Du hättet dich nicht ausziehen brauchen …“
„Ich weiß, aber so lassen sich die Bilder bestimmt besser verkaufen, oder nicht?“
Sie denkt mit. Womit sie mich schon wieder überrascht.

Zum ersten Mal sehe ich mir sie genau an. Sie hat eigentlich ein ganz hübsches Gesicht. Große dunkle Augen, eine, für eine Schwarze, ungewöhnlich kleine Stupsnase, könnte ein Nosejob aus besseren Tagen sein und ihre vollen Lippen zieren einen hübsch geschwungenen Mund. Ihr Körper dagegen ist die nackte Katastrophe. Schwangerschaft und Stillzeit haben üble Spuren hinterlassen. Ihre schlaffen Brüste – sind wie ihr Bauch voller Schwangerschaftsstreifen – hängen fast bis zum Nabel. Ich mag schöne Gesichter, man könnte mich einen Gesichtsfetischisten nennen, Körper sind für mich zweitrangig, aber Theresas? Nein, der ist selbst mir zu hart. Obwohl? Nee. Lieber nicht.

Sie ist voll ausgestattet; hat sogar einen Taschenbunsenbrenner dabei. Einem Hummer gleich, den man in einem Topf mit zu wenig Öl wirft, hüpft nun brutzelndes Crack in ihrer Pfeife. Wo hat sie das Zeug überhaupt her? Vorhin war sie noch gelöscht. Ach ja, die 20 Dollar. Für ihren Sohn. Oje.
Wie ein Beautyfotograf einem Topmodel, gebe ich ihr genaue Anweisungen: „Bleib so, ja genau so, nein, nicht in die Kamera schauen, stell die Flamme größer, lass sie ein wenig länger brennen, ich muss Nachbelichten, das dauert eine kleine Weile.“
Sie macht ihre Sache gut. Nach zehn Minuten sind die Bilder im Kasten. Wie ein kleines Kind, das etwas Neues richtig gemacht hat und ein Lob erwartet, schaut sie mich an.
„Willst du nun Liebe mit mir machen?“ fragt sie.
„Bin grad nicht so in Stimmung. Ein anderes Mal vielleicht. Nicht böse sein.“
„Ach was, schon, okay.“

Ich frage sie, ob ich sie zu ihrem Sohn fahren soll. Und bereue die Frage sofort. Vielleicht hat sie gar keinen. Doch sie willigt ein. Ein paar Straßen weiter halten wir an einem Basketballplatz. Sie verabschiedet sich mit einem Kuss auf die Wange. Ich bleib noch einen Moment stehen. Und tatsächlich: Sie ruft einem schlaksigen Jungen etwas zu, der darauf sein Spiel unterbricht und mit ihr Hand in Hand zwischen den Häuserblocks verschwindet.

Nachtrag
Ich verkaufte keines der Bilder. Nicht weil sie schlecht gewesen wären, sie waren sogar ziemlich gut. Auch nicht, weil sie niemand haben wollte, schätze, die Fotos wäre ich sogar beim „Spiegel“ losgeworden. Ich bot sie einfach nicht an. Irgendwie hatte ich kein gutes Gefühl dabei.

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