Deutschstunde: Die klügsten Zitate von Stefan Zweig

Stefan und Lotte-Zweig in ihrer neuen Heimat Petropolis
Stefan und Lotte-Zweig in ihrer neuen Heimat Petropolis

In Wirklichkeit ist Zweigs Prosa moderner, weil mutiger, authentischer und weniger kalkuliert als die Schwarten der Nobelpreisträger. Sie ist wahrer und somit wertvoller. Zweig scheut sich nicht, ein Adjektiv in drei Sätzen hintereinander zu setzen, wenn er es in der Situation emotional braucht. Thomas Mann und seine Lektoren hätte da sofort zweimal nachgebessert.
Joachim Lottmann

Heute vor 136 Jahren wurde der österreichische Schriftsteller Stefan Zweig in Wien geboren. Doch seine Zitate lesen sich, als wären sie gestern erst geschrieben worden. So was hier zum Beispiel: „Freilich unsere Gegenwart macht es uns nicht leicht, sie zu lieben; selten ist es einer Generation auferlegt gewesen, in einer so gespannten und überspannten Zeit zu leben wie der unseren, und wir haben wohl alle manchmal das gleiche Verlangen, einen Augenblick auszuruhen von der Überfülle der Geschehnisse, Atem zu holen in der unablässigen politischen Bestürmung durch die Zeit.“

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Wenn der Geist klein wird, verlieren die Geistesgrößen ihre Heimat

Stefan Zweig „war der größte Pazifist der deutschen Literatur“, so Joachim Lottmann neulich in Springers WELT. Ja, das war er: „Die einen wollen Frieden und die anderen keinen Krieg. So was erzeugt natürlich Spannungen“, schrieb Zweig mit einem bitteren Lächeln auf den Lippen. Er war der Überzeugung, dass sich Krieg „mit Vernunft und gerechtem Gefühl nicht koordinieren“ lasse.
Dazu warf Thomas Mann etwas ebenso Kluges ein: „Es gab Zeiten, wo Zweigs radikaler, sein unbedingter Pazifismus mich gequält hat. Er schien bereit, die Herrschaft des Bösen zuzulassen, wenn nur das ihm über alles Verhasste, der Krieg, dadurch vermieden wurde. Das Problem ist unlösbar. Aber seitdem wir erfahren haben, wie auch ein guter Krieg nichts als Böses zeitigt, denke ich anders über seine Haltung von damals – oder versuche doch, anders darüber zu denken.“

Zweig, Jude, wollte nicht warten, bis sie ihn holen, er emigrierte 1934 nach London. Über New York, Argentinien und Paraguay landete er 1940 in Brasilien. Wo er sich zwar nicht zuhause fühlte, aber immerhin an einem feinen Plätzchen: „Es gibt keine schönere Stadt auf Erden, und es gibt kaum eine unergründlichere, unübersichtlichere. Man wird nicht fertig mit Rio de Janeiro.“

Ein Europäer von gestern, der heute fehlt

Stefan Zweig war einer der Ersten, der von der europäischen Idee fasziniert war. Er glaubte, nur ein vereintes Europa könne in Zukunft einen Krieg verhindern. Seine Vorstellung hatte allerdings nichts aber auch überhaupt nichts mit dem heutigen „geistfernen, ja geistfeindlichen Brüssel-Europa“ (Lottmann) zu tun, diese „Vereinigten Staaten von Europa“, die versuchen, jegliche volkseigene Identität auszumerzen. Ganz im Gegenteil, Zweig schrieb: „Paris ist zu drei Vierteln amerikanisiert, Wien verbudapestet: immer mehr verdunstet das feine Aroma des Besonderen in den Kulturen, immer rascher blättern die Farben ab und unter der zersprungenen Firnisschicht wird der stahlfarbene Kolben des mechanischen Betriebes, die moderne Weltmaschine, sichtbar.“
Wie er sich wohl heute fühlen würde, in einem Europa, in dem jede Stadt aussieht wie die andere – „Starbucks“, „McDonald’s“, „H&M“, Ende.
Lottmann spekuliert: „Die anfängliche, echte Einigung Westeuropas zu EWG-Zeiten hätte Zweig natürlich begeistert. Er wäre 76 gewesen, als die Römischen Verträge unterzeichnet wurden. Interessant ist die Frage, wie er auf den politischen Islam reagiert hätte, dieses dem Faschismus so ähnliche, schleichende Gift, das inzwischen weltweit wirkt.“

