Ein Dreier zum Schämen / Letzter Teil

Link zu Teil I: http://oliver-flesch.com/2013/01/15/dreier/

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Sex, der süchtig macht – Band I: Wie Du länger durchhältst und öfter kannst

Sex. Für wahre Männer.

Sex für Frauen mit Soul

„Baby, das war’s!“

Dana wurde in den Wochen nach dem Dreier immer merkwürdiger. Dauernd machte sie so komische Andeutungen, als ob sie genau wusste, was ich so trieb. Aber sie konnte nichts wissen. Oder etwa doch? Nö. Woher denn? Sie blufft bestimmt nur. Frauen sind groß im Bluffen. Mich wundert, dass noch keine Frau die World Series im Poker gewonnen hat.

Ich sagte Dana, ich würd meine Tante und meinen Bruder in Hamburg besuchen, was auch stimmte, ich vergaß nur zu erwähnen, dass ich die Nacht bei einem Flittchen verbringen wollte. Tequila, darauf Koks statt Salz, dann ficken. Das war der Plan. Der aufzugehen schien. Zwischen Koks und Ficken ging ich kurz runter zu meiner Karre, um Dana in Ruhe eine gute Nacht zu wünschen.

„Hey.“

„Was willst DU?!“

„Was soll ich wollen? Ich bin jetzt bei meinem Bruder, wollte gleich schlafen und dir vorher noch…“

„Du bist nicht bei deinem Bruder!“

„Hä? Klar bin ich das! Wo soll ich denn sonst sein? Ey, was ist denn schon wieder los mit dir?!“
Stille.

„Dana? Dana? Biste noch da? Dana?“
FUCK! Ich rief noch mal an, sie drückte mich weg. Was ist das nur für misstrauisches Miststück? Wie kommt die darauf, dass ich nicht bei meinem Bruder bin? Gut, ich bins tatsächlich nicht, aber woher will SIE das denn wissen? Hä? Eben. Ach, die weiß es gar nicht. Die blufft wieder nur. Wie immer also. Ich ging zurück zu dem Flittchen.

Der nächste Morgen. Nee, es war eher Mittag, früher Nachmittag, um genau zu sein. Mir gings dreckig, scheiß Koks, scheiß Absturz, scheiß Koksabsturz. Ich war übermüdet, hätte noch drei Tage weiter schlafen können, aber das Flittchen schmiss mich raus, weil es zur Arbeit musste. Der Fick war auch nicht so prall, scheiß Koks, ich wollte nur noch in mein Bett. Blöderweise stand das dreihundert Kilometer weit weg. Also rein in die Karre und mal schauen, was der Ford Escord, den mir meine Ma hinterlassen hatte, so hergab. Drei Stunden später, die sich wie dreißig anfühlten, kam ich zurück in meine Stadt. Nicht in mein Bett allerdings. Dafür in das eines Mädchens aus dem Ruhrpott, das ich aus der Zeit vor Dana kannte. Keine Ahnung, was mit mir nicht stimme, keine Ahnung, warum ich bei dieser Frau war, keine Ahnung, warum ich sie fickte, eh nicht, und außerdem hatte mich Dana gebeten zu ihr zu kommen, sobald ich wieder in Berlin war.

Und so fuhr ich zu ihr. Beschmutzt von den Körperflüssigkeiten zweier Frauen, beschmutzt vom Duft des Betruges. Sie sah nicht gut aus, als sie mir die Tür öffnete. Kaputt. Vollkommen kaputt. Wortlos ging sie in ihr Bett. Ich hinterher.
Ich löschte das Licht. Nicht nur damit Dana eventuelle Kratzer meiner letzten beiden Eskapaden verborgen blieben, nein, ich mag es. Lieben im Dunklen wird unterschätzt. Es kann, mit der richtigen Frau, eine wunderbare Sache sein, sich nur auf seinen Tastsinn zu verlassen. Als ich langsam in sie eindrang, war es, wie nach Hause kommen. Ich spürte, hier genau, und nirgendwo anders, gehöre ich hin.

Mir wurde wieder einmal bewusst, dass es keinen Sinn ergab, andere Frauen zu ficken, da sie mir nicht im Ansatz das geben konnten, was Dana mir gab. Ich verfluchte mich wieder einmal dafür, dass meine Liebe nicht ausreichte, um endlich die Finger von anderen Frauen zu lassen. Ich fragte mich, ob sie die beiden Pussys, die ich vor ihr gefickt hatte, riechen würde. Ich fragte mich, ob …
„Benutz mich!“
Oh, wie ich diese Aufforderung liebe! Es gibt kaum einen Satz, der mich mehr erregt.

