Eine Liebeserklärung: Gastautorin Johanna Merhof über tätowierte Menschen …

Aus Liebe zum Stich: Alex Rose und Jimmy Q © Ellen Rogers für „Phoenix Magazine“
Aus Liebe zum Stich: Alex Rose und Jimmy Q.
© Ellen Rogers für „Phoenix Magazine“

So wie die Liebe auch nicht immer mit dem Verstand zu begreifen ist, sie um den Schmerz weiß und um das gute Gefühl, überlebt zu haben und ja, verdammt, weil sie eben auch etwas Archaisches ist, was im Bauch und den Regionen drum herum entschieden wird, voilà: Ich liebe Tätowierungen. Sie sind romantisch im besten Wortsinn. Sie erzählen eine Geschichte. Darüber wer wir sind, noch viel mehr aber darüber, wer wir sein wollen. Von etwas, das es wert war, für die Ewigkeit eines Menschenlebens festgehalten zu werden. Nicht umsonst heißt es von Dingen, die uns anrühren, dass sie uns ‚unter die Haut gehen‘.
„Zeige mir einen Mann mit einem Tattoo, und ich zeige dir einen Mann mit einer interessanten Vergangenheit“, wusste der Autor Jack London. Und er hat Recht.

Ich finde Tattoos an Frauen faszinierend. An Männer zählen sie meines Erachtens zu den besten Sachen, die man mit Ober- und Unterarm anstellen kann. Und das ist ja bekanntlich ohnehin nicht so wenig. Ein Schwede raubte mein Herz, als er sich sein Jackett auszog und sein Unterhemd keine Fragen mehr versteckte. Er war schlaksig, aber er hatte sich das Abenteuer eingraviert. Eine Seemannsbraut mit feuerrotem Haar und angezogenen Beinen. Sechs Sterne darum. Und einen Anker auf den Unterarm.
„Was bedeuten die Tätowierungen?“, fragte ich- bereits beinah am Haken. Er sah mich sehr spöttisch an und sagte: „War am Hafen, ich hatte gerade mein Handy ins Meer geworfen. Da hab ich mir die Rettung eben eingeritzt.“
„Selber?“, fragte ich.
„Nein, Honey“, erwiderte er, „das war ein Kerl mit dreckigen Fingernägeln. Ehrlich gesagt war ich betrunken. Aber am nächsten Morgen hatte ich gute Laune. Und einen verdammtem Kater.“
Sprach’s, grinste zärtlich und trank irgendein Teufelszeug auf ex.

Ich war sofort hin und weg.
Alles nur wegen der Tätowierungen? Nein, wegen der Haltung. Wegen: Ich springe einfach – das Netz wird sich finden. Wegen Eigensinn und den Geschwistern der Liebe: Leidenschaft, Freiheit, Rebellion und Sex. ‚Mein Körper ist gewissermaßen mein Tagebuch‘, offenbarte einst Johnny Depp und wer betrachtet nicht gerne die intimsten Träume, Wünsche und Erinnerungen der Anderen- zumindest die eines Depp?

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„Baby, das war’s!“

Das Tattoo markiert immer einen Kratzer- und wird so manchmal zum besseren Vorspiel: Ein blonder Vorzeigemann mit Pfefferminzcharme wurde für mich vor Jahren unwiderstehlich, als er die Innenseite seines Handgelenks freilegte. Er hatte sich drei Herzschläge im EKG tätowiert- davon einen aus dem Takt. Darunter in krakeliger Schrift: ‚Still beating‘. „Liebeskummer?“ fragte ich. ‚Im Gegenteil“ sagte er. Mit tätowierten Menschen offenbart der Small Talk gleich die ganze Weltsicht. Hier war es Unschuld gepaart mit Abgebrühtheit. Ich wollte sofort mit ihm in den Schlamm.  So was vermögen Tattoos.

Der Schmerz ist hier auch ohne sadomasochistische Neigungen eine erotische Komponente. Alles Schöne tut immer auch weh- oder vermag uns zu verletzten. „Übernimm die Kontrolle und lass los“, riet Jack Kerouac. Das passt zu Tattoos. Die Haut wird welken und wir werden alle zu Staub zerfallen, doch nicht hier und nicht heute. Und wenn schon Untergehen durch Älterwerden, warum dann nicht in Schrift und Bild und mit einem ordentlichen Knall?

Tattoos zu lieben, ist ein bisschen so wie vernarrt in Musik zu sein. Auch diese hat Spielarten, die selbst den Liebhaber zur Weißglut treiben, der Beat des einen ist der Kopfschmerz des anderen. Arschgeweih unterm String Tanga? Ich muss passen. Auch die Liebe zur Musik definiert sich über den Geschmack- aber jeder Fan würde unterschreiben: Generell ist Musik eine fabelhafte Idee. So halte ich es mit Tattoos. Meine Favoriten bestechen durch starke Zeilen.

Angelina Jolie, die Rakete, hat sich Tennessee Williams Gebet einprägen lassen: A prayer for the wild at heart, kept in cages. Poesie auf der Haut. Ich war verliebt. Leider hatte ich Angst. Doch weil die Sehnsucht eine Zecke ist, stand ich im Juli 2011 mit zitternden Knien in einem Tattoo-Studio, blickte einem tätowierten Gesicht fest in selbiges und sagte: Ich hab einen Termin.  Der Kerl lächelte nicht. Er nickte nur und rief den Mann, der mich prägen sollte. Vielleicht erinnerte er sich an sein erstes Mal. Oder er bemerkte nur mal wieder traurig, dass es keine freie Stelle mehr an seinem Körper gab.

Tätowiert werden ähnelt dem ersten Mal Sex haben und dem Besuch beim Zahnarzt. Beides stellt man sich schlimmer vor und ist hinterher erleichtert und im besten Fall gut drauf. Vor allem jedoch gleichen Tätowierungen dem Eheversprechen- unter einem ‚Für immer’ will man es nicht mehr machen. Dazu ringen sich ja bekanntlich auch nur Narren, Verliebte oder die Taschenrechner der Gesellschaft durch- aber letztere dürfen einem schnuppe sein. Tätowierungen sind das Gegenteil von Wischi-Waschi. Sie sind ein Überspringen von Sicherheiten, die es eh nicht gibt. Tätowierungen sind scharf. Punkt. Den ersten Sex zögerte ich einst viele Monate hinaus. Die erste Tätowierung über sieben Jahre. Verheiratet bin ich noch nicht. Es ist gut zu wissen, dass in der fernen Zukunft noch kühne Dummheiten, knackige Entscheidungen und Geschichten für die Ewigkeit auf einen warten. Denn der Himmel ist immer ein kompromissloses Ja, das man genau so meint.

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