Wie ein Baum, den man fällt – Ein wahrer Mann sollte seine Faust nicht nur zum Abstützen des Kinns benutzen können

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„Schlage zuerst, bevor die anderen dich schlagen.“
Grigori Jefimowitsch Rasputin

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Sex, der süchtig macht – Band I: Wie Du länger durchhältst und öfter kannst

Sex. Für wahre Männer.

Sex für Frauen mit Soul

„Baby, das war’s!“

„Die andere Wange hinzuhalten, ist Quatsch mit Soße. 
In seine Feinde soll man Löcher machen, und zwar große.“
Wiglaf Droste

Dass sich nur stumpfsinnige Raufbolde prügeln würden, ist ein Vorurteil, welches von intellektuellen Waschlappen ohne Mumm und Ehrgefühl in die Welt gesetzt wurde. Ich bin kein Schlägertyp, aber wenn’s mal sein musste, dann war’s halt so. Bei mir, bei Ernest Hemingway, bei John Lennon, bei Sean Penn, bei lauter guten Leuten also, und sogar der kleine Suhrkamp-Schriftsteller Rainald Goetz ging mal wie ein Pitbull auf einen Hünen los und haute ihn um, weil dieser es gewagt hatte, mit Goetz’ Freundin zu flirten.
Sich zu prügeln ist keine Frage von klug oder dumm, es ist eine Frage der Haltung.

Vielleicht rührt meine Einstellung auch daher, dass es nicht „Ein bisschen Frieden“ von Nicole war, das mich in meinen ganz jungen Jahren prägte (hab das Lied eh nie verstanden. Was soll das – ein b i s s c h e n Frieden? Gibt nur Krieg, oder eben Frieden!), sondern Elvis Presley, der sang:

If you’re looking for trouble
You came to the right place
If you’re looking for trouble
Just look right in my face
I was born standing up
And talking back
My daddy was a green-eyed mountain jack
Because I’m evil, my middle name is misery
Well I’m evil, so don’t you mess around with me   

Klar, man wird älter, man wird ruhiger, auch ich. Seitdem ich mit meinem Mädchen zusammen bin, seit knapp zwei Jahren also, hatte ich nur vier Mal wirklichen Ärger. Einmal in Hamburg, als ein paar Nachwuchsgangster die Party meines Sohnes stürmen wollten. Die Türsteher vergaßen, weshalb sie eingestellt wurden und versteckten sich in einem Hinterraum. In der Nacht habe ich gelernt, dass es keine sooo gute Idee ist, einem schwarzen Typen, der zwanzig Jahre jünger ist, frisch ausm Knast kommt, dort etwa zwanzig Kilo reine Muskelmasse aufgebaut hat, auf den Rücken zu springen, um ihn festzuhalten, damit er nicht weiter durchdreht. Wobei: Zwanzig Sekunden habe ich geschafft! Wie ein Ritt auf einem wahnsinnig gewordenen Bullen. Vom zweiten Mal erzähle ich Euch demnächst an dieser Stelle ausführlich, und beim dritten Mal lernte ich auch etwas, nämlich: Fühl dich nie sicher, wenn du mit zehn Kumpels unterwegs bist. Zehn Kumpel bedeuten erst einmal gar nichts. Ein Kumpel, der zu dir steht, ist am Ende weitaus mehr wert, als zehn Kumpel, die sich lieber verpissen, wenn’s eng wird.

Ein wenig eng wurde es auch am letzten Donnerstag. Mein Mädchen und ich hatten einen fantastischen Abend. Das Konzert von Paul Ansell im Wild at Heart war ein deliziöser Ohrenschmaus. Für Eingeweihte: Er sang „King For Tonight“ von Billy Furry! (Das ist der Vater von Kim Wilde, die mal mit „Kids in Amerika“ in den frühen Achtzigern einen Monsterhit hatte.) Danach fragte ich Paul,  ob er Lust hätte für mein Mädchen und mich im nächsten Herbst den Hochzeitssänger zu geben; er hatte. Es war nach meiner Diät der erste Abend, an dem ich wieder trinken durfte, wovon ich reichlich Gebrauch machte. Nachdem wir Paul und seine Band verabschiedet hatten, schwangen wir uns auf unsere Räder und machten uns auf den Nachhauseweg.