Unglücklich im Paradies

Doch selbst die Schönheit Brasiliens, konnte Stefan Zweig nicht von seinen Dämonen befreien. Entwurzelt durch die Zerstörung seiner „geistigen Heimat Europa, erschöpft „durch die langen Jahre heimatlosen Wanderns“, nahm er sich in der Nacht vom 22. zum 23. Februar 1942 in Petrópolis (bei Rio) mit einer Überdosis Schlaftabletten das Leben.
Seine Frau Lotte fand ihn auf dem Rücken liegend mit gefalteten Händen. Sie schmiegte sich an ihren Mann und folgte ihm in den Tod.

Ein intellektueller Linker also, der sich umbrachte, weil er den geistigen Verfall seiner Heimat nicht mehr ertrug. Wie sich die Zeiten geändert haben. Heute bezeichnen Teile der Linken ihr Heimatland als „mieses Stück Scheiße“ und brüllen „Nie wieder Deutschland!“
Diese Trottel sollten lieber auf Zweig hören, der da sagte: „Wer seine Wurzeln nicht kennt, kennt keinen Halt.“

Bis dass der Tod ... Perfekter lässt sich wahre Liebe nicht fotografieren
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Meine zehn Lieblingszitate von Stefan Zweig

„Klug sein hat noch nie einen Menschen an Dummheiten gehindert.“

„Der Hass hat ein besseres Gedächtnis als die Liebe.“

„Wahrheit und Politik wohnen selten unter einem Dach.“

„Wer die Vergangenheit nicht versteht, versteht nichts wirklich.“

„Nur wer sorglos in die Zukunft blicken kann, genießt mit gutem Gefühl die Gegenwart.“

„Erst der Enthusiasmus, dann erst der Fleiß.“

„Nur wer Helles und Dunkles, Aufstieg und Niedergang erfahren hat, nur der hat wahrhaftig gelebt.“

„Wer selbständig denkt, denkt zugleich auch am besten und förderlichsten für alle.“

„Nicht ungestraft gehen alle Menschen gleich angezogen, gehen alle Frauen gleich gekleidet, gleich geschminkt: Die Monotonie muss notwendig nach innen dringen… Unbewusst entsteht eine Gleichhaftigkeit der Seelen, eine Massenseele…“

„Kein Künstler ist während der ganzen vierundzwanzig Stunden seines täglichen Tages ununterbrochen Künstler; alles Wesentliche, alles Dauernde, das ihm gelingt, geschieht immer nur in den wenigen und seltenen Augenblicken der Inspiration.“

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1 Comment

  • „Zweig was born in Vienna, the son of Moritz Zweig (1845–1926), a wealthy Jewish textile manufacturer, and Ida Brettauer (1854–1938), a daughter of a Jewish banking family.[3]“ Wikipedia, Stefan Zweig

    1942 war Stefan 61 Jahre alt, Lotte erst 34.

    „Zweigs Entscheidung, sein Leben zu beenden, stieß nicht überall auf Verständnis, zumal seine materielle Existenz, anders als die vieler Schriftstellerkollegen im Exil, gesichert war.“ Wikipedia, Stefan Zweig

    Ja, es ist leicht, ein gebildeter Traumtänzer zu sein, wenn man aus wohlhabender Familie stammt.

    Was die Kommunisten in Moskau aber offensichtlich nicht gestört hat:

    „1928 bereiste Stefan Zweig die Sowjetunion, wo seine Bücher auf Betreiben von Maxim Gorki, mit dem er im Briefwechsel stand, auf Russisch herauskamen.“ Wikipedia, Stefan Zweig

    „Zweig had a warm relationship with Theodor Herzl, the founder of Zionism, …“, Wikipedia, Stefan Zweig

    Kapitalist, Kommunist, Zionist (jüdischer Nationalist), alles kein Problem, wenn du Jude bist.

    Lächerlich, wer das alles für Zufall hält. Es aber als gottgegeben akzeptieren muss man es trotzdem nicht. Dafür hat auch dieses Volk beziehungsweise einzelne Vertreter schon zuviel Scheisse gebaut, auch mit katastrophalen Folgen.

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