Marc Fischer – Erinnerungen an einen Mann, der über Glück und Schmerz in 3D schreiben konnte …

„Jeder Sommer braucht ein Sommermädchen. Ein Gesicht, das den Charakter des Sommers definiert. Ein Gesicht, an das man sich erinnert, wenn man später mal an diesen Sommer zurückdenkt.“ Marc Fischer
„Jeder Sommer braucht ein Sommermädchen. Ein Gesicht, das den Charakter des Sommers definiert. Ein Gesicht, an das man sich erinnert, wenn man später mal an diesen Sommer zurückdenkt.“
Marc Fischer

Vor genau zwei Jahren stürze sich Journalist und Buchautor Marc Fischer aus einem Berliner Fenster. Er starb drei Wochen vor seinem einundvierzigsten Geburtstag. Aus diesem Anlass möchte ich Euch seine Bücher ans Herz legen. (Vor allem die, die nach seinem Tod erschienen.) Warum ich ihn so verehre, erfahrt Ihr aus meinem Nachruf, den ich damals schrieb …

Der Mann, der über Glück und Schmerz in 3D schreiben konnte, ist tot …

Er war ein Jahr jünger als ich. Und doch war er eine Art Idol. Er wuchs in Hamburg nur ein Viertel weiter auf. Als Kind flog er – wie ich – mit seinen Eltern stets in den Urlaub nach Mallorca. Das machte man damals so.  Ich durfte 1995 für drei Monate in derselben Redaktion („Prinz“/„Tempo“) arbeiten wie er. Ich habe jede Zeile die er schrieb wie ein Junkie aufgesogen, versucht von ihm zu lernen, habe versucht ihn zu kopieren, vergeblich. Dafür so schreiben zu können wie er, hätte ich getötet. Was pathetisch klingt, aber mein voller Ernst ist.
Marc Fischer war Deutschlands bester Schreiber. Das sage ich nicht erst seit heute, das habe ich immer gesagt.
 
Er beschrieb einmal wie er nach einer durchzechten Nacht im Morgengrauen auf dem Hans-Albers-Platz in ein noch warmes Brötchen biss. Das klingt trivial, aber es las sich für mich wie eine Erleuchtung. Der US-Schriftsteller Jay McInerney ließ seinen Protagonisten in „Die grellen Lichter der Großstadt“ am Ende der Nacht seine „Ray Ban Wayfarer“-Sonnenbrille gegen ein Brötchen eintauschen. Als Zeichen, dass die Party für immer vorbei ist. Das war schon groß. Aber es war ein Scheißdreck gegen das noch warme Brötchen, in das Marc Fischer, irgendwann in den 90er-Jahren auf dem Hans-Albers-Platz, biss.

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„Baby, das war’s!“

Gott, was habe ich innerlich gejubelt, als ich seine Geschichte über Kate Moss las! Marc war optisch ein Slakertyp damals. Die Mädchen liebten ihn. Die Frauen bei den Plattenfirmen waren stets entzückt, wenn er kam. Nur an der Rezeption des Ritz Hotels in Paris kam sein Look nicht gut an. Der Concierge hielt ihn für einen abgerockten Punk – nicht für jemanden, der ein Topmodel interviewen darf – und wollte ihn nicht zu ihr hochlassen. Doch dann kam Kate. Sie tat, als wäre Marc ihr fester Freund, umarmte ihn, gab ihm einen Kuss, und nahm ihn mit auf ihr Zimmer.

Tempochefredakteur Walter Mayer (heute BAMS) schickte ihn einst in die Wälder Kanadas um ein Interview mit Douglas Coupland dem Autor des sogenannten Kultbuches „Generation X“ zu führen. Coupland war damals ein Superstar der Literatur. Und womit kam Marc Fischer zurück? Mit einem Artikel über ihn! Geschrieben von Douglas Coupland. DAS war Marc Fischer!
 
Und noch so viel mehr. Seine Texte waren so sinnlich, er nahm seine Leser an die Hand, entführte sie in seine Welt, eine Welt, die so voller Glück, aber auch so voller Schmerz war, dass ich oft nicht wusste, ob ich lächeln oder weinen sollte. Und seine Sprache war einfach nur zauberhaft. Und ganz egal, ob es um Freude oder Trauer, um Kommen oder Gehen ging, eines war in Marcs Texten stets sicher: Es wurde gute Musik gespielt.

Von seinen beiden (ersten) Büchern war ich leider ein wenig enttäuscht. Für mich hatte er es nicht geschafft, die unbändige Kraft seiner Kurzprosa über 300 Seiten auszuspielen. Das sagte ich ihm auch. Er sah es anders. Klar, hätte ich an seiner Stelle wohl auch.
Egal, bin sicher, sein nächstes Buch hätte mich umgehauen! Ich seh‘ ihn noch vor mir, ich hatte Feierabend in der „Prinz“-Redaktion, er eine Flasche Wein im Arm. „Nachtschicht!“, sagte er, und grinste verschmitzt.
 
Nun ist er tot. Mit gerade mal vierzig Jahren. Ich kann es nicht fassen, Tränen tropfen auf die Tastatur, klingt abermals pathetisch, ist aber auch wirklich so. Ich wünschte, ich könnte wenigstens sagen, ich habe einen Freund verloren, doch dafür kannten wir uns nicht gut genug. Und selbst wenn, ich glaube, er mochte mich nicht, wir waren am Ende doch ziemlich unterschiedliche Menschen.

Fragt mich nicht woran Marc Fischer starb. Es interessiert mich nicht. Vielleicht hat er uns ja auch gar nicht verlassen, vielleicht ist er einfach nur nach Hause gegangen …

Hau rein, Alter, und schreib weiter, ganz egal, wo Du grad bist, irgendwann werde ich es lesen …

Oliver Flesch / Berlin im April 2011

Links

Marc auf Facebook: http://www.facebook.com/marc.fischer.autor

Ein aktueller Artikel über Marc: http://sarahpaulus33.wordpress.com/2013/03/13/deutschland-fischerwelten-das-offentliche-leben-eines-mietreporters/

Für immer sexy: Die NEXUS-Texte: http://www.amazon.de/F%C3%BCr-immer-sexy-Die-NEXUS-Texte/dp/3033031382/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1364900043&sr=1-1

Die Sache mit dem Ich: Reportagen: http://www.amazon.de/Die-Sache-mit-dem-Ich/dp/3462044265/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1364899870&sr=8-1

Hobalala: Auf der Suche nach João Gilberto: http://www.amazon.de/Hobalala-Suche-Gilberto-suhrkamp-taschenbuch/dp/3518463756/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1364899870&sr=8-2

Fragen, die wir unseren Eltern stellen sollten (solange sie noch da sind): http://www.amazon.de/Fragen-unseren-stellen-sollten-solange/dp/3821861266/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1364899870&sr=8-3

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