„Nimm dir, was du willst, und gib mir, was ich brauch!“
Lord have Mercy! Ein Best of meiner Lieblingssätze. Sie hat es einfach drauf!

Nachdem es vorbei war, lagen wir noch immer im Dunklen. Einzig die kirschrote Glut unser Zigaretten spendete etwas Licht. Dana lag mit ihrem Kopf auf meiner Brust, als sie mir sagte, sie müsse mir etwas gestehen …

„Hast du dich nicht gewundert, woher ich wusste, dass du nicht bei deinem Bruder warst?“

„Hä? Wieso war ich nicht bei meinem Bruder?!“

Dana legte mir behutsam den Finger auf Mund und sagte: „Es ist vorbei. Du brauchst nicht mehr zu lügen, ich weiß alles, verstehst du, alles.“
Ich verstand. Es war der Moment, in dem mir erstmalig klar wurde, dass Dana alles, was ich ihr angetan hatte, wusste. Alles. Woher auch immer. Mir wurde schlecht. Also wirklich übel. Ich sprang auf, knallte mit dem Schienbein gegen einen Glastisch und schaffte es grad noch einen bittersauren Schwall punktgenau in Danas Toilette zu kotzen.
Ich putzte mir die Zähne, Dana lehnte an der Badezimmertür, fuhr sich durch ihre langen Haare und lächelte milde. Sie lächelte! Was lief hier nur für ein sonderbarer Film ab?

„Wer hats dir erzählt?“

„Niemand.“

„Dana, komm schon, diese Sache ist zu wichtig, um irgendjemanden zu decken. Es ist ernst, verstehst du?“

„Das erzählst du mir? MIR?“

„Verzeih, ich bin komplett durcheinander gerade.“

Sie nahm mich an die Hand und zog mich durch die Wohnung zurück aufs Bett. Wir knieten voreinander, sahen uns an. Tiefe Ringe unter ihren Augen, ihre Brüste waren noch ein bisschen kleiner geworden, ihre Beckenknochen ragten spitzer als eh schon hervor. Sie wird kaum geschlafen haben, nichts gegessen – was hatte ich dieser Frau nur angetan?

„Ich sagte doch, ich muss dir was gestehen.“

„Ja.“

„Weißte noch neulich als Firefox nicht funktionierte, du über Explorer reingegangen bist?“

„Dunkel.“

„Tja, hättste dich mal ausgeloggt.“
Nein. NEIN. NEIN! Obwohl: „Nein“ trifft es nicht, mir war eher nach diesem „NNNNNNEEEEEEIIIIIINNNNNN!!!!!!“, das man aus amerikanischen Filmen kennt, wenn sich die Liebe deines Lebens eine Kugel einfängt, die eigentlich für dich bestimmt war.

„Was hast du gelesen?“

„Alles, Oliver, alles.“

„Was bedeutet das – alles?“

„Das bedeutet, dass ich seit sechs Wochen jeden Satz gelesen habe, den du auf Facebook geschrieben hast.“

Das war zuviel. Nicht nur sie wusste, was ich die letzten sechs Wochen getan hatte, auch ich wusste es. Da waren vier bis fünf Frauen, mit denen ich mich zum Ficken verabredet hatte, da waren zwei Frauen, denen ich gesagt hatte, dass ich sie lieben würde (reines Warmhalten, Kachelmann-Style). Und das war noch nicht einmal das Schlimmste. Das Allerschlimmste, das, was ich mir niemals verzeihen werde, war, dass ich mich über Dana lustig gemacht hatte.

Tränen schossen aus mir heraus. Tränen der Scham. Dana nahm mich in den Arm und sagte mir, dass alles gut werden wird. ICH heulte. SIE tröstete mich. Verkehrte Welt. Aber plötzlich, ganz plötzlich, war sie mir so nah, wie nie zuvor.

„Wusstest du es schon, als wir uns mit Sarah zum Dreier getroffen haben?“

„Klar.“

„Du wusstest, dass ich mich eine Woche vorher mit ihr getroffen habe?“

„Ja.“

„Oh, mein Gott! Warum hast du nichts gesagt?“

„Ich weiß es nicht. Ich weiß es wirklich nicht.“

„Weißt du, wenn ich auch nur einen Halbsatz lesen würde, aus dem hervorgeht, dass du mich bescheißt, würd ich aber sowas von sofort bei dir auf der Matte stehen!“

„Ich weiß, Oliver, ich bin halt anders als du, ich konnte es einfach nicht.“

„Und heute? Du weißt wo ich gestern war, aber weißt du auch, wo ich eben war, kurz bevor ich zu dir kam?“‘

„Natürlich. Ich sagte doch, ich hab alles gelesen, Oliver.“

Nun weinte auch sie. Ich nahm sie in den Arm. Wir drückten uns ganz fest. Wir liebten uns noch einmal. Es war so innig, es war so schön wie nie zuvor.
Vielleicht brauchte ich diesen kranken Beweis ihrer Liebe. Ich weiß es nicht, ich kann es mir selbst nicht erklären. Aber eines weiß ich: Ab dem Moment, in dem sie mich in den Arm nahm und mir sagte, dass alles gut werden wird, liebte ich diese Frau.

