Gastautorin Johanna Merhof über den merkwürdigen Zauber, eine Nacht mit einer Art Unterwäschemodel zu verbringen …


Bei mir schreiben nur die Besten! Das muss auch so sein. Ich habe weder Lust noch Zeit Beginner anzulernen. Also zumindest nicht, wenns ums Schreiben geht. Hehe!
Ich freue mich sehr Euch heute einen Text der Berliner Bestsellerautorin Johanna Merhof präsentieren zu können. Ihr Buch Heartcore Liebe ist ein Aufstand hat mein Herz berührt.
Wünsche Euch gute Unterhaltung …

The Sex Has Made Me Stupid – Robots In Disguise
 
Das Erste, was mir letzten Sonntag beim Aufwachen in den Sinn kam, waren Fragen, die die Menschheit schon seit Jahrhunderten beschäftigen und deren Beantwortung müßige philosophische Betrachtungen nach sich ziehen – obgleich mir ihre unmittelbare Klärung in jenem Augenblick unvermeidlich erschien. Erschwerend kam hinzu, dass ich definitiv den schlimmsten Kater meines Lebens hatte und jeder Versuch auch nur einen klaren Gedanken zu formulieren, von Schmerzen der Sorte „Hirnzellen unterm Hammer” begleitet war.
 
Die Fragen lauteten: Wie komme ich hierher, wie komme ich hier lebend wieder raus und wer bitteschön ist dieser nackte Mann neben mir? Zugegeben: Letzteres beschäftigt den Geisteswissenschaftler eher selten. Es ging um praktische Schadensbegrenzung und Rekonstruktion einer restlos trunkenen Nacht. Die Fakten hätten beunruhigender nicht sein können: Ich war nackt und lag unter einer mit dem FC-Bayern-Logo bedruckten Decke. Auf meiner Brust lag ein fein behaarter Arm, der Mann zum Arm schnarchte. Ich wagte es nicht ihn anzusehen, denn beim vorsichtigen Blick in sein Zimmer überkam mich endgültig das Bedürfnis, den Rest des Tages liegend vor der Kloschüssel zu verbringen. An der Wand hingen Poster von zweifelhaften Metallbands neben unzähligen Fotos, auf denen zumeist verstrahlt grinsende Jungmännergruppen abgebildet waren, die im Schnee, am Strand oder mitten im Straßenverkehr ihre Daumen und Bierdosen stolz gen Kamera reckten. Außerdem scannte mein geübter Blick: Colaflaschen, die zur Bong umfunktioniert waren, kein einziges Buch, dafür eine stolze Ansammlung aufgerissener Pizzaschachteln und ein mir glücklicherweise unbekanntes Playmate aus Pappe.

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Sex. Für wahre Männer.

Sex für Frauen mit Soul

„Baby, das war’s!“

Da ich noch betrunken war und darauf spekulierte, dass dieses Horrorszenario bloß ein besonders perfider Albtraum als Strafe für zügellosen Alkoholgenuss, Missachtung des Nichtraucherdiktats und Sex vor der Ehe darstellte, kniff ich mir beherzt in den Unterarm. Leider nur mit folgender Konsequenz: Es schmerzte, ich schrie und der Typ wachte auf. „Alter, Falter! Guten Morgen Katze.“, sagte er, was zugegebenermaßen gar nicht geht, doch ehrlich gesagt hätte er auch auf sächsisch fluchen oder „Heiliger Bim Bam“ rufen können. Denn als er sich zu mir drehte, wurde mir schlagartig wieder klar, wieso ich mich in dieser Drecksbudenmisere befand: Dieser Kerl sah aus wie das Bild, was Gott im Kopf gehabt haben muss, als er den Mann schuf.
 
Er war mit der Art Schönheit gesegnet, die den Verstand verhöhnt, da der ohnehin vor Schreck aussetzt, weil es beizeiten wichtigeres gibt. Beispielsweise blaue Augen zu schwarzen Haaren, Grübchen an den richtigen Stellen und ein Teint, für den jede Frau morden würde. Er lächelte mich an wie eine höchst seltene und höchst attraktive Mixtur aus Ganove und Engel und mich überkam schlagartig das wohlige Gefühl, trotz an Müllhalde gemahnender Umgebung zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Scheußliche Poster und Fotos kann man abhängen. Wohnungen entmüllen und keimfrei putzen. Stil lässt sich entwickeln und Kiffen kann man sich abgewöhnen, hämmerte ich mir ein. Auch wenn ich mich an den Sex nur sehr verschwommen erinnern konnte, einen wunderbar unschuldigen Moment war ich mir sicher, „Nichts bereuen“ doch noch zu meiner Lebensmaxime ernennen zu können.

Bis tja, bis – verflixt, wie hieß er noch gleich?! – seinen anmutig geschwungenen Mund öffnete, um rundum Scheußliches abzusondern. Er sagte: „Was für eine Burner-Nacht, Baby, wollen wir noch mal granatenmäßig steil gehen oder soll ich erst’n paar Eier in die Pfanne hauen?“ In diesem ohnehin schon desaströsen Moment schaltete sich mein Verstand zeitgleich mit den bombastischen Kopfschmerzen wieder ein. Und mit ihm kam die beschämende Erinnerung an eine Nacht der polierten Oberfläche und des ungehobelten Stumpfsinns. Wie Emma mich zur Feier ihrer längst überfälligen Trennung von Karl, dem Karpfen erst feudal zum Essen und dann leider auch überaus spendabel zum Trinken ausführte. Wie sie mir an der Bar gestand, dass sie sich seit der letzten Kolumne sorge, dass ich mich zu einer, Wortlaut Emma: „sentimentalen Jungfer ohne Sexleben, dafür aber mit imaginärem Geliebten“ entwickeln würde.