Am Maibachufer blockierten etwa fünfzig Hipster den Bürgersteig vor der Ankerklause. Ich hielt auf Menschenmenge zu, bremste rechtzeitig ab und sagte: „Kommt ihr klar, Jungs? Habt ihr genug Platz?“
„Das ist kein Fahrradweg, du Wichser!“, brüllte einer dieser Kreuzberger Studenten, wider seiner metrosexuellen Natur. Schätze, er hatte ein paar Jägermeister zu viel drin, aber die hatten gegen die Flasche Wodka, die ich im Laufe der letzten Stunden auf Null gezogen hatte, keine Chance. Dazu kam: Der Bengel hatte gleich zwei Fehler in einem Satz gemacht.
Fehler Nummer eins: „Das ist kein Fahrradweg …“ Ach, echt?! Na, wenn das so ist, also wenn das hier wirklich kein Fahrradweg ist, steige ich selbstverständlich sofort vom Rad und schiebe es! Ähhh, nä!
Wenn Männer im Laufe der letzten Jahrtausende immer nur nach Vorschrift gehandelt hätten, würden wir heute noch in Höhlen hausen. Eine Aussage wie „Das ist kein Fahrradweg …“ kann nur von einem typisch deutschen Blockwart kommen, oder von einer verweichlichten Lusche die, wie Frauen, nach Zahlen malt. Ich verachte solche „Männer“.
Fehler Nummer zwei: „… du Wichser!“ Schätze, der Junge ist innerlichen zerrissen, er hat seine Rolle in dieser Welt noch nicht gefunden. Anders ist die Diskrepanz zwischen „Das ist kein Fahrradweg …“ und „… du Wichser!“ nicht zu erklären.
Also ich fand jetzt nicht, dass ich ein Wichser war, weil ich auf dem Bürgersteig fuhr. Ich wollte ihm, weil ich ja im Grunde ein ganz Netter bin, bei seiner Rollenfindung helfen, ihm für den „Wichser“ einer Faust ziehen, damit er sich in Zukunft darauf beschränken kann, eine verweichlichte Lusche zu sein.
Also stieg ich vom Rad und brüllte ihm irgendetwas ins Gesicht, an das ich mich heute nicht mehr erinnern kann. Und schon lag ich auf dem Boden! Wie konnte das passieren? Nun, ganz einfach, ich erwähnte ja bereits, dass es zahlenmäßig nicht so ganz ausgeglichen war, sie waren etwa fünfzig, okay, sagen wir fünfundzwanzig, die Mädchen ziehe ich ab, und ich war zu zweit, okay, sagen wir, ich war allein, mein Mädchen ziehe ich ab, und ein paar dieser Jungs hatten sich zusammen getan und mich von hinten zu Boden gerissen. Von hinten. Fehler Nummer drei.
Was nun? Plötzlich fiel mir Henryk M. Broders Geschichte von Dr. Kohn und Dr. Levy ein, die so endete: „Doch dann beschlossen sie, aus der Geschichte auszusteigen und als Opfer nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Seitdem schlagen sie zurück, wenn sie angegriffen werden, manchmal auch schon vorher.“
„… aus der Geschichte auszusteigen ….“, was für eine köstliche Formulierung! Ich beschloss es Dr. Kohn und Dr. Levy nachzutun und ebenfalls aus der Geschichte hier auszusteigen, rappelte mich hoch und schlug zu. Mitten in seine bescheuerte Hipster-Fresse. Er fiel um. Wie ein Baum, den man fällt.
Ein Mädchen kreischte, ich brüllte: „Halt die Fresse, krieg ’n Kind!“ (Dank an Olli Schulz für diesen herrlichen Satz, den ich erstmals anwenden konnte.) Nun brüllten auch die anderen Hipster, was genau, weiß ich nicht mehr, aber eines weiß ich noch: Trotz ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit traute sich keiner mehr an mich ran. Und so setzte ich mich wieder auf mein Rad und fuhr mit meinem Mädchen in die Nacht davon.

Das war fair. Von meiner Seite aus.
Und das muss es auch immer sein. Fair. Mann gegen Mann – wie im Western. Und wenn einer fällt, ist Schluss. Reintreten, wenn einer bereits am Boden liegt, ist alles andere als männlich, so etwas machen nur Memmen.
Im besten Fall geben sich die Männer nach dem Kampf die Hand und trinken zusammen ein kaltes Getränk, so wie in den alten Tagen. So sehe ich es, als jemand, der um die Dinge weiß, so sehen es viele Männer. Männer. Frauen eher nicht so. Da sind wir wieder einmal bei einem fundamentalen Unterschied zwischen Männern und Frauen angelangt. Frauen haben für Faustkämpfe selten ein offenes Herz. Vorhin telefonierte ich mit meiner Kollegin Johanna Merhof und die gehört zu den raren Exemplaren, die es sogar mal ganz sexy finden, wenn sich ein Mann, wie sie sich ausdrückte, um eine Frau duelliert.
„Am sexiesten finde ich die Prügelei in dem Moment, in dem sie in der Luft liegt. Das Adrenalin, das Unvernünftige, die Bereitschaft, das mag ich.“, sagte sie.
Aber Johanna malt auch nicht nach Zahlen, der wohnen viele männliche Anteile inne.
Mein Mädchen dagegen, oh, oh, oh, das konnte mit meiner Aktion am Maybachufer überhaupt nichts anfangen, es weinte sogar noch eine halbe Stunde danach. Woran liegt das? Na, weil sie nach Zahlen malt natürlich! Ein Kampf lässt sich nicht vorausplanen, er ist immer auch ein Risiko, er lässt sich nicht nach Zahlen malen. Deshalb, Männer, hört nicht auf Frauen, wenn es um Euren Stolz geht, hört nur auf Eure Herzen. Und auf meinen Freund Uwe Kopf, der mir sagte: „Der Klügere ist auch deshalb klüger, weil er eben n i c h t immer nachgibt und einem Dummen auch mal auf die Schnauze haut, wenn’s sein muss.“