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30 Comments

  • Versteh einer uns Männer… wenn wir bescheißen macht man sich kaum ne Platte. Aber allein der Gedanke sie könnte es wissen oder es selbst machen bringt uns zum kotzen. Und wenn man dann die Angst erfährt Sie zu verlieren… dann spürt man genau das Oli was du sagst. Perfekt. Warten hat sich gelohnt

    • Mit Verlaub, weil es vielleicht zum einen Männer und zum anderen Weicheier gibt und Männer noch ein bisschen mehr Natürlichkeit inne haben. Der Mensch ist nunmal runterreduziert auch nur ein Tier das einen gewissen Trieb in sich hat. Diesen Trieb kann man wenn man es mal richtig betrachtet auch als größte Huldigung an die Weiblichkeit sehen und mit Respekt und Dankbarkeit würdigen. Ihr Frauen seid nun einmal die wunderschönsten Geschöpfe und euer Körper ist das beeindruckenste Musikinstrument auf Erden das eine Symphonie verdient und da ein jedes Instrument einen anderen Klang hat ist natürlich die Versuchung doch sehr sehr groß da der Mann gegenüber dem Weichein ein Virtuose ist.

    • Liebste Kathi, definiere mir doch mal deine Vorstellung von Treue.
      Also mein Herz hat zwar mehr Türen als ein Hurenhaus aber ich denke doch auf meine Art treu zu sein.
      Vertrauen und Loyalität sind doch nicht an Monogamie gebunden oder? Aber ich denke bei jedem Mann kommt irgendwann die Symphonie seines Lebens wo er weiche Eier bekommt.

  • Vielleicht eine hübsche Reminiszenz an die Stern-Ausgabe von ’71 und ein Geschenk an Deine beste Freundin des Titels:
    „Wir sind schwanzgesteuert“.
    Dein Porträt neben vielen anderen der hemmungslosen Promiskuität fröhnenden Zeitgenossen aus der A bis F-Prominenz. Frag‘ mal das Bobbele, ob er da mitmacht.
    Was denkste?

  • Toll geschrieben, man fühlt alles mit.
    Es wäre eine tolle Geschichte, leider ist es ja keine.
    Furchtbar, Du hast sie verloren in dem Moment
    als Du erkannt hast, daß Du sie liebst.
    Ich verdrück mir grade mühevoll die Tränen.

  • Ich mochte deine ‚Geschichten‘ lieber, als sie nicht so dicht an der (meiner) aktuellen Realität waren…

    das ganze ist leider kein Einzelfall… Bewundernswert, dass die Dame so lange stillschweigend mitlesen konnte! Hochachtung! :)

  • Gewohnt gut geschrieben! Da möchte ich doch einfach mal ein Zitat aus meiner Lieblingskiste hervorzaubern:

    „Egal wieviel Spitzen-Muschis du absahnst, sie können niemals mit der Liebe eines Klasse-Weibs mithalten!“
    Hank Moody

  • Was für ne starke Frau, habe so ziemlich das gleiche mit meinem Freund durch und weiß wievielmal kraft man braucht um das eigene wohl zurück zustellen und Verständnis aufzubringen und vor allem dann für den anderen da zu sein obwohl man innerlich genau wegen diesem Menschen stirbt

  • Lese dein Blog seit einer Woche, und ich sag mal geht so. Klar erkennt man sich oft wieder, aber manchmal gibt es Sachen die man nicht schreiben sollte. Egal..
    Dieser Artikel hier ist großartig! Teilweise erlebt und in vielen Teilen geträumt das es genau so mal kommen wird.

    Fazit: Klar liebtest du sie wohl, aber bei Koks und Schnapps liegt man dann nächstes mal doch wieder auf einer! 😉 doof! Vielleicht hat einer mal eine Lösung dafür 😉

  • Respekt das du das tust, aber bei dir ist anscheinend für alle klar wie du drauf bist/warst und demnach ist es wohl einfacher. Ich würde sie nur nicht schreiben 😉

    • Alter Schalter, die Story haut rein. Die Frau schien besessen von dir, wertungsfrei gemeint, bis zur Selbstaufgabe….krasses Ding und Respekt genau DIE Dinge zu schreiben die sich kaum ne Sau zu schreiben traut, wir sind Menschen und all das gibts…

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