Wie ich ihn zuerst hinter den Tresen entdeckte und Emma und ich uns einig waren, nie zuvor ein attraktiveres Exemplar zwischen lauter Flaschen gesichtet zu haben. Wie er uns ansprach und Emma nach wenigen Sekunden „Bin raus“ flüsterte und verschwand. Wie mir beim Lauschen seiner Anmachsprüche immer klarer wurde, dass sich sein Intellekt antiproportional zu seinem Aussehen verhält. Wie ich am eigenen Leib erfuhr, dass man sich Menschen nicht nur schön, sondern auch clever trinken kann. Wie ich Unterwäschenmodel und Thekentiger plötzlich für respektable Berufsbilder hielt – und Sit-ups und Feinripp für adäquate Gesprächsthemen. Wie ich ihm nach Sperrstunde vor der Tür den Mund zu hielt, weil nur ein guter Kuss diesen hohlen Stuss noch retten konnte.

Wie ihn der gute Kuss rettete! Mit der Konsequenz, dass ich kurz darauf in seiner WG bereitwillig geschmackloses Chaos mit rockiger Nachlässigkeit verwechselte und wir kichernd auf sein Bett fielen. Nur an das Genießen kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern. Ein eklatanter Filmriss hindert mich an vollständiger Vergangenheitsbewältigung. „Ey Kätzchen, was machst’n du da?“, fragte der Schönling, rollte seinen Alabasterkörper auf meinen und verkündete: „Deine Stirn hat hammerkrasse Falten. Denkst du etwa?“ „Nein, ich tu nur so“, sagte ich. Und weil die Situation eh schon so absurd war und mich angeborene Neugier gepaart mit ein paar anderen niederen Instinkten antrieb, blieb ich noch eine Weile mit dem sexy Strohkopf liegen. Wir unterhielten uns erst und hatten dann dankenswerterweise Besseres zu tun.
 
Zwei Stunden später stand ich auf der Straße, lachend und einen Funken lebensklüger. Dieser One Night Stand hat mich dreierlei gelehrt: Es gibt tatsächlich Männer, die Dostojewski für eine Wodkamarke, Klimt für eine Abkürzung für Klimmzüge und den Kitzler für eine komödiantische Figur halten. Doc, meine Oma und alle feingeistigen Leser mögen mir verzeihen. Aber zum ersten Mal in meinem Leben leuchtete mir das Sprichwort: ‚Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln‘ ein.

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26 Comments

  • Herrlich! Ansonsten mein Vorschlag für die Zukunft: Sprechöffnung mit Tape fixieren und als grandiose irgend ein Hirnareal stimulierende Spielart verkaufen. Wer kennt schon die neuesten Erkenntnisse der Hirnforschung…

    • Sie meint wohl Cojones, Karla. 😉 Aber Panzerband hat was, nicht nur bei „dummen“ Männern, sondern vor allem auch bei ganz besonders „schlauen“ Frauen. Aber die haben oft die grössten Probleme, sich „fesseln“ zu lassen.

  • Ist leider traurige Gewissheit: nur seeeehr wenige perfekt schöne Männer sind auch noch clever und stilsicher … Aber eigentlich ist das nackt auch egal ..

  • Johanna, du hast genauso wie ich, grosse Angst vor der Liebe, Angst davor, verletzt zu werden. Ich wette zwar noch nicht meinen Arsch darauf, aber ich bin mir ziemlich sicher zu wissen, was du verbirgst, und vor welchen Männern du deshalb wegläufst. Denn mit welchen du dich einlassen kannst, um sie danach schlecht zu machen, und „nicht an ihnen hängen zu bleiben“ sieht man ja, wenn auch nur mit so viel Alkohol, dass du nicht einmal etwas davon hast. Aber deswegen schreibst du ja auch so schön, und das Talent wird dir auch noch nach deiner „Verwandlung“ bleiben.

  • „In Johannas Kindheit dagegen stellte sich Familie Merhof nur eine Frage: Wann hält das Mädchen endlich die Klappe?“ Hoffentlich nie, kann da jemand wie Aca nur sagen, frech grinsend und mit augenzwinkerndem Verweiss auf das silberne Panzerband, welches er sich auch schon mal beim Liebesspiel hat über den Mund kleben lassen. Oder hatte er sich damit nur zum Spass und ohne bewusste Absicht sogar selbst geknebelt, um sich dann um so mehr über die aussergewöhnliche Erregung seiner Partnerin zu wundern, die kaum zu übersehen war? Welche auch ihr bis dahin unbekannte Seite ihres vielschichtigen Wesens hat er in diesem Moment entdeckt? Zu schade nur, dass er das gerne auch mal mit ihr gemacht hätte, sie sich jedoch dagegen vehement verbal wehrte, bis er seinen Wunsch irgendwann aufgab. Nicht ohne zu wissen, dass er damit einen wunden Punkt an ihr entdeckt hatte, wie sich später noch herausstellen sollte. Das Wort Bindungsangst heisst wohl nicht umsonst so, dachte er sich fortan. 😉

    • Zwei mal „an ihr“ hätte ich in dem Text auch weglassen können, ansonsten doch ganz nett. Und das sie ’ne süsse ist weiss ich doch, Oli. Habe sie vorhin schon als kleines, immerzu brabbelndes, hübsches, blondes Mädchen vor meinem geistigen Auge gesehen – und gegrinst. :) Mit solchen Frauen kann man wenigstens auch Reden, über Gott und die Welt, auch wenn mich sehr schüchterne noch neugieriger machen (Panzerknacker!), die sich aber dann auch als Flop erweisen können, wenn irgendwann nicht was kommt. Aber wenn was kommt, dann ist es meist der Hammer, und das macht alle leeren Tresore wieder wett. 😉

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