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12 Comments

  • Tja, da bin ich wohl wieder typisch Mädchen.
    Ich finde Gewalt furchtbar, auch wenn ich der Grund des Ereignisses wäre. Würde mich jedenfalls nicht geschmeichelt fühlen. Grr, aber ich kann die Wunden nähen, ganz Frau 😉
    Aber der Spruch…hihi “ Halt die Fresse und krieg ein Kind.“ 😀
    Ja, das klingt nach Mann. 😉

  • Was genau meinen Sie, wenn Sie von „malen nach Zahlen“ sprechen? Für einen Schwanzträger scheint das so ziemlich das schäbigste, widernatürlichste zu sein wozu er sich herablassen kann, für Frauen hingegen, das scheinen sie jedesmal betonen zu wollen, gilt es wohl eher als Normalzustand. In einem anderen Ihrer Blogbeiträge erklärten Sie unter anderem Jungs dürften, im Gegensatz zu Mädchen, nicht das „malen nach Zahlen“ lernen, da sonst keine Wissenschaftler, Abenteurer oder sonstige unabhängige Erfolgsleute aus ihnen würden. Und die Mädchen? Können die das auch werden, auch WENN sie nach Zahlen malen? Oder was? Was genau meinen Sie eigentlich damit?

    • Ich meine damit, liebe Lina, dass es in der Natur der Frau liegt nach Zahlen zu malen. Es ist also für Frauen keineswegs widernatürlich. Für Männer schon. Das heißt aber nicht, dass aus Mädchen keine großartigen Entdeckerinnen, Erforscherinnen und Erfinderinnen werden können, nur dürfen sie dabei eben nicht nach Zahlen malen. Was problemlos möglich ist. Genau wie wir Männer weibliche Anteile in uns tragen, haben Frauen männliche Anteile in sich, auf die müssen sie setzen, wenn sie auch mal so etwas Weltbewegendes wie die Glühbirne, das Telefon oder einen Computer erfinden wollen.

      • Ok, also heißt „nach Zahlen malen“ so viel wie „keine eigenen Entscheidungen treffen können“? Was ist mit den ungefähr 50 Millionen männlichen Westeuropäern, die in irgendwelchen Billigjobs am Fließband dahindarben, die haben ja wohl auch nichts anderes als „malen nach Zahlen“ gelernt, oder wie entschuldigen Sie deren Versäumniss, etwas besseres aus sich gemacht zu haben?

        • Ich werde hier demnächst näher auf das Thema eingehen. Lina. Es wird ein „Er sagt, Sie sagt“ geben, indem ich mit einer Frau über meine Theorie diskutieren werde.

  • > Seitdem schlagen sie zurück, wenn sie angegriffen werden, manchmal auch schon vorher.

    Ja, so rechtfertigen die Deportationen und Völkermorde…

  • Für wann dürfen wir den Antrags-Artikel erwarten?

    Und warum gibts hier keinen Like-Button mehr?

    Die Videos zu den erwähnten Songs fehlen noch, vielleicht bist Du in Dienstleister-Stimmung und kannst nachreichen.

    Ich dachte, der Adresse wegen, übrigens erst an:

  • Also nur zur Klarstellung: ich feiere nicht den Inhalt, ich bin sicher, dass die Gewalt fast immer unbegründet war.

    Ich mag nur die Art, wie Du hier in der Lage bist, den Sprung in Deiner Schüssel in Worte zu fassen.

  • genauso sollte ein mann sein! auch wenn in der heutigen zeit immer wieder gegen gewalt gewettert wird, was sein muss, muss sein!ein mann sollte ein mann bleiben und auf agressionen kann man(n) eben nur mit dem faustrecht reagieren! ich hasse diese weichgespülten, unterwürfigen jasager, die schon angst bekommen, wenn jemand die stimme erhebt!

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