Feminismus-Debatte: „Die ist auch nur so zickig, weil keiner mit ihr ficken will!“

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Sie nannte sich Frau Kopf. Heute, Christin Bieber. Keine Ahnung, ob das ihr richtiger Name ist, spielt ja auch keine Rolle. Sie bloggt schon länger über die Liebe und die Lust, hat ein Buch geschrieben, aber der ganz große Durchbruch gelang ihr noch nicht. Was ich ein bisschen schade finde, ich mag ihren Schreibstil sehr.
Weil sie in ihren Texten immer so auf den Putzt haute, also ähnlich wie ich, nur auf ihre Art, wollte ich vor einigen Jahren eine Lesung mit ihr veranstalten. Eine etwas andere Lesung. Mit Action und so. Die Idee war, sie auf der Lesebühne zum Spritzen, zum Squirten also, zu bringen.
Was ihr dann aber doch eine Nummer zu hart war. Irgendwann zerstritten wir uns, weiß heute gar nicht mehr warum, egal.

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„Baby, das war’s!“

Ein paar Jahre hörte und las ich nix von Frau Kopf, bis mir eben eine Facebook-Freundin einen ihrer aktuellen Facebook-Beiträge schickte. Der mich überraschte und auch ein bisschen enttäuschte. Ich dachte, wir wären schon einen Schritt weiter. Einen so jämmerlichen Text aus der Mottenkiste des Feminismus, hätte ich von Frau Kopf nicht erwartet. Schließlich bewunderte ich sie früher für ihre Modernität, nicht nur in ihrer Wortwahl.
Lesen wir doch mal rein:

  • „Frauen haben sich so nicht zu benehmen oder auszudrücken!“
  • „Frauen, die trinken, rülpsen und laut sind, sind einfach keine richtigen Frauen. Das ist total unsexy!“
  • „Frauen brauchen sich nicht wundern, wenn sie reduziert werden, die ziehen sich doch absichtlich so an!“
  • „Sie trägt einen kurzen Rock? Sie will doch angefasst werden!“
  • „Die dummen Weiber wollen doch immer nur die Arschlochtypen und schicken so nette Jungs wie mich immer in die Friendzone, kein Wunder, dass die Schlampen dann scheiße behandelt werden.“
  • „Die ist auch nur so zickig, weil keiner mit ihr ficken will!“
  • „Ich kenne sie nicht aber würde sie gern besteigen, ich schick ihr mal ein Schwanzfoto!“
  • „Du willst nicht mit mir ficken? Du frigide, fette Lesbe!“
  • „Die mag Sex und schämt sich nicht dafür? HURE! Schlampe!“
  • „Ich habe sie beim ersten Date schon flachgelegt, aber ich habe kein Interesse mehr an der, die ist schon ein bisschen billig und leicht zu haben.“

Alltagssexismus? Gibt’s nicht! Habe ich noch nie erlebt, die Feministenfront ist einfach nur übersensibel!

Ach du meine Güte! Wo fang ich an, wo höre ich auf? Da könnte ich Romane drüber schreiben, aber ich möchte euch mit diesem ranzigen Thema nicht langweilen, deshalb in aller Kürze: Welche Mann von heute würde solche Sätze sagen? Kaum einer, genau. Welcher Mann von Bedeutung würde solche Sätze sagen? Kein einziger, richtig.
Was kümmert es also Frau Kopf, was irgendein Einzeller bei „Frauentausch“ auf RTL2 im Vollsuff  lallt? Wieso tut sie so, als wären diese Sätze exemplarisch für die heutige Männerwelt?
Gute Frage. Ob Frau Kopf inzwischen selbst eine „männerhassende“, „zickige“, „frigide“, „untervögelte“, „fette“ „Lesbe“ geworden ist, weil ihr ein „Schwanzfoto“ zu viel geschickt wurde?
Das glaube ich eigentlich nicht. Ich denke, Frau Kopf hat die Geschichte nicht bis zum Ende gedacht. Deshalb möchte ich ihr einen kleinen Denkanstoß geben:

Liebe Frau Kopf,

ich find’s schade, dass inzwischen auch vermeintlich moderne Frauen auf den längst ausrangierten Feminismuszug aufspringen und damit auf den deutschen Mann zurasen. Dabei bräuchten wir Frauenrechtlerinnen (ich nenne sie lieber Menschenrechtlerinnen) in Deutschland mehr denn je. Allerdings solche, die wissen wo der Feind steht. Der spielt eben nicht bei „Frauentausch“ mit, sondern sitzt breitbeinig in Berlin-Neukölln oder Duisburg-Marxloh, in all den „bunten“ Vierteln der Republik also. Dort werden Frauen unterdrückt, erniedrigt und gequält.
Alice Schwarzer weiß das längst und kümmert sich drum. Ihr jungen Wohlstandsfeministinnen dagegen, ihr verdrängt diese bittere Wahrheit, weil sie nicht in euer lila Weltbild passt.

Das ist traurig. Vor allem für die Opfer. Unter denen sich übrigens auch zahlreiche deutsche Frauen befinden, wie Du in meinem Artikel „Wie es sich anfühlt als deutsche Frau in Berlin-Neukölln zu leben“ noch einmal nachlesen kann.

Mein Rat: Denk die Sache noch mal neu an.

Bis dahin

Bestes aus Cala Ratjada (Kopftuch-freie Zone – Herrlich!)

Dein Oliver

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2 Comments

  • Steh auf Deinen Stil, stelle jedoch immer mal wieder fest, dass mir vor allem die weniger differenzierte Vermischung von Themen nicht schmeckt… Es gibt „den Feind“, wenn man im Interesse effizienter Zusammenarbeit überhaupt mit so einem Begriff arbeiten möchte, in vielen „Positionen“ und Milieus. Die Andeutungen haben einfach einen ebenso abgedroschenen Geschmack, wie die urzeitlichen Klischees, die Fräulein Kopf bemüht.

    Aber nebenbei vielen Dank für den „blow-job-triathlon“. Gehör(t)e wohl zu den keine-ausreichende-kommunikation-opfern… jedenfalls stimmen die Prioritäten jetzt ;-*

    • Dank Dir, Melanie. Allerdings kann ich mit Phrasen wie „Auf dem Oktoberfest wird auch gegrabscht“ oder „Deutsche vergewaltigen auch!“ nix anfangen. Du magst es anders sehen, aber ich befinde mich bereits in einem Kampf der Kulturen und deshalb benenne ich den Feind so, wie er sich für mich anfühlt: als Feind. Die Jungs hatten 40 Jahre Zeit sich anzupassen. Es reicht.

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