Dieser Moment, wenn sie Dir sagt, dass sie einen Neuen hat

Wenns gut lief, nannte sie mich Cowboy. Meist nannte sie mich allerdings Arschloch ... Photo: Evelyn Steinweg
Wenns gut lief, nannte sie mich Cowboy. Meist nannte sie mich allerdings Arschloch …
Photo: Evelyn Steinweg

Take good care of my baby
Don’t you ever make her cry
Just let your love surround her
Paint rainbow all around her
Don’t let her see you cloud the sky

Bobby Vee / Take Good Care Of My Baby

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„Baby, das war’s!“

Gott, was habe ich mich vor diesem Moment gefürchtet! Vor diesem Moment, wenn sie Dir sagt, dass sie einen Neuen hat. Um auch ja nichts von ihr mitzubekommen blockte ich sie auf Facebook, mied ihre Lieblingsklubs und wäre (bis auf zwei, drei Ausnahmen, ja, Schuldig im Sinne der Anklage) nie auf die Idee gekommen überraschend bei ihr aufzutauchen – ihr potenzieller neuer Freund hätte ja bei ihr sein können.

Und dann kam er. Dieser Moment. Und er kam so: Ich schickte ihr die etwa fünfhundertste Abschiedsmail, und das, obwohl sie mich, um sich selbst zu schützen, bereits vor acht Monaten verlassen hatte. Ich schrieb unter anderem, sie bräuchte sich nicht allein gelassen zu fühlen, es gäbe viele Menschen, die sie lieben würden.
Nein, schrieb sie zurück, sie würde sich auch nicht so fühlen. Nicht mehr.
NICHT MEHR?! WTF?! Was soll das denn bitteschön heißen?! Die wird ja wohl nicht! Mir wurde schlecht, ich unterdrückte einen Würgereiz, nahm all meinen Mut zusammen, tippte mit zittrigen Fingern: „Nicht mehr? Hast Du einen neuen Freund?“
Keine Antwort. Ich schrieb gerade, „Hab keine Angst, Du kannst es mir sagen, es ist o…“, als ihre Antwort doch noch kam.

Ein zartes Ja. Gott, was habe ich mich vor diesem Moment gefürchtet! Nun war er da.
Ich hätte gedacht, ich würde komplett durchdrehen, sie dachte – da bin ich sicher – das auch. Ich befürchtete, sie zu beschimpfen, als dreckige Schlampe und all das, was Männer halt so sagen, wenn sie verletzt sind. Sie hätte das nicht verdient gehabt, sie ist keine Bitch, und ich, der ich seit Monaten eine neue Freundin habe, wäre der Letzte, der ihr Vorwürfe hätte machen können. Doch all das spielt keine Rolle, wenn du bis ins Mark verletzt bist.
Ich kann Euch nicht sagen, warum ich nicht die Fassung verlor, vielleicht weil sich mein Unterbewusstsein bereits drauf eingestellt hatte. Ich war selbst erstaunt, dass ich in dem Moment, vor dem ich mich so fürchtete, plötzlich ganz gelassen wurde. Es fühlte sich ein bisschen wie eine Erlösung an. So als würde ein todkranker, schwerst leidender Mensch, der dir sehr nahe steht, endlich sterben.

„Okay. Dann leb wohl, Große. Und pass auf Dich auf, ja?“, schrieb ich.
Ihr wisst ja, wir verstanden uns nach unserer Trennung nicht gut. Sie nahm es mir übel, dass ich so schnell in einer neuen Beziehung war. Es gab keinen klassischen Rosenkrieg, eher einen asymmetrischen. Unter dem wir beide litten. Ich wollte mich mit ihr verstehen, sie sich bestimmt auch mit mir, nein, nicht dieses verlogene „Lass uns Freunde bleiben!“-Ding, Gott bewahre, das ist, solange auch nur noch ein Funken Gefühl im Spiel ist, unmöglich, nein, einfach nur, dass man sich in die Augen schauen kann, wenn man sich mal zufällig in irgendeinem Berliner Klub trifft. Aber wie gesagt, davon waren wir weit entfernt.

„Ja. Du auch auf Dich, Cowboy.“, antwortete sie.
Cowboy. So nannte sie mich nur, wenns mal gut lief. Also nicht sehr oft. Das rührte mich. Es rührte mich so sehr, dass er nun doch durchkam. Der Schmerz. Ich hatte meine Deckung vernachlässigt, er erwischte mich mitten in der Magengrube.
Wir schrieben noch ein bisschen hin und her. Sie war lieb wie selten zuvor. Vielleicht weil sie erleichtert war, dass sie endlich den Mut aufbrachte, es mir zu sagen, vielleicht weil ich wider erwarten nicht durchdrehte, vielleicht auch weil ihr neuer Freund ihr Kraft gab, die Sache mit mir etwas entspannter zu sehen, keine Ahnung, ist ja auch nicht weiter wichtig, was zählt ist: Der Schmerz ließ nach, er wich Freude, Freude darüber, dass mir die Frau, die ich liebte wie keine zuvor, die ich verletzte wie keine zuvor, nicht mehr böse war.
Und so wurde aus dem Moment, vor dem ich mich so gefürchtet hatte, einer der besten Momente, den wir beide je hatten. Verrückt eigentlich.

Nachtrag
Nachdem wir uns verabschiedeten, schlug meine Stimmung um. Nun ist sie also endgültig weg. Es fühlte sich wieder einmal an wie ein kleiner Tod. Ich suchte Trost bei meiner Freundin. Doch die lachte nur. Das macht sie, wenn sie unsicher ist, nicht weiß, wie sie reagieren soll.
„Was ist so lustig daran, dass es mir nicht gut geht?“
„Nichts.“, erwiderte sie, „Ich kann es nur nicht nachvollziehen. Bei mir war es immer so, dass mich meine Freunde nicht mehr interessierten, nachdem ich mich getrennt hatte, verstehst du?“
Ja. Ich verstand. Sie ist noch jung, gerade mal fünfundzwanzig, sie kennt weder die himmelhoch jauchzenden Freuden, noch die Grausamkeiten der Liebe. Ich wünsche ihr, dass sie beides kennen lernt. Denn: Liebe lohnt. So sehr. Trotz alledem.

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32 Comments

  • Wenn ich dir auch nicht oft zustimme, dann auf jeden Fall hier.. Ich verstehe das gut, obwohl ich nur ein Jahr älter bin als Freundin.
    Nur habe ich nicht das Glück „Lebe wohl“ sagen zu dürfen, denn mich verbinden zwei recht kleine Menschen, mit dem Mann, der mein Leben zerstört hat. Und das im großen Stil. Einfach vergessen zu können wäre ein Traum. Aber völlig hohler Wahnsinn.

    Und ja. Liebe lohnt. So sehr. Trotz alledem.

  • <3
    Ich kann nie vergessen…
    – Den Schlag in die Magengrube kenne ich nur zu gut 😉
    Toll geschrieben, sehr ehrlich!

  • Kommt mir sehr bekannt vor. Diesen Schlag in die Magengrube spüre ich auch nur ungern, sowas kenn ich allerdings sogar bei Frauen, mit denen ich nicht mal in einer Beziehung war. Plötzlich merkt man einfach, dass sie dann doch (vorerst) unerreichbar ist. Gefühle sind irgendwie immer ein bisschen Seelen-Schmerz. Mal wieder ein toller Text von dir :)

  • Hm… diesen Schlag spüre ich eigentlich nur dann, wenn ich gerade eifersüchtig/neidisch auf das neue Glück bin. Und das bin ich nicht, wenn ich selbst glücklich bin.

    Mich interessieren meine Freunde auch noch, nachdem ich mich getrennt habe. Liebe geht ja nicht einfach so weg. Sie schlägt um in Hass oder sie bleibt Liebe, eben nur in einer anderen Form. Interessiert er mich nicht mehr nach der Trennung, dann war’s wohl keine Liebe und wahrscheinlich auch keine Freundschaft.

  • Toll geschrieben, man fühlt mit.
    Ich kann es nicht nachvollziehen,
    mir ist egal was mit den Männern ist, die ich mal liebte.
    Ausgeliebt und Ende.
    Mich interessieren aber wohl was mit den Männern ist, die ich nicht liebte.
    Mit denen bin ich ab und an in Kontakt.
    Auch gut Adressen zu haben wo man guten Sex bekommt,
    einfach so, wenn man will :)
    Da weiß man was man kriegt.

  • Oh Mann, bist Du ein Weichei. Das ist jetzt echt eine Enttäuschung. Wenn Du damit den Moment beschrieben hättest, in dem sie Dir gesagt hat, daß es aus ist … da würde ich Dir absolut beipflichten, das fühlt sich für mich auch immer an, als ob jemand den Boden weggezogen hätte und ich ins Nichts stürze. Aber nach acht Monaten … in denen Du selbst Dich schon wieder neu verliebt hast (oder nicht ?) … bist Du vielleicht etwas Besitzergreifend?
    Aber schön, daß Du (und viele andere hier) Dir die Einstellung bewahren kannst, daß es sich trotzdem lohnt. Ich bin nach meiner letzten Trennung noch lange nicht wieder an dem Punkt.

  • Hab‘ meinen Engel vor ein paar Tagen in der Stadt wiedergetroffen. Auch das erste mal seit letztem Sommer. Wir liefen uns überraschend über den Weg, sie war zum Glück allein. Als wir uns sahen haben wir uns beide gegenseitig angesehen wie das Kaninchen die Schlange. Angst, Unsicherheit, erwartungsvolle Spannung. Bruchteile später dachte ich, komm lächle sie an, mach nicht einen auf beleidigte Leberwurst und sei einfach lieb. Und dann gab ich nach und lächelte – doch es kam mir vor, als hätten sie genau im gleichen Augenblick gelächelt. Oder hat sie doch „nur“ zurück gelächelt, ich weiß es nicht. In dem Moment war mir klar, dass sie mich mag, immer noch, und ich überlegte kurz, ob ich einfach zu ihr gehen soll auf einen kurzen Plausch, denn ich hatte eine Verabredung. Ich entschloss mich, sie in Frieden zu lassen, habe meinen Blick abgewendet und bin mit Herzklopfen weitergegangen. An der Bushaltestelle war ich ganz aus den Häuschen, hab noch ein paar mal zurückgeschaut, sie aber nicht mehr gesehen, mein Herz klopfte immer noch, ich fühlte mich ganz leicht und fröhlich, ich war mir plötzlich sicher, das sie mich liebt, sie hatte gelächelt. Sie hat seit letztem Sommer einen Freund, sie wollte nicht das ich weiss wo sie jetzt wohnt und auf meine E-Mails, die ich ihr immer noch hin und wieder schicke Antwortet sie seit einem Jahr nicht mehr. Es ist halt wie es ist, wozu soll ich versuchen das zu verstehen, würde mich doch nur traurig machen.

  • Bin ich ein Masochist oder nicht ganz richtig, wenn ich sage, ich brauch(t)e diesen Schmerz ?! Die besten Gedichte schrieb ich mit diesen Emotionen, denn dieses Liebesleid vollbringt soviel innere Stärke, die uns wieder bewusst macht, dass wir leben, lieben und da sind ! Jeder Künstler auf dieser Welt, malt, singt, schreibt usw…die besten Werke, wenn er den Schmerz spürt. Und auch mal in Selbstmitleid verfallen, melancholisch werden, zurücksehen und sehnen, all das gehört dazu. Danach steht man wieder auf und geht weiter…..immer weiter. Nur wer wirklich liebt, leidet auch.

  • Kopf hoch Großer.
    Jeder wahre Mann hats oder wirds noch erleben.
    Die Eine, die man trotz aller scheisse so richtig doll liebte.
    Doch irgendwann passiert was und wir müssen erkennen, dass auch wir Gefühle haben die verletzt werden können.
    Leider ist’s immer schmerzhaft, aber vll ist der der besagte Ruck endlich alles hinter sich zu lassen und nach vorne zu schauen.

  • Was du geschrieben, mache ich gerade ebenso durch, unterschied ist nur das wir ne gemeinsame Tochter haben und ich, nachdem Sie sich getrennt hatte, bis jetzt nichts neues angefangen. Grund? Unserer Tochter. Obwohl sie mich haste für das was ich Ihr angetan, taten und tun wir alles für unser Tochter das sie glücklich aufwachsen kann. Zu merken das die, mit der man Zeit verbringt, das geschehende nicht verwunden, krampft dermaßen im Umgang miteinander. Aber mein gewissen wollte und konnte nicht was neues anfangen. Jetzt wo sie einen neuen hat, änderte sich schlagartig ihr verhalten zu mir. Was ich Narr, erstmal als neu gewonnene Zuneigung für mich verbuchte, und ich mich schon fragte: Momentmal will ich das überhaupt. Somit ist klar wie hart der schlag in die Magengrube war als sie mir sagte, ja ich kam nicht selber drauf: Sie hat einen neuen… Wies ausschaut sind auf einer ebene gelandet wo wir endlich miteinander klar kommen. Somit kann ich unbelastet was neues suchen ohne vorwürfen von beiden ausgesetzt zu sein. Als ich deine Zeilen lass machte es KLICK. Ich bin frei. Keine vorwürfe mehr, kein schlechtes gewissen für das getane. Sie ist glücklich, endlich kann ich jetzt auch wieder